Die Schlösser der Liebe

In Köln ist es an der Hohenzollernbrücke kaum zu übersehen. Überall kleine und auch größere Schlösser, die als Symbol für (hoffentlich) ewige Liebe von Liebenden an einer freien Stelle angebracht wurden.

Dieser Brauchtum der Liebesschlösser, der angeblich aus Italien stammt, findet auch in Deutschland freudige Anhänger. Nicht jede Stadt scheint dies zu freuen. Ja, es gibt Städte wie Leipzig, die gegen solche Bekundungen der innigen Liebe mit schwerem Gerät, in diesem Fall einem Bolzenschneider, vorgehen (müssen). Wer als Leipziger jetzt denkt: Oha, verdammt, auch ich habe mein Schloss einer Brücke geschenkt, der sollte hier nachlesen, ob es ihn betrifft.

Mainz hingegen scheint dies – derzeit – noch mehr oder weniger zu tolerieren. Jedenfalls sollte man beim Joggen auf der Theodor-Heuss-Brücke keine Schlösser zählen, denn sonst droht die Gefahr des Einschlafens.

Und wie bei vielen anderen Bräuchen in diesen Kulturkreisen finde ich auch diesen eher unnötig. Verliebt sind viele nämlich genauso schnell wie entliebt, aber wenn man den Schlüssel wegwarf, wer soll denn den alten Zeugen der himmelhochjauchzenden Liebe entfernen?! Ich meine, ist sicher total toll, wenn man dann mit dem oder der nächsten Liebe des Lebens am gleichen Ort wieder ein graviertes Schloss am Metallgitter anbringt.

Wahrscheinlich find ich die Schlösser auch deswegen blöd, weil ich, pragmatisch wie ich bin, aktuell eher ein gutes Fahrradschloss bräuchte…

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Bunt gegen Herbstdepressionen

Bereits bei meinem ersten Aufenthalt in Mainz fiel mir die  Grüne Brücke auf. Sie führt über die Rheinallee, ist fast vollständig begrünt und bietet für einige Vertreter der Flora und Fauna (und nachts auch einigen düsteren Gestalten) Platz für das eigene Dasein. An den Mauern, die zur Straße hin zeigen, lassen sich jedoch ansehnliche Graffitis finden. Ich erweitere meine Laufstrecke gerne um ein paar Meter, wenn ich dann mit einer neuen Entdeckung auf der grünen Brücke belohnt werde, weil dort nicht nur großflächige Bilder zu bestaunen sind, sondern auch kleine Kunstwerke, die man auch mal übersehen kann.

 

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Willkommen in Mainz

(gefunden: Ortseingangsschild auf der Theodor-Heuss-Brücke)

Mainz ist nett. Mainz ist nicht zu klein, nicht zu groß. Eben eine gute Landeshauptstadt. Aber ich glaube, die Bewohner der Stadt – die Meenzer – haben ein markantes Hobby: überall kleben Sticker. ÜBERALL. Muss wohl eine Art Stickeralbum 2.0 sein…

(Entschuldigt bitte die Bildqualität, aber ich jogge nur äußerst ungern mit professionellem Fotoequipment.)

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