Vielleicht lieber morgen

Anlässlich der 12. Filmkunstmesse Leipzig wurde in den Passage Kinos der Film „Vielleicht lieber morgen“  gezeigt. Dieser Film bestach mich weniger durch die Inhaltszusammenfassung als durch die mitwirkende Schauspielerin Emma Watson. Ich sollte mich aber irren, denn die Handlung – eine Mischung aus Tragik, Romanze und Komödie – war ebenso hinreißend.

Charlie hat mit seinen gerade mal 15 Jahren schon einen tragischen Verlust erlitten. Sein bester Freund beging Selbstmord. Seitdem hat Charlie psychische Probleme. Das dadurch an den Tag gebrachte Verhalten von ihm verleitet seine Mitschüler zu Hänseleien und Ausgrenzung – daran kann auch die Watte-Welt der Lehrer und seiner Eltern nichts ändern.

Doch für Charlie beginnt ein neuer Lebensabschnitt: die Highschool. Dort findet er in Sam und Patrick neue Freunde, die ihn dazu bringen, wieder Spaß am Leben zu haben und ihn zu genießen. Es entwickelt sich sogar eine Romanze zwischen dem schüchternen Charlie und der älteren Sam. Leider wird Charlie aber auch an sein verdrängtes Kindheitstrauma erinnert.

Dieser Hollywood-Film besticht neben den wirklich guten Schauspielern mit einer fesselnden Geschichte und einem phantastischen Soundtrack und ist durchaus sehenswert.

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Die Wand

Anlässlich der 12. Filmkunstmesse Leipzig wurde in den Passage Kinos der Film „Die Wand“ mit Martina Gedeck als Eröffnungsfilm gezeigt. Eigentlich hatte ich nicht vor, diesen Film zu sehen, aber eine spontane Eingebung brachte mich doch dazu, den Abend im Kinosessel zu verbringen. Die Vorstellung war komplett ausverkauft und ich konnte nur mit Mühe an der Abendkasse noch ein Ticket ergattern.

Ohne das zugrundeliegende Buch zu kennen oder auch nur eine Vorahnung zu haben, worum es in diesem Film ging, ließ ich mich also auf das Leinwandabenteuer ein.

Die Handlung dreht sich um eine nicht näher benannte Frau, die hinter einer unsichtbaren Wand gefangen ist. Ist das alles? Nein, denn sie ist nicht nur hinter der Wand, sonder auch jeglicher Zivilisation beraubt. Allein in einem bewaldeten Tal ohne Strom und andere Annehmlichkeiten fristet sie ihr Dasein. Wie sie in diese Situation gerät und was sie erlebt, schreibt sie fein säuberlich nieder und dokumentiert damit, vornehmlich für sich selbst, alles. Der Zuschauer bekommt kommentierte Rückblenden und aktuelle Erlebnisse gezeigt und schreitet so mit der Protagonistin durch die Tage, Monate und Jahre. In dieser Zeit lernt Sie sich selbst zu versorgen – sammelt Früchte und Beeren, jagt Wild, schlägt sich Feuerholz und betreibt Viehzucht und schreibt an ihrem Bericht. Schlussendlich geht ihr das Papier aus und damit bleibt ihr Schicksal für uns offen.

Aus dem guten Schauspiel von Frau Gedeck entwickelt sich bei mir eine negative Sicht auf die dargestellte Isolation. Man könnte aber auch vermuten, dass die Wand unsere Protagonistin vor der Außenwelt beschützt. Hier zeigt sich, dass dieser Film viel offen lässt und Raum für Spekulation und Interpretation gibt. In langen Szenen, mit durchaus schönen Bildern, hat man genug Zeit darüber nachzudenken oder der Frau ein inneres »Mach‘ doch mal was!« zuzurufen. Vermutlich habe ich als Stadtmensch einfach zu viele Hummeln im Hintern oder mir und anderen würde so eine Wand zur Besinnung auch gut tun.

Zumindest die Diskussion am Ende des Films mit dem Regisseur, Julian Pölsler, bestätigte, dass die Zuschauer das Werk unterschiedlich interpretierten. Sei es nun Isolation, Schutz, Besinnung auf die Natur oder die Befreiung vom Männlichen, es gab von allem etwas und alle Begründungen ergaben Sinn. Da der Film eine Buchadaption ist, wurden auch die vorhandenen Unterschiede angesprochen. Da mir, wie eingangs erwähnt, dieses Wissen aber fehlt erlaube ich mir nur ein Urteil zum Film.

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Musik mit Steinen drin – Kaizers Orchestra

Was machst du, wenn du von deinem damaligen Mitbewohner spontanst angeschrieben wirst, dass eine dir bekannte auslandastanische Band in der Stadt ist, deren Texte du nicht verstehst und die laute Musik macht?

Du sagst natürlich zu!

So geschehen am 12. März im Jahre 2012. Kaizers Orchestra, eine norwegische Rockband, spielten in Leipzig auf. Nicht irgendwo auf einer schnöden Bühne. Nein, im Central Theater. Dort, wo sonst großes, epochales, ja, man möchte fast sagen monumentales Theater mit Liebe, Schmerz und ganz wenig Hoffnung gemacht wird, gab es gestern Stromgitarre, Schlagzeug, Bass, (Schiffer-)Klavier und Gesang. Kurzum: Musik mit Steinen drin.

Die Karten für dieses Spektakel wurden kurzfristig durch Lars besorgt und wir machten uns spontan für den Abend bereit.

Am Abend trafen wir im Foyer des Theater-Hauses einen Freund meinerseits, der seinen persönlichen Schwarzmarkt gegründet hatte und versuchte seine überschüssigen Karten an die Frau, den Mann oder andere Wesen zu bringen. Scheinbar hatten sich die doch recht zahlreichen Besucher aber schon vorher, wie wir, mit Karten versorgt. Da half auch die Ermäßigung nichts. Nach einem kurzen Plausch ging es weiter. Eine kleine Freude bereitete uns die kostenlose Garderobe und die Möglichkeit, das uns bevorstehende Erlebnis in Bildern festhalten zu dürfen – trotz der Verbotsschilder.

Nach dem im Theater üblichen “rein-klingeln”, auch Gong genannt, begann eine Vorstellung, die nicht nur Epileptiker zum zappeln gebracht hätte. Uns, die Wooooh-Girls und -Boys neben uns und den Rest des Saals, riss es von den gepolsterten Sitzmöbeln. Es ging quasi ein Ompa durch die Sitzreihen.

Natürlich gab es unter den Zuschauern auch diejenigen, die qualitativ hochwertige Mitschnitte mit ihrem Mobiltelefon gemacht haben. Diese könnt ihr mit Sicherheit auf YouTube wiederfinden, aber weiterführende Informationen gibt es eher direkt bei Kaizers Orchestra. Für diejenigen unter euch, die sich gerne Bilder anschauen, gibt es hier noch ein paar visuelle Reize von diesem wundervollen Abend.

 

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