Von der Plantage ins Weiße Haus

Der Butler

Samstagabend ging es ins Kino. Ich mochte bereits in Leipzig das Passage-Kino, weil dort Arthouse-Filme gespielt werden. Ein Glück gibt es auch hier in Frankfurt das Kino Harmonie. Die Wahl fiel auf die Geschichte eines schwarzen Mannes, der insgesamt sieben US-Präsidenten diente.

Der Butler

Der Film

Amerika in den 1920er Jahren. Cecil Gaines lebt in den Südstaaten auf einer Plantage. Er sieht mit an, wie die Mutter missbraucht und der Vater erschossen wird. Die Herrin der Plantage, gespielt von Vanessa Redgrave, holt ihn sich als „Hausnigger“, also als Diener ins Haus. Er lernt schnell und begreift: Ein perfekter Diener ist man, wenn der Raum sich leer anfühlt, obwohl er in ihm ist.

Cecil (Forest Whitaker) verlässt die Plantage und landet in einem Nobelhotel. Dort ist er so gut bei der Arbeit, dass er eine Anstellung im Weißen Haus bekommt – im Haushalt des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Es bleibt jedoch nicht bei einem Präsidenten. Er arbeitet für Eisenhower (Robin Williams), Johnson (Liev Schreiber), Kennedy (James Marsden), Nixon (John Cusack) und Reagan (Alan Rickman). Hier und da wird er, der Diener, der nichts hören und sehen soll, auch nach seiner Meinung gefragt.

Diese zählt in seinen eigenen vier Wänden kaum. Sein älterer Sohn (David Oyelowo) hasst den Beruf des Vaters als Diener für weiße Männer. Der junge Mann ist stark in der Bürgerrechtsbewegung für die Belange der Afro-Amerikaner engagiert und wird später auch Mitglied der radikalen „Black Panther“-Bewegung. Die Distanzierung zwischen Vater und Sohn wird immer größer. Die Ehefrau und Mutter Gloria (Oprah Winfrey), die ihre Probleme in Alkohol ertränkt, kann immer schwerer zwischen beiden vermitteln. Auch der zweite Sohn verlässt das Elternhaus und leistet – im Gegensatz zu seinem Bruder – freiwillig Dienst für das Vaterland. Unterschiedlicher könnten die Meinungen im Haus nicht sein.

Der Schauspieler Forest Whitaker spielt Cecil wahnsinnig glaubwürdig. Die Spannung zwischen großer Zurückhaltung in seiner Tätigkeit als Diener und dem wachsenden Frust im Inneren, dass die „Schwarzen“ gewaltig diskriminiert werden kann der Zuschauer sehen und fühlen. Es ist der Tod des jüngeren Sohnes, der in Vietnam für das „Vaterland“ starb, es sind die niedrigen Löhne, die Afro-Amerikaner für die gleiche Arbeit wie „Weiße“ bekommen, es ist der Schmerz zu sehen, wie der ältere Sohn immer radikaler wird und es ist die Traurigkeit, dass die eigene Ehefrau stets hinten an steht, denn der Präsident kommt zuerst. Das ist der wahre Cecil. Der Butler verrichtet still und duldsam seine Arbeit – ohne sich etwas anmerken zu lassen. Er trägt – wie seine Kollegen – zwei Gesichter.

Der Hintergrund

Cecils Figur basiert auf Eugene Allen (1919-2010), der 34 Jahre im Weißen Haus gearbeitet hat. Mit seiner Frau Helene war er 65 Jahre verheiratet und hatte einen Sohn. In der Dokumentation „White House Workers: Traditions and Memories“ griff bereits sein langes Arbeitsleben und die Arbeit seiner Kollegen im Weißen Haus auf.

Mein Fazit

Der Film ist absolut sehenswert. Forest Whitaker spielt die Rolle des Cecil mit seinen zwei Gesichtern als Butler und als „Nigger“ absolut perfekt. Der Zuschauer spürt den Stolz, dass er sich diesen Arbeitsplatz im Haushalt des Präsidenten erarbeitet hat. Man bemerkt aber auch die Traurigkeit, dass seine eigene Familie zu kurz kommt und Afro-Amerikaner öffentlich bewusst diskriminiert werden.

Selbstverständlich kann in einem Kinofilm nicht die komplette Geschichte der Bewegung um Martin Luther King & Co. erzählt werden. Soll auch nicht. Doch auch der Geschichtsverlauf im Film zeigt, dass die Weste der Amerikaner im 20. Jahrhundert immer noch nicht so weiß war, wie sie es gerne darstellen wollen.

Wer einen guten Film mit Mehrwert sehen will, für den sollte „Der Butler“ definitiv geeignet sein.

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Ein Schluck für die Engel

Ich selbst trinke keinen Whisky, da ich prinzipiell nichts Hochprozentiges trinke. Ich nippe lediglich, da die Neugier auf den Geschmack zu groß ist. Und ich gebe zu, dass ich den Geruch von Whiskys doch sehr mag. Sei es eine weiche Note mit Vanille und Karamell oder etwas herber, torfiger – die Gerüche und der Geschmack eines guten Whiskys werden von zu vielen, die gängige Produkte mit Cola mischen, vollkommen zu Unrecht unterschätzt.

Durch die Leidenschaft für Whisky im Haushalt schlugen meine Antennen Alarm, als ich den Trailer zu einem neuen Film von Ken Loach (The Wind That Shakes the Barley, Looking for Eric) sah:

Angels‘ Share

Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Der junge Mann mit dem Namen Robbie löst seine Probleme mit schwerer Gewalt – zumindest versucht er es. Er landet erneut vor Gericht und diesmal droht ihm eine Freiheitsstrafe. Doch er Richter ist gnädig, denn Robbie wird Vater. Ohne Strafe geht es aber auch nicht und so landet Robbie in einem Arbeitsprogramm für gemeinnützige Arbeit.

Harry ist der wirklich gutmütige Betreuer der chaotischen Gruppe frisch Verurteilter und es ist auch er, der Robbie zum Whisky führt. Bei einem Tasting zeigt sich, dass der junge Mann ein enormes Talent hat, unterschiedliche Nuancen eines Whiskys zu erkennen.

Bei dieser Verkostung ist ebenfalls der Whisky-Sammler Thaddeus anwesend. So erfahren Harry, Robbie, die anderen Chaoten der Gruppe und Thaddeus, dass demnächst ein sehr wertvolles Fass in den Highlands versteigert wird. Robbie sieht hier seine Chance gekommen, seiner Freundin und seinem mittlerweile geborenen Sohn eine Zukunft in finanzieller Sicherheit zu gewährleisten.

Per Anhalter reist er mit drei anderen aus seiner Gruppe für gemeinnützige Arbeit in den Norden Schottlands, in die Highlands. Getarnt als ein Verein der Whisky-Freunde legen sie den Grundstein für Robbies Plan, an den wertvollen Whisky zu gelangen. Auch Thaddeus taucht hier wieder auf…

Der Hauptdarsteller Robbie wird von Paul Brannigan gespielt. Dass man ihm die Rolle eines Schlägers abnimmt, der immer mehr in die kriminelle Szene rutscht, hat wohl auch damit zu tun, dass die eigene Jugend kein Zuckerschlecken war. John Henshaw, den man vor allem aus der (sehr guten) Serie Life on Mars und dem Fußballfilm Looking for Eric (ebenfalls empfehlenswert) kennt, spielt den liebenswerten Betreuer. Man kann absolut nachvollziehen, dass auch Harry ein kleines Dankeschön von seinen schwarzen Schäfchen erhält. Whisky-Sammler Thaddeus, gespielt von Roger Allam, kennt man ebenfalls aus einigen Filmen (V wie Vendetta, The Wind That Shakes the Barley). Alle anderen Gesichter sind eher unbekannt, aber doch auf ihrer eigenen Art charmant.

Ich kann Angels‘ Share als Film für einen Genuss-Abend absolut empfehlen. Macht es euch mit einem Gläschen Whisky bequem (oder wie ich mit einem Glas guten Wein und Schokolade) und genießt eine Story, die nicht so klebrig ist, weil sie in Hollywood gestrickt wurde. Die Charaktere sind alle liebenswert, auch wenn sie offensichtlich große Fehler machten. Selbstverständlich empfehle ich nicht, die Aktion mit dem Fass nachzumachen 😉

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Das Bildnis des Dorian Gray

Ich habe in den letzten Tages es endlich geschafft, Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde zu lesen. Auf der Buch-Agenda stand es schon länger, aber ihr wisst ja selbst, wie das so ist – es kommt häufig etwas dazwischen.

Das Buch

Der Roman beginnt im Atelier des Malers Basil Hallward, der sich dort mit seinem Bekannten, Lord Henry Wotton, unterhält. Das Gespräch dreht sich rund um die Kunst und die Selbstinszenierung der Menschen. Dabei erwähnt der Künstler, er habe eine neue Quelle der Inspiration gefunden – einen jungen, attraktiven Engländer mit dem Namen Dorian Gray.

Während Basil später an dem Ganzkörperportrait des jungen Mannes weiterarbeitet, wozu Dorian im Atelier Modell sitzen muss, gesellt sich Lord Henry dazu. Es entwickelt sich ein philosophisches Gespräch: lediglich Lust und Freude seien wertvoll, Schmerz und Leid gehöre vermieden. Auch der körperliche Verfall des Menschen sei schrecklich, ewige Jugend ein Geschenk.

Als Dorian die Erlaubnis bekommt, das meisterhafte Portrait zu betrachten, ist er – ganz wie Narziss – von seiner eigenen Schönheit überwältigt. Er wünscht sich sehnlichst, dass das Bild altern und verfallen würde, aber nicht er selbst.

Zwischen dem jungen Mann und dem Lord entwickelt sich eine Art Freundschaft. Es folgen zahlreiche Besuche in gewissen Clubs und Etablissements, Abendessen in der höheren Gesellschaft, Opern- und Theateraufführungen.

Bei einer Dramenaufführung in einem schäbigen Hinterhoftheater erblickt Dorian die junge Sibyl Vane. Ihre Schauspielkunst verzaubert den jungen Mann, er verliebt sich. Als er später seinem Freund Lord Henry von seiner Liebe zu dem Mädchen erzählt, erntet er nur zynischen Spott. Daraufhin verlobt er sich mit Sibyl, um sich kurzerhand ein wenig später von ihr zu trennen. Die junge Frau begeht Selbstmord.

Dorian, der mittlerweile der Besitzer des gelungenen Portraits ist, nimmt Veränderungen an seinem Abbild auf Leinwand war. Da ihm dies Angst einjagt, verbannt er das Bild in Tüchern eingewickelt auf den abgeschlossenen Dachboden.

Dorians Lust auf Genuss und Lebensfreude wird immer größer. Er lebt ein Leben in der besseren Gesellschaft, wird von vielen angehimmelt und beneidet. Dorian nimmt, was er will – auch auf Kosten anderer. Kritik anderer nimmt er nicht an.

Die Jahre vergehen, alle altern naturgemäß, nur Dorian Gray nicht. Während die Gesellschaft bereits munkelt, das ginge nicht mit rechten Dingen zu, kennt der Junggeselle den wahren Grund…

Oscar Wilde

Oscar Fingal O‘ Flahertie Wills Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren und verstarb am 30. November 1900 in Paris. Er gehört zu Irlands berühmtesten Schriftstellern.

Zu Wildes Werk gehören vor allem Erzählungen, Essays und Bühnenstücke. Das Bildnis des Dorian Gray ist sein einziger Roman.

Das Besondere an Wilde war es, dass er trotz seiner Ehe offen mit seinen homosexuellen Neigungen umging – im Viktorianischen Zeitalter Großbritanniens eine Seltenheit. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern wurden bestraft. So musste auch Wilde ins Zuchthaus, das er nach zwei Jahren körperlich krank verließ. Unter einem Pseudonym lebte er auf dem europäischen Festland, um dann 1900 verarmt zu sterben.

Der Film

Ich kenne aktuell nur die neuere Verfilmung von 2009. Persönlich finde ich ihn jetzt nicht vollkommen überragend, aber man kann ihn gesehen haben. Colin Firth ist brillant in seiner Rolle des Zynikers Lord Henry. Der Darsteller des Dorian, Ben Barnes, verkörpert ebenfalls authentisch seine Rolle als Narzisst.

Was mir positiv auffiel, war die Übernahme markanter Dialoge und Zitate aus dem Buch. Aber vielleicht fiel mir das nur auf, weil ich den Film in Etappen sah – parallel zum Buch.

 Zitate

Hier eine Auswahl zahlloser Aussagen Wildes im Buch, die doch recht wahr erscheinen:

„Ich liebe einfache Genüsse leidenschaftlich. Sie sind die letzte Zuflucht des Komplizierten.“

„Der einzige Weg eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.“

„Ich möchte wissen, wer es gewesen ist, der den Menschen als vernünftiges Tier definiert hat. Der Mensch ist vielerlei, aber er ist nicht vernünftig.“ 

„So etwas wie ein moralisches oder unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben, weiter nichts.“

Fazit

Ich werde mir bei Gelegenheit eine gebundene Ausgabe des Werkes zulegen, da ich aktuell lediglich die kostenfreie Version für mein Kindle besitze. Wer Literatur mit einer nicht ganz alltäglich Story und doch so menschlichen Themen lesen will, ist mit Das Bildnis von Dorian Gray sehr gut beraten.

 

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Hänsel und Gretel – Hexenjäger

Das Märchen von Hänsel und Gretel kennt jeder. Zwei Kinder werden in der Not der Eltern in den Wald gebracht und dort zurück gelassen. Im Wald umherirrend finden die Kinder ein Lebkuchen-Haus und haben ihre erste Begegnung mit einer Hexe, die ihnen nicht wohlgesonnen ist. Es kommt, wie es in guten Märchen kommen muss: Die böse Hexe stirbt.

Doch, wie uns Hollywood zeigt, erzählen die Brüder Grimm uns nicht die ganze Geschichte.

Jahre nach der Begegnung mit der Hexe sind die Geschwister ein professionelles Hexenjäger-Team. Ob Sumpf-, Sand- oder Kräuterhexe, sie bringen jede zur Strecke. So kommt es, dass der Bürgermeister von Augsburg sie um Hilfe bittet, denn in und um Augsburg sind Kinder verschwunden und, wie zu erwarten, der Rattenfänger ist nicht schuld.

Die Hexenjagt kann beginnen!

Hier und da wurden kleine Anspielungen auf dieses und jenes Märchen und Regungen der Popkultur gestreut. Alles zusammen ergibt ein unterhaltsames Action-Gemetzel.

 

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Warm Bodies

Wer glaubt, wahre Liebe sei tot, der irrt. Warm Bodies ist ein Film, der mit Humor die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares erzählt.

Worum geht es?

R., gespielt von Nicholas Hoult (Skins „Tony“, About A Boy), ist ein Zombie. Nach dem Zombie Survival Guide ist er aber kein normaler Zombie, denn er denkt. Die Lust auf Menschenfleisch liegt ihm aber dennoch inne. So zieht er mit seinen Zombie-Kollegen los.

Julie, gespielt von Teresa Palmer (Bedtime Stories), ist ein Mensch in einer postapokalyptischen Zeit. Mit einem kleinen Team durchstreift sie die verlassene Welt, auf der Suche nach Medikamenten für ihren Stützpunkt.

Beide Gruppen treffen bei ihrer Suche aufeinander, es gibt Tote und die Geschichte beginnt.

Unverkennbar hat diese Buchadaption Anspielungen zu Romeo und Julia: Das Paar, die zerstrittenen Clans, Rs M(ercutio), und, und, und. Alles etwas aufgepeppt und in ein ungewöhnliches Setting verlegt.

Diese paranormale, romantische Zombie-Komödie sollte nicht zu ernst genommen werden, denn sie nimmt sich selbst nicht so ernst. Wer dem Charme von Zombiefilmen aufgrund Ihres Trashcharakters oder Zombie-Komödien (Shaun of the Dead, Zombieland) erlegen ist, wird sich sicher auch an diesem Film nicht stören. Falls nicht: Schaut dennoch in den Trailer – Allein schon wegen des gelungenen Soundtracks.

(Da ich den Film im Original gesehen habe möchte ich euch auch gerne auf den englischen Trailer hinweisen)

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Frankenweenie

Wenn ein Kind seinen treuesten Begleiter verliert, ist das ein schlimmes Schicksal. Dies geschieht Victor Frankenstein, ein Junge aus New Holland.

Nicht nur, dass er seinen geliebten Hund verliert, er ist auch sein bester Freund gewesen.

Doch damit wäre der Film ziemlich schnell am Ende und würde einer Tim Burton Regie und Produktion nicht gerecht!

Inspiriert durch seinen neuen Naturkundelehrer, der ein Wissenschaftsprojekt initiiert, kommt Victor auf die Idee seinen Hund, Sparky, ins Leben zurück zu rufen – Ich kann euch verraten, dass er seinem Nachnamen alle Ehre macht.

Mit diesem Erfolg kommt aber auch die ganze Geschichte in Gang und Missgunst, Misstrauen und Chaos folgen.

Diese Stop-Motion Neuauflage – natürlich wieder in schwarz-weiß – hat Herz, Humor, sowie offene und versteckte Anspielungen auf Horrorfilme aus den guten, alten, Tagen. Alle Figuren wirken liebevoll in Szene gesetzt, erscheinen aber nicht zuletzt durch ihr Aussehen bekannt skurril. Burtonesk.

Für Tim Burton Fans ein absolutes Muss, aber auch für alle anderen, die Trash- und B-Movies, Monster- und Science-Fiction-Filme, altmodischen Grusel und Slapstick-Humor mögen, ein Kinobesuch wert.

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The Man with the Iron Fists

Gewalt, viel Blut, etwas Absurdität und eine Story – damit bringe ich gute Filme aus dem Hause Tarantino oder Rodriguez in Verbindung. Der Film, den ich euch heute vorstellen möchte, wurde nicht von einem der beiden genannten produziert, hat aber dennoch alle Elemente und wurde durch ein „presented by Quentin Tarantino“ quasi-geadelt.

Ich spreche von „The Man with the Iron Fists“

RZA, Robert Fitzgerald Diggs, bekannt als der de facto Frontmann des Wu-Tang Clan, liefert einen Martial-Arts-Actionstreifen mit Western-Anleihen ab, der mit Humor, Übertreibung und Brutalität ein gelungenes Filmchen abgibt.

Innerhalb von Banden-Rivalitäten in Jungle Village, ein kleines Dorf im China, Anfang des 19. Jahrhunderts, bricht die Nachricht herein, dass der Kaiser eine Ladung Gold umher kutschiert, ein Banden-Führer wird getötet, es wird Rache geschworen und eine Liebe ist in Gefahr. Dazwischen knackige Dialoge und noch knackigerere Auseinandersetzungen.

Ja-ja, hier und da ist auch eine Liebesszene dabei, aber wer Twilight sehen will, der sollte ein oder zwei Kinosäle weiter seinen Kinosessel beziehen.

RZA mit  Eli Roth (Hostel, 2001 Maniacs, Death Proof, Inglourious Basterds), Russell Crowe (Gladiator, A Beautiful Mind), Lucy Liu (Charlie’s Angels, Kill Bill Vol. I & II), Dave Batista (WWE Wrestler), Dave Batista (Street Fighter: The Movie video game), Jamie Chung (The Hangover Part II) und viele weitere liefern schönes Kino ohne zu Tiefgründig zu werden.

Es ist fast ein echter Tarantino und einen Kinobesuch wert und auch der Soundtrack kann sich hören lassen.

Meine Vorfreude auf Django Unchained ist jetzt noch größer geworden!

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Die Mainzelmännchen trauern

Viele kennen sie, viele mögen sie – die Mainzelmännchen. Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen sind wohl das niedlichste, was die deutsche Trickfilmbranche als sogenannter Werbetrenner zu bieten hat. Das „Gud’n Aamd“ ist immerhin legendär.

Erfunden hat sie 1963 der Grafiker Wolf Gerlach, der diese Woche im Alter von 84 Jahren verstarb. Durch seine Arbeit als Künstler, insbesondere durch das Erschaffen der sympathischen Mainzelmännchen, wird er aber wohl noch einige Generationen lang in Erinnerung bleiben, denn Anton, Conni&Co. werden weiterhin in den kurzen Sequenzen zu sehen sein.

(Und ich persönlich hoffe, die Männchen irgendwann zu treffen und ein Fanfoto schießen zu können)

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Argo

Der Zufall wollte, dass ich auf meinem Heimweg nicht die Bahn nahm, einen Freund traf und spontan in die Sneak Preview ging um den Film Argo zu erleben. Ein glücklicher Zufall, doch lest selbst.

Das Jahr 1979, der kalte Krieg lässt die Welt frösteln und im Iran heizt sich die Situation auf. Der eingesetzte Schah flüchtet in die USA und entzieht sich der Gerichtsbarkeit. Das Volk will ihn wegen der Gräueltaten unter seiner Führung tot sehen.

Im November 1979 eskaliert die Situation in Teheran. Die Demonstranten, die die Auslieferung des ehemaligen Schahs, der sich in den USA aufhält, fordern, stürmen die US Botschaft und nehmen 52 US-Amerikaner als Geiseln. [Wiki] Sechs Mitarbeiter können jedoch vorerst unentdeckt flüchten und bekommen Schutz in der kanadischen Botschaft. Sie befinden sich in Lebensgefahr, fernab der Heimat.

Dort beginnt die CIA einen Plan auszuarbeiten, wie sie die sechs außer Lebensgefahr bringen können. Der beste, schlechteste Plan, der sich in dieser Situation anbietet ist der, dass ein fiktiver Film (Argo), mit den sechs flüchtigen als Film-Crew eine Ausreise ermöglichen soll.

„Argo fuck your self!“ ist wohl die einprägsamste Zeile aus diesem Film, aber diese wahre Geschichte, gewürzt mit Hollywood-Drama und Hollywood-Thriller, bot viel mehr und ist einen fesselnden Kinobesuch wert.

Das Sahnehäubchen sind die Schauspieler: Ein guter Ben Affleck (Dogma, Jersey Girl, Armageddon) , ein phantastischer Bryan Cranston (Malcom mittendrin, Breaking Bad), ein hervorragender John Goodman (The Big Lebowski, Red State) und etliche andere Filmgrößen.

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James Bond – Skyfall

Einen Tag vor der dem offiziellen Filmstart in Deutschland sah ich den neuen James-Bond-Film. Für mich war es eher ein sentimental-persönlicher Grund, mir diesen Film anzusehen, da ich ansonsten kein großer Fan von Agentenfilmen bin.* Dennoch bereue ich keinen Cent, den ich für die Kinokarten ausgab. Musik, Darsteller, Storys – alles stimmig für einen guten Kinofilm.

Die Story

Bereits am Anfang geht es heiß her. Verfolgungen mit teuren Autos und klapprigen Mopeds. Eine attraktive, junge Dame, die dem Filmhelden an der Seite steht, Aufträge von M., die eine harte Probe der Loyalität eines Agenten des MI6 darstellen. Viel Knall, Puff, Peng.

Bond verschwindet von der Bildfläche, in London trauert man um ihn. Das Hauptquartier des MI6 wird angegriffen. M wird unter Druck gesetzt, indem gedroht wird, die Identitäten einiger ihrer Agenten öffentlich zu machen. Selbstverständlich kehrt DER Agent des Vertrauens zurück und stellt sich, trotz seiner eigentlichen Dienstuntauglichkeit, dem Gegner….

Die Darsteller 

Daniel Craig („Die Verblendung“, „Layer Cake“) ist auch in diesem Film noch immer Agent 007 aka James Bond. Meiner Meinung nach ist er in diesem Teil in seiner Rolle als Agent angekommen. Ansonsten ist die Rolle des Agenten typisch: ein Mann im besten Alter, top fit, vernascht die Frauen wie selbige Pralinen, fährt tolle Autos, erledigt seine Aufträge.

Auch Judy Dench („Chocolat“) spielt wieder die scheinbar skrupellose Leiterin des MI6, die auf den Namen M hört. Ihre mürrische, unnahbare Art kann man als Zuschauer aber auch in Frage stellen, wenn man die kleinen Regungen bei ihr genau beobachtet. M ist nicht nur eine machtvolle Dame, sondern auch ein Mensch – vor allem in diesem Teil der James Bond Reihe.

Javier Bardem („Das Meer in mir“, „No Country For Old Men“) spielt den Bösewicht. In der Rolle des Raoul Silva startet er seinen Rachefeldzug gegen M, da er einer ihrer ehemaligen Lieblingsagenten war und noch eine Rechnung mit ihr begleichen möchte. Bardems Schauspiel brilliert erneut. Die Darstellung der Nähe von Genie und Wahnsinn erinnerte mich an Heath Ledgers legendäre Rolle als der Joker in Batman. Super Besetzung für den Filmbösewicht.

Ralph Fiennes („Roter Drache“, „Harry Potter“, „Der Voleser“) ist der Vorgesetzte von M und ist ein Koordinator beim Geheimdienst. Sein Auftritt in diesem Film ist sicher als eine Einführung seiner Rolle in kommenden Teilen zu betrachten.

Die bereits erwähnte, attraktive Dame ist Naomie Harris („Fluch der Karibik“) in der Rolle der Eve Moneypenny. Sie erhält am Anfang des Films einen Schussbefehl, bei dem sie statt den Gegner ihren Kollegen, Agent 007, trifft. Dieser Vorfall hält sie jedoch nicht davon ab, ihrem wieder auferstandenem Kollegen frech Kontra zu geben.

Die  Rolle des Q, welcher der Waffenentwickler und Quartiermeister des MI6 ist, wurde mit Ben Whishaw („Das Parfum“) neu besetzt. Auch hier kann ich mir vorstellen, dass die Zusammenarbeit für weitere Teile fortgesetzt werden kann.

Fazit

Als Nicht-Kennerin aller James-Bond-Filme und vor allem als weibliches Wesen, das dann noch seltener von Knall-Puff-Peng-Filmen des Action-Genres begeistert ist, bin ich von „Skyfall“ doch positiv überrascht. Die Handlung des Filmes war in sich abgeschlossen, die Story nicht übertrieben unrealistisch, die Schauspielbesetzung war gelungen. Ein Film, den man wirklich gesehen haben kann

Natürlich gehört zu einem James Bond Film auch ein entsprechender Titelsong. „Skyfall“ von Adele ist meiner Meinung nach mal wieder ein Klassiker der Filmmuikindustrie:

—>  Offizielle Homepage (Seite für weitere Informationen, Videos etc.)

 

*Austin Powers ist eine Ausnahme.

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