Eheringe

Es ist vollbracht

Über ein Jahr Vorbereitung sind rum. Wir haben geheiratet – und auch wenn es nun gut zwei Wochen später bei mir noch immer nicht so wirklich ankam, hatten wir einen fantastischen Tag voller Freude und lustiger Begebenheiten.

Freitagmorgen. Erste Mal kurz vor 5 Uhr schlug ich die Augen auf. Es war schon hell, die Vögel plärrten zum Glück noch nicht. Eigentlich hätte ich mich gerne noch einmal umgedreht. Eigentlich. Aber die schon seit Wochen angekündigte Aufregung bzw. ein Symptom jenes körperlichen Phänomens tauchte auf. Übelkeit deluxe. Irgendwann kapitulierte ich und ging eben duschen. Der Körper meinte auch nach der Dusche noch immer müde zu sein, doch der Magen war hellwach. Miese Absprachen können die beiden ja eh bei mir. Frühstück wurde dann nicht besser. Mein Papa stellte mir ein Stück selbstgemachte Erdbeertorte hin, weil Kuchen zum Frühstück für mich eigentlich der Himmel auf Erden ist. Ich hätte aber auf Knopfdruck brechen können. Ich entschied mich für ein kleines Brötchen. Ohne alles. Daran kaute ich bestimmt 45 Minuten und war zwischendrin unsicher, ob es in mir bleibt. Nervlich im Köpfchen war ich wider Erwarten sehr ruhig. Nur mein Magen wollte es wissen.

Pünktlich 5 vor 9 ging ich mit meiner Trauzeugin zum Friseur. Haare waschen, anföhnen, eindrehen, Trocknerhaube. Ich saß bestimmt über eine Stunde darunter – das Haar wollte nicht trocknen. Zwischenzeitlich wurde ich geschminkt, meiner Mama die Haare gemacht und bei mir tat sich nix. Irgendwie schien das auch den Profi der Schere wuschig zu machen, denn als sie sich endlich an die Wickler traute und die Frisur zaubern wollte, klappte das Legen und Festklemmen auch nicht auf Anhieb. Kurze Planänderung, dann funktionierte es endlich. Ich war zumindest rund um den Kopf fertig, wenn auch mit reichlich Verspätung. Bei meinen Eltern wartete bereits die Kolonne. Endlich ging es los. Das Navi sagte die Ankunft im Schloss um 13 Uhr voraus. Na ein Glück wollte ich 12 Uhr in meiner Suite sein, was (trockenes) Essen und mir noch die Nägel lackieren…

Auf dem Weg dorthin widersetzte sich mein Vater jeder Anweisung des Navis und fuhr Strecken, deren Existenz mir nicht bewusst war. Das Handy vibrierte auch im Minutentakt. Ob ich schon da sei, wann ich komme und oh, hey, es regnet!  Ehrlich gesagt, war mir das alles ziemlich egal. Mir war kotzübel und mein trockenes Brötchen in einem anderen Auto. Zur Ablenkung begann ich im Kurventakt der Landstraße das Bemalen meiner Nägel und hoffte, die Ringfotos werden einfach ausgelassen.

In Schkopau angekommen trafen wir auf die ersten Gäste, die teilweise gestresster wirkten, als ich selbst.  Ich checkte fix ein. 13:15 Uhr war ich endlich in unserer Suite, trug noch immer meine Jogging-Tights mit Trägertop und wusste irgendwie nicht so recht, was ich jetzt als erstes tun soll. Unser Fotograf, Dominik von romeoplusjuliet gesellte sich auch zu Sophie (beste Trauzeugin ever) und mir. Zwischendurch versorgten mich unsere freundlichen Zimmernachbarn und zukünftige Stadtteilnachbarn auf Zeit mit einem trockenen Brötchen vom Erbserich, damit zumindest der Sekt in 2 Stunden nicht direkt auf nichts im Magen fließt. Gegen 13:45 Uhr war es dann doch mal Zeit, in die Klamotte zu kommen und den letzten Feinschliff durchzuführen. 14 Uhr sollte immerhin die Trauung sein. 13:58 Uhr fiel mir auf, dass mein rechter Arm an Papas Arm besetzt ist, aber der linke Arm irgendwie leer ist. Ach ja, der Brautstrauß fehlt. Aber wie gesagt, ich hatte eine tolle Trauzeugin <3 So eine flitzt dann auch mal für die Braut des Tages.

Zwei Minuten zu spät kamen mein Papa und ich zum Trauzimmer. Ich hörte meine Mama schon draußen schluchzen, was auch mir einen Kloß im Hals bescherte. Aber an Papas Arm war der Gang zu ihm dann nur noch Formsache. Beim Hinsetzen zitterte ich zwar kurz noch ordentlich, aber das verflog nach ein paar Momenten. Natürlich brauchte ich auch kurz ein Taschentuch als Heulsuse der ersten Stunde, aber ich hatte deutlich mehr Tränenfluss bei mir erwartet.

Es folgte die standesamtliche Trauung mit dem klassischen Mix aus lieben Worten und dem formellen Gehabe, untermalt von Kindergebrabbel (was mich gar nicht störte, sondern eher beruhigte). Mein Ja-Wort kam natürlich, ungeduldig wie ich bin, viel zu früh. Meine Trauzeugin unterschrieb noch kurz an der Stelle der Standesbeamtin. Wir sind halt keine Profis, was das angeht.

Unsere Blumenkinder wussten nicht so recht, was sie mit ihren Körbchen machen sollten, aber Gott sei Dank gibt es kluge Kommentare aus dem Off der Gäste. Artige Kinder hören und kippten einfach. Fertig 🙂

Zwischenzeitlich kam auch die Sonne raus und bei bestem Sonnenschein starteten wir das Gruppenbild, gingen zu Brot und Salz über und bewiesen, dass es besser ist, bei Zentralheizung zu bleiben.

Die Reden der Väter führten uns dann auch schon zum Kaffee und dem Anschnitt unserer Hochzeitstorte. Gott, was ich mich auf die Torte freute und wir mir mein Magen da schön einen Strich durch die Rechnung machte. Mein Appetit war nämlich immer noch irgendwo nur nicht bei mir, aber das Stückchen unserer Torte, das ich aß, war fantastisch. Die Bäckerei Rahaus hat unsere Wünsche mehr als umgesetzt, denn die Torte sah super aus und schmeckte offensichtlich auch den Gästen.

Anschließend verschwanden wir mit Dominik für die Fotos und gaben uns beim Shooting die größte Mühe – obwohl uns die Brühe wirklich lief. Mein Kleid wirkte vielleicht gar nicht so, aber ich hatte ab Hüfte fünf wirklich wärmende Rocklagen. Die erste Vorschau der Fotos gab es direkt Montag nach der Trauung und ich bin schon etwas arg in 1-2 Motive mehr als verliebt. Auf die restlichen Bilder freuen wir uns nun um so mehr und können es eigenlich gar nicht abwarten. Geduld war halt nie meine Stärke…

Ab dem frühen Nachmittag kamen wir dann auch dazu, unsere Gäste in Gespräche zu verwickeln und uns selbst an der Getränkeauswahl zu bedienen. Leider konnte ich gar nicht mit jedem plaudern, weil es teilweise wirklich so war, dass man grad irgendwo parkte und sofort wieder woanders hinmusste, weil dort der eigene Typ verlangt wird. Aber so ist das nun mal.

Ansonsten hatten wir aus unserer Sicht einen wirklich tollen Tag und hoffen, dass unsere Gäste dies ebenfalls so empfanden.

Wir haben am Tag selbst und auch im Nachhinein so viele zahlreiche liebe Worte erhalten, noch mehr gute Wünsche und liebevoll gebastelte Geschenke, dass wir oft wirklich nur sprachlos waren. DANKE!

Die Vorbereitung und Vorfreude der letztes 12 Monate waren es wirklich wert.

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4 Gedanken zu „Es ist vollbracht“

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