Fotoalbum vs. Fotobuch

In manchen Dingen bin ich altmodisch. So liebe ich Fotoalben. Ich meine damit die richtigen Alben, in denen die einzelnen Fotos eingeklebt werden und vielleicht sogar noch zwei, drei Zeilen dazu stehen. Angefangen hat das mit Anfang 20, als ich einen riesigen Schwung an Kinderfotos von mir bekam und ich die nicht so lose in einer Fotobox verstecken wollte.

Manche fragen nun vielleicht empört: Wuuuuaaaas, deine Mama hat kein richtiges Kinderfotoalbum für dich geklebt? Nein, hat sie nicht. Natürlich wurde eines angefangen, aber irgendwie stockte es irgendwann. (Es ist sicher einfach der Tatsache geschuldet, dass das Freizeitfenster mit Nachwuchs kleiner wird oder die Prioritäten meiner Mama lagen einfach woanders.)

Ich habe nun meine eigenen Alben, in denen mein Leben klebt. Chronologisch fortlaufend. Separate Alben gibt es nur bei genügend Material, wie beispielsweise nach Urlauben – oder wie jetzt nach der Hochzeit.

Und genau hier probierte ich nun etwas für mich neues aus: Fotobücher.

Anbieter gibt es hier wie Sand am Meer gefühlt – inklusive Unterschiede in der Qualität. CEWE Fotodruck wollte ich nicht, die gefielen mir nicht, nachdem ich bei DM die Beispiele ansah. Auch Kodak überzeugte mich nicht.

Mein erstes digital erstelltes Album zauberte ich dann aber für meine Trauzeugin bei Albelli. Meine Schwägerin druckt hier die Kalender mit den Fotos der Nichte und die Kalender sind von der Bildqualität her gut. Da ich ein kleines, süßes Erinnerungsalbum für sie haben wollte, war das Fotobuch Querformat in S (13×10 cm) hier ideal. Software runtergeladen, Fotos zusammengesucht, Album erstellt, Einband ausgewählt und zack, ab ging die Bestellung. Freitags bestellt, Donnerstag drauf geliefert. Damit kann man leben. Preis-Leistung ist auch ok, auch wenn ich zugeben muss, dass trotz guter Bildqualität der Dateien der Druck im Fotobuch nicht an den des Kalenders herankommt. Das ist etwas schade, aber ich denke, die Geste zählt mehr. Es soll auch nur eine kleine Erinnerung sein und kein Portfolio, weil man selbst im Fotobusiness arbeitet.

Kurz zur Software für die Erstellung: Die kann man sich ganz leicht downloaden und so lange wie man eben braucht an seinem Album basteln. Es gibt fertige Layouts, aber auch kreative Köpfe oder Fans einfacher Strukturen kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Bedienung der Software ist einfach, der Bestellvorgang ebenso. Natürlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sein Album zu erstellen. Von reinem Bilderbuch bis hin zum Reisetagebuch ist hier sicher alles möglich, man muss nur das Format bzw. die Fotobuchgröße entsprechend wählen und Zeit mitbringen.

Für ein Geburtstagsgeschenk wollte ich zudem von einem bestimmten Foto einen „Profiabzug“. Die Qualität von DM Digifotografie, also CEWE Druck, ist ok, aber hier wollte ich mehr. Also googelte ich fröhlich drauf los und landete bei Saal Digital. Aus den unterschiedlichen Abzug-Typen wählte ich die die FUJIFILM Silk Variante und bin begeistert. Ich habe den Abzug am späten Freitagabend online bestellt, hatte ihn montags in der Post und war von der Qualität begeistert. Die Bildoberfläche hat eine leichte Struktur, die man beispielsweise auch von Fotos aus Fotostudios kennen kann. Die Farben sehen super aus, das Bild selbst so scharf wie das Original. Als Haus- und Hof-Abzuglieferant für meine Standardalben wird Saal-Digital sicher nicht etabliert, da die Abzüge dann doch recht kostenintensiv werden, aber für besondere Aufnahmen, die gerahmt werden sollen, wird es meine erste Adresse. Klare Empfehlung!

Fotobuch collage

Beim Stöbern auf der Seite wurde ich auch auf deren Fotobuch aufmerksam. Hier wird, im Gegensatz zum Digitaldruck bei den meisten Anbietern, das Fotopapier belichtet. Ich wurde neugierig und lud mir auch hier die Software runter. So bastelte ich als Ergänzung zum Foto für das zukünftige Geburtstagskind gleich noch ein Fotoalbum, weil sie mitteilte, dass sie sich gerne ein eigenes Album zu dem Tag erstellen würde. Die Bedienung der Software war ebenfalls einfach und ich hatte recht schnell das Album erstellt. Hier bestellte ich samstags, hatte das Fotobuch sogar schon Mittwoch in den Händen und ich war nach dem Auspacken einfach nur begeistert. In diesem Fall wählte ich die Glanzvariante der Seiten. Die Bilder sind gestochen scharf, das Papier ist in der Haptik angenehm zum Blättern, Panoramabilder sind durch die Flachbindung durchgängig über beide Seiten zu betrachten, es gibt in der Mitte somit bei der Variante keine störenden Ränder. Mein einziger Minuspunkt bei diesen Fotobüchern ist der Einband. Wenn es hier noch feste Leineneinbände gäbe, wäre ich absolut begeistert und würde wahrscheinlich nur noch Fotobücher erstellen, statt selbst zu kleben.

Nachdem ich nun so begeistert war, habe ich auch unser Hochzeitsalbum über Saal-Digital erstellt. Im Gegensatz zum Geburtstagsgeschenk habe ich hier matte Seiten gewählt. Die Bildqualität ist auch hier super und ich bin mehr als zufrieden. Es wird somit nicht das letzte Fotobuch gewesen sein. Ein Glück stehen bald die Flitterwochen an…

Email this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on Tumblr

Fingerabdruckbaum zur Hochzeit

Wer in den letzten Jahren Familienfeiern in Form von runden Geburtstagen oder Hochzeiten erlebt hat, bemerkt den Trend der Fingerabdruckbäume. Es ist auch  immer eine ganz schöne Idee, dass die Gäste etwas Bleibendes mit ein bisschen Stempelfarbe und einem ihrer Finger schaffen. Die Motivwahl ist mittlerweile auch riesengroß und reicht vom Baum bis hin zu Luftballons an Schnüren.

Auch wir möchten neben einem Gästebuch etwas von unseren Gästen später in unseren eigenen vier Wänden haben, das uns ohne Blättern an den hoffentlich fantastischen Tag immer erinnern wird.

Beim Stöbern in meinen Zeitschriften stieß ich auf eine schlichte Holzvariante und war direkt verliebt. Der Bräutigam hat sich mühevoll mit Holz und Säge einen Baum und Astscheiben zugesägt. Das wurde dann in einen schlichten Rahmen geklebt und fertig war ein Fingerabdruckbaum, der in meinen Augen wirklich etwas hermacht.

Leider gibt es bei uns in der Familie und im Freundeskreis keine Profis an kleinen Laubsägen und so ganz schlicht in hellem Holz und weiß wollte ich es auch nicht. Klar, wer mich kennt, weiß, dass ich nicht das bunteste Leben führe, aber so ein bisschen ist schon ok – auch in der Wohnung.

Letztendlich haben wir das Konzept des Bräutigams aus der Zeitschrift etwas abgewandelt – die Grundidee ist aber noch immer gleich. Der Baum besteht bei uns aus Fimomasse, die mit brauner Acrylfarbe bemalt ist. Die Astscheiben bzw. eher Zweigscheiben hat meine Mama über ihren Bastelversand des Vertrauens bestellt. Der Bilderrahmen ist von Ikea und die Buchstaben mit unserem Namen und dem Datum von meinem Basteldealer.

Die Gäste sollen dann nur noch mit dem Grün ihrer Wahl einen Abdruck hinterlassen und ihren Namen ergänzen. Dadurch erhält unser Baum dann seine hoffentlich volle Baumkrone.

Wer nachbasteln will, hier die Anleitung:

Materialbedarf:

Für den Baum

  • 600-700g Fimo-Masse (oder andere Modelliermasse, die an der Luft aushärtet)
  • braune Acrylfarbe
  • Astscheiben (je nach Anzahl der Gäste, in unserem Fall 60)
  • Pinsel
  • grüne Stempelkissen

Rahmen, Hintergrund und sonst so

  • Ikea Ribba Bilderrahmen 13×18 cm in weiß
  • Ikea Ribba Bilderrahmen 50×70 cm in weiß
  • 1x Bogen Seidenpapier crème
  • Sprühkleber
  • Buchstaben und Zahlen für Namen und Daten
  • Acrylfarbe créme/naturweiß
  • Alleskleber

Anleitung:

  1. Auf einem großen Blatt anhand des Passepartouts aus dem Bilderrahmen die Maße nehmen und eine Vorlage erstellen. Darin dann den Baum skizzieren.
  2. Mit der Fimo-Masse in die Vorlage den Baum formen/kneten. Den dann gut trocknen lassen. Wer mag, kann sich hier noch kleine Vögelchen (stellvertretend für das Paar) formen. Ebenfalls trocknen lassen.
  3. Fingerabdruckbaum bemaltMit der Farbe den Baum bemalen. Wer es glänzend mag, kann hier noch mit einem Lack arbeiten. Durch das Kneten und Formen der Fimo-Masse entstand bei mir automatisch eine unregelmäßige Oberfläche, die durch das Bemalen fast wie echte Baumrinde aussieht.
  4. Den Bilderrahmen in Einzelteile zerlegen. Den Bogen Seidenpapier entweder mit Tapetenkleister oder Spühkleber auf den stärkeren Bilderrahmenrücken kleben. Wichtig ist, dass das Seidenpapier komplett angeklebt ist, weil es sonst reißen wird, wenn der recht schwere Baum im nächsten Schritt angeklebt wird. Anschließend den Passepartoutkarton auf dem Seidenpapier-Rahmenrücken kleben und wieder im Rahmen einspannen.
  5. Den Baum mittig ins Passepartout setzen. Position nach Belieben. Da die Fimo-Masse sehr schwer werden kann, sollte hier mit starkem Kleber gearbeitet werden. Mein Papa arbeitete hier mit einem Kleber vom Bau, der auf einer Zwei-Komponentenbasis beruht.
  6. Fingerabdruckbaum fast fertigMit normalem Alleskleber aus der Tube klebte ich nun die abgezählten und vorher aufgelegten Astscheiben fest. Hierbei ließ ich eine Lücke für unsere Vögelchen. Bei der Verteilung der Astscheiben achtete ich zudem auf die unterschiedlichen Größen der Scheiben. Kleinere kamen nach außen, größere nach innen.
  7. Zuletzt klebe ich die Zahlen und Buchstaben auf. Auch hier arbeitete ich so, dass ich zunächst die Position bestimmte und nicht frei Schnauze drauf los klebte.
  8. Den Rest, das Hinterlassen der Fingerabdrücke, müssen dann die Gäste erledigen.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon sehr darauf, unser Gästebild dann in der wahrscheinlich auch neuen Wohnung hinzustellen und mich dann jedes Mal zu freuen, dass genau diese Leute, die unseren Tag zu einem sicher wundervollen Fest gemacht haben, auch Teil unseres Zuhauses sind.

Email this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on Tumblr