Kinokritik: Alles steht Kopf

Wer kennt es nicht: Manchmal wünscht man sich, hinter die Stirn eines anderen schauen zu können, um zu wissen, was jemand wirklich denkt. Oder einfach mal selbst ergründen können, warum man gerade genau den einen Gedanken so zu Ende dachte und nicht anders.

Disney und Pixar haben mit „Alles steht Kopf“ (original: Inside Out) mal wieder einen wunderbaren Animatinonsfilm geschaffen. Die Figuren sind wie schon bei „Oben“ liebenswürdig und irgendwie ist es neben einer schönen Geschichte wieder tiefgründig genug, um auch als Erwachsener mit den Tränen zu kämpfen und einmal über die Story intensiver nachzudenken, anstatt es als einfachen Kinderfilm abzutun.

Wir befinden uns in Rileys Kopf, genauer gesagt im Kontrollzentrum der nun Elfjährigen. Hier arbeiten die Emotionen Freude, Kummer, Neid, Zorn und Angst. Als wäre es im Kopf eines Mädchens in dem Alter nicht schon spannend genug, zieht Rileys Familie vom idyllischen Land in die große, hektische Stadt. Erschwerend für Rileys Gemüt wird es dann auch noch durch die Abwesenheit von Freude und Kummer im Kontrollzentrum. Diese sind nämlich durch ein Missgeschick plötzlich tief im Gedächtnis von Riley und müssen dringend mit sehr wichtigen Kernerinnerungen zurück in die Zentrale, was natürlich nicht so einfach ist.

Während Angst, Wut und Neid ihr Bestes geben, damit Riley sie selbst bleibt, kämpfen sich Kummer und Freude mit den Kernerinnerungen mühselig durch Rileys Kopf. Langzeitgedächtnis, Abstraktes Denken, Traumfabrik – all diese Ort müssen sie passieren und die Zeit rast. Riley fehlen die Kernerinnerungen, wodurch sie sich in ihrem Wesen verändert und wichtige Verbindungen können so nach und nach dauerhaft verloren gehen…

Hauptaugenmerk beim Film liegt aus Kindersicht bestimmt auf den lustigen Figuren, die die Emotionen darstellen und in ein herrlich buntes Abenteuer purzeln. Das ist auch durchaus gelungen, auch wenn ich nicht verstehe, warum ausgerechnet Kummer so pummelig sein muss. (Ich persönlich schloss sie direkt ins Herd, aber vorurteilsfreier bezüglich Kummerspeck hätte es sicher gehen können.)

Trotzdem wird es größeren Kindern auffallen, dass es mit den Emotionen dann eben nicht so einfach ist. Manchmal kann man einfach nicht erklären, warum man todunglücklich oder unheimlich glücklich ist. Warum man sich fürchtet oder warum der Neid in einem kratzt, obwohl es auch dafür keinen plausiblen Grund gibt. Ich als mittlerweile Erwachsene verstehe mich und mein Verhalten hin und wieder überhaupt nicht. Natürlich ist „Alles steht Kopf“ keine wissenschaftlich fundierte Erklärung, aber die Art und Weise, wie die kleinen Stimmen in uns und all die Bereiche des Gedächtnisses dargestellt sind, wirken lustigerweise plausibel. Natürlich weiß ich, dass es in meinem Gehirn nicht ganz so fluffig und bunt zugeht, aber hey, irgendwie wäre es schon nett. Auch die Idee der Darstellung und Bedeutung sogenannter Kernerinnerungen ist durchaus nachvollziehbar. Jeder, der Demenz in der Familie/im Bekanntenkreis in den unterschiedlichen Stadien beobachten musste, weiß, wie belastend der Verlust vom Gedächtnis und Wissen für Betroffene und Angehörige sein kann.

Ich vergebe für diesen Film eine absolute Filmempfehlung. Ich habe gelacht, ich habe mitgefiebert und ich habe auch arg mit den Tränen gekämpft und verloren. Disney und Pixar haben hier wieder einen tollen Familienfilm geschaffen.

Alle Infos und der Trailer sind hier zu finden.

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Da Vinci’s Demons

Maler und Bildhauer, Mechaniker und Ingenieur, Architekt und Anatom – Leonardo da Vinci gilt als Genie der Renaissance und zahlreiche Mythen ranken sich um sein Leben.

Wen wundert es da, dass seine Person als Rollenvorlage für eine Historienserie mit fantastischen Elementen genutzt wird? Richtig, niemanden. 2013 fand die Erstausstrahlung von Da Vinci’s Demons statt und die Kritiken waren durchweg positiv. Staffel 2 startete 2014 und angeblich gab der Sender Starz die Produktion einer dritten Staffel bekannt.

Doch worum geht es in Da Vinci’s Demons?

Der Titel ist doch recht plakativ und verursachte zumindest bei mir ein Wirrwarr an Erwartungen an diese Serie, bevor ich sie endlich sah. Soll Da Vinci hier als Irrer dargestellt werden, der von Dämonen heimgesucht wird? Beruht seine Genialität auf Erscheinungen, die ihn heimsuchten? Wird es eine Gut-gegen-Böse-Serie mit Dämonen à la Buffy und Charmed?

Zum Glück nicht.

Wir treffen den jungen Leonardo (Tom Riley) im Florenz des 15. Jahrhunderts. Wie sich schnell herausstellt, ist er der Bastardsohn des Notars der Medici. An seine Mutter hat er keine Erinnerung, obwohl er sich sonst an alles erinnern kann. Leonardo ist ein Freigeist. Er will entdecken, er will forschen, er will genießen, er will LEBEN – und mit all seinen Entdeckungen und Ideen der Zeit weit voraus.

Der junge Da Vinci ist dreist, aber gleichzeitig brilliant und so erhält er ebenfalls Arbeit im Dienste der Medicis. Er soll die Mätresse (Laura Haddock) von Lorenzo Medici (Elliot Cowan) malen. Natürlich bleibt es nicht nur bei der Malerei. Auch seine Ideen für Kriegsgeräte stoßen bei Lorenzo Medici durchaus auf Interesse.

Während Leonardo so ein Projekt nach dem anderen beginnt und nur wenige vollständig beendet, stößt er auf das Buch der Blätter. Dieses mysteriöse Schriftstück scheint ihn näher an die Wahrheit rund um seine Mutter zu bringen und so begibt er sich auf die Suche…

Es ist klar, dass nicht jede Begebenheit in den einzelnen Folgen historisch vollkommen korrekt ist. Ich meine, in einer Folge ist Da Vinci in der Walachhei und kämpft gegen Vlad den Pfähler, den viele von uns nur als Drakula kennen. Die Serie ist jedoch mit Blick für das Detail produziert worden. Die Ideen und die Vorstellungen, die sich in Leonardos Kopf abspielen, sind wunderbar visualisiert worden. Wenn Da Vinci beispielsweise den Bewegungsablauf eines Vogels beim Fliegen studiert, wird der Zuschauer aktiv eingebunden. Er sieht selbst den Flügelschlag in Zeitlupe, erhält die Bewegungsmuster als Skizze eingeblendet. Es ist genau dieser Blick für Kleinigkeiten, die Serien einen eigenen Charakter und jede Menge Charme verleihen.

Serienerfinder und Regisseur ist übrigens der Drehbuchautor David S. Goyer, der auch bei der Batman-Triologie von Christopher Nolan mitarbeitete.

Wohin Staffel zwei und zukünftig irgendwann Staffel drei den Zuschauer entführen, bleibt abzuwarten. Ich jedenfalls mag die Story rund um das Genie Leonardo Da Vinci. Von mir gibt es eine klare Empfehlung, die Serie zu sehen.

Wer jedoch mehr auf Fakten steht, sollte die Finger davon lassen.

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Life on Mars – Gefangen in den 70ern

Manchester, England. Gegenwart. Der Polizist Sam Tyler wird im Dienst von einem Auto angefahren. Er verliert das Bewusstsein und als er wieder aufwacht, ist er plötzlich im Jahr 1973. Auch hier arbeitet er erneut als Polizist, jedoch besteht das Team um ihn aus Chaoten und einem stetig nörgelnden Detective Chief Inspector Gene Hunt, der das Abbild eines grantigen Polizisten ist. Polizeiarbeit, wie Sam sie kennt, gab es 1973 nicht. Hier zählen Instinkte. Oder so. Seine Methoden werden müde belächelt.

Tyler lässt sich jedoch nicht unterkriegen und löst trotz trägem Team und fehlender Technik zahlreiche Fälle. Dies beäugen seine Kollegen ziemlich argwöhnisch, doch so nach und nach erarbeitet Sam sich den Respekt, den er verdient.

Es ist nicht eindeutig, ob Tyler sich wirklich im Jahr 1973 befindet oder einfach nur durch seinen schlimmen Unfall im Koma liegt und ziemlich authentische Illusionen hat. Bereits in der ersten Staffel treffen Sam immer wieder Erinnerungsblitze. Was es damit auf sich hat, wird erst in der zweiten Staffel geklärt. Hier erwartet Sam auch ein mysteriöser Anrufer, der ihn regelmäßig kontaktiert. Während Tylers Team 1973 in einer Undercover-Aktion sitzt, erwacht Tyler aus dem Koma.

Life on Mars ist gewiss keine bekannte Serie, aber sie erhielt 2006 den International Emmy Award in der Kategorie Beste Drama-Serie. Das Grundgerüst der Serie ist sicher auch etwas verrückt. Trotzdem sind die einzelnen Episoden bestimmt etwas für Krimifans.

Die Amerikaner übernamen das Serienkonzept für Life on Mars. Hier sah ich die ersten zwei Folgen und kann nur eins sagen: was für ein Schrott. Ich verstehe  beim besten Willen nicht, wie man eine englischsprachige Serie für den amerikanischen Markt neudrehen kann. Wahrscheinlich um das eigene Volk geografisch noch mehr zu verdummen, denn hey, wer kennt schon Manchester in England. Wer also über Life on Mars stolpert, sollte sich die originale Produktion des britischen Rundfunkanstalt BBC ansehen.

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Jack

Ich war im Kino. Vielleicht sollte ich den Film ersteinmal vollständig sacken lassen und ein paar Nächte drüber schlafen. Aber vielleicht ist es so jetzt auch das Beste, dass ich meine Eindrücke zum Film direkt runtertippe. Man weiß es nicht. Ich erstrecht nicht.

Jack – ein 10-Jähriger, der mehr Verantwortung übernimmt als seine Mutter, die, das muss ich zugeben, auch ihre liebevollen Momente im Umgang mit ihren Jungs hat. Aber Jack ist ein Junge, der sich im Rahmen seiner eigenen Kindheit um den kleinen Bruder kümmert, weil die Mutter oft nicht da ist. Da passieren Unfälle. Wer die Schuld trägt und dafür den Preis zahlt, ist klar: Jack. Er muss ins Heim oder wie es schöner klingt: ins betreute Wohnen.

Dort ist auch nicht alles perfekt, wie auch, denn perfekt gibt es nun einmal nicht. Aber er gibt sich Mühe, wie er es immer tut, denn die Belohnung ist zum Greifen nah: Sommerferien bei Mama und dem kleinen Bruder. Die Enttäuschung folgt direkt, weil Mama Besseres zu tun hat. Nach einem Vorfall reißt Jack aus. Er will nach Hause. Dort angekommen ist niemand. Sein kleiner Bruder seit Tagen bei einer Freundin der Mutter, dessen aktueller Hormonausgleicher den kleinen Bruder mit seinen drei Sachen wie Müll auf den Hausflur schmeißt. Jack und sein Bruder suchen nun gemeinsam die Mama. Sie irren gut drei Tage durch eine Großstadt und kein Mensch fragt, warum hier zwei Kids abends im Dunklen allein unterwegs sind. Irgendwann finden Sie die Mama. Sie ist wieder zu Hause. Doch für Jack ist es nicht, wie es war…

Ich kann mein Leben bzw. meine Situation nicht mit einem Film vergleichen. Das ist sinnlos. Ich kann mir die Welt schön reden und sagen: Ach, es ist nur ein Film, der mich etwas aufrührte, mich, in meiner kleinen Welt, in der eigentlich in allen „wichtigen“ Lebensbereichen alles schön ist. Aber mein Kopf sagt, dass es zahlreiche Fälle von dieser Art von Kindesvernachlässigung gibt. Es gibt diesen zehnjährigen Jack, der seinem kleinen Bruder versucht, eine Art Familie zu bieten. Er zieht ihn an, macht ihm Frühstück, geht mit ihm Spielen – weil die Mutter Besseres zu tun hat. Jack darf dadurch kein Kind sein. Es gibt zahlreiche Kinder, die durch die Vernachlässigung der Eltern und der Verantwortung für kleinere Geschwister keine Kinder sein dürfen und das kotzt mich an.

Im Film sieht man ihn ständig rennen. Als würde er um sein Leben rennen und nur unter Stress stehen. Der Junge ist zehn. 10! Anstatt mit seinem kleinen Bruder tagelang durch Berlin zu irren und zu versuchen, seine Mutter zu finden, sollte er mit Freunden spielen und den Sommer am See genießen und einfach nur Kind sein. Stattdessen ist er Beschützer und Familienwahrer, der das Einzige retten möchte, was er hat: Familie.

Ivo Pietzcker spielt Jack. Google Bildersuche zeigt zum Glück auch Fotos, auf denen er bis zu beiden Ohren lacht. Im Film ist es eher so, dass man von Minute zu Minute hilfloser wird, wenn man ihn mit seinem maskenhaften Gesicht sieht. Man will ihm helfen, ihn zum Lachen bringen, ihn drücken und ihm eine gottverdammte Eintrittskarte in ein schönes Leben schenken – wie auch immer das aussehen mag.

Fakt ist: Vernachlässigung gab es, gibt es und wird es immer geben. Nicht nur in den bereits genug stigmatisierten Familien, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Es gibt sie auch in wohlhabenden Familien. Es gibt sie überall. Die Frage ist, wie man das Problem lösen kann, ohne viel Schaden anzurichten. Die Arbeit von Familienhilfen und Sozialarbeitern muss dringend gefördert werden, aber auch Familienmitglieder und Freunde und Bekannte sollten nicht einfach blind die Augen verschließen. Sicherlich sollte primär vor der eigenen Tür gekehrt werden, aber umsichtiges Verhalten kostet nichts.

Auf dem Weg nach Hause „spielten“ wir ein „Was wäre wenn“-Gedankenexperiment. Wir kamen nur zu dem Ergebnis, dass wir unsicher sind. Hetzt man den Nachbarn das Jugendamt auf den Hals, weil das Kind 2 Tage mit dem gleichen, versifften T-Shirt zur Schule muss? Eins ist klar, ich möchte mich nie fragen müssen, was ich hätte tun können. Aber vielleicht ist es auch nur zu idealistisch gedacht, um mein Gewissen zu beruhigen.

Ich weiß auch nicht, ob ich Jack als Film empfehlen kann. Eigentlich ja, aber nur an Menschen, die auch gerne mal über einen Film und die Botschaft nachdenken wollen und nicht nur stumpf für knapp 90 Minuten bewegte Bilder sehen möchten. Ich weiß nur eins: traurige, hilflose Kinderaugen erreichen bei weitem nicht mehr jeden – und dieses Abstumpfen ist nicht gut.

 

 

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Vorurteile und Familienbande

Eins vorneweg: Ich habe schon sehr lange nicht mehr im Kino gesessen, so gelacht und war dann traurig, weil der Film zu Ende war. Aber genau so ging es mir diesen Donnerstag.

Gemeinsam mit zwei Kolleginnen ging es ins Kino zu Monsieur Claude und seine Töchter. Ausgestattet mit Popcorn und Nachos ließen wir uns in die Kinositze fallen und warteten ab.

Monsieur Claude und seine Frau Marie leben in einem beschaulichen Haus in der französischen Provinz und haben vier erwachsene Töchter, von denen 3 nacheinander heiraten. Statt der erhofften, stattlichen und erfolgreichen Franzosen, sind ihre Schwiegersöhne nun ein Muslim, ein Asiate und ein Jude. Selbstverständlich eskaliert da so manche Situation, wenn es zu Familientreffen kommt. Bereits ein Essen für alle ist ein wahres Minenfeld.

Um so größer ist natürlich die Freude, als die jüngste Tochter Loire ihren französischen und katholischen Verlobten Charles ankündigt. Doch dieser stammt von der Elfenbeinküste.

Kurz vor der Hochzeit trifft die afrikanische Familie des vierten Schwiegersohnes im Haus ein und Claude reißt endgültig der Geduldsfaden, als seine Frau freiwillig das eigene Schlafzimmer für die Gäste freiräumt. Um so überraschter ist er, als der Vater des zukünftigen Bräutigams ihm seine Meinung zur anstehenden Hochzeit der Kinder mitteilt: Er findet es ebenfalls furchtbar.

Während die Männer also ihre Sabotagemöglichkeiten durchgehen, merken sie nicht, wie sehr sie damit dem Familienfrieden schaden…

Diese franzöische Komödie hat für mich das Potential, der Film des Jahres zu werden. Es ist herrlich erfrischend zu sehen, wie es den Machern des Filmes gelungen ist, mit Vorurteilen zu arbeiten, ohne langweilige Stereotypen zu präsentieren. Es ist der ganz normale familiäre Wahnsinn, der mit der Prise Kulturverschiedenheiten gewürzt ist.

Klarer Filmtipp von mir – wirklichen sehenswert. Aber seht am besten selbst: Trailer.

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Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Bereits vor einigen Jahren stolperte ich über einen zuckersüßen Trailer. „Mary&Max – Oder schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“. Vor einigen Wochen kaufte ich ihn mir. Angeblich wurde hier eine Geschichte mit wahrem Hintergrund als Knetanimation verfilmt. Egal ob wahr oder nicht, dieser Film bietet Charme, Witz und lockert doch bei so manchem ein Tränchen aus Freude und Mitgefühl. Mir ging es jedenfalls so.

Aber worum geht es?

MaryMary Daisy Dinkle wohnt in Mount Waverly, Australien. Sie ist ein kleines Mädchen, das Kondensmilch liebt, wundervolle Fragen stellt, noch schönere Antworten auf andere Fragen findet und eigentlich viel zu putzig für ihre Familie ist. In der Schule wird sie natürlich gehänselt. Freunde hat sie keine – außer ihren Hahn Ethel und selbstgebastelte Figuren. Eines Tages, während ihre Mutter, die dem Sherry sehr zugetan ist, in der lokalen Postfiliale mal wieder „Dinge besorgt“, blättert Mary in einem Telefonbuch. Sie notiert sich schnell eine Adresse, weil ihre Mutter es plötzlich sehr eilig hat. Nachts schreibt sie unter ihrer Bettdecke den ersten Brief.

MaxIn New York,Amerika, lebt Max Horowitz. Er ist Jude und hat- wie sich später herausstellt – das Asberger Syndrom. Kontakt zu anderen Menschen ist ihm unangenehm, aber er besucht tapfer seine Weight Watcher Treffen. Unerwartete Dinge stressen ihn enorm. Und so verfällt er auch nach dem ersten Brief von der kleinen Mary in seine typische Schockstarre. Dennoch wird er ihr antworten.

Es entwickelt sich eine wunderbare Brieffreundschaft zwischen den beiden, bei der auch diverse schokoladige Lebensmittel versandt werden. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, aber ihr Dasein als Außenseiter mit zahlreichen Fragen an das Leben schweißt sie zusammen. Doch leider ist das – wie alles im Leben – nichts für die Ewigkeit…

Die Entstehung des Films dauerte fünf Jahre. In diesem Fall klarer Beweis für gut Ding will Weile haben. Aber der Film hat den Zauber der aufwendigen Animation von Knetfiguren inne, den meiner Meinung nach kein Filmstudio mit den mittlerweile oft ausgelutschten 3D-Animationen hätten erschaffen können. Die Sensibilität des Filmthemas wurde durch die Knetanimation wundervoll dargestellt. Dank des begrenzten Farbspektrum des Films wirkt er trotz seinem großen Niedlichkeitsfaktor nicht aufgesetzt kitschig.

Den letzten Feinschliff gab es mit der Besetzung der Stimmen.Im Original wird Max von dem kürzlich verstorbenen Philip Seymour Hoffmangesprochen. In der deutschen Version hört man Helmut Krauss, dessen Stimme man von Fred Feuerstein kennt. Mary wird im Original von Toni Colette gesprochen. Die deutsche Synchronisation der erwachsenen Mary übernahm Gundi Eberhard. Ihre Stimme kennt man aus Breaking Bad, wo sie Marie Schrader spricht.

Mein Fazit: Ein wunderbarer Film, der zum Nachdenken anregt. Freundschaften wollen gepflegt werden. Nicht jeder Mensch ist gleich und das gilt es zu respektieren. Und: Das Leben hat seine Höhen und seine Tiefen. Es gilt, jeweils das Beste daraus zu machen – auch wenn es kein erwartetes Happy End gibt…

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„Dort wo du Liebe findest, wirkt der Geist der Weihnacht“

Während die Mehrheit in der Weihnachtszeit gefühlt 500x mit Aschenbrödel mitfiebert, gehört mein Weihnachtsfilmherz einem ganz anderen Werk:

Der Muppets Weihnachtsgeschichte

Eigentlich bin ich in der Adventszeit eher grinch-artig. Aus persönlichen Gründen ist Weihnachten für mich ein schwieriges Thema. Ich würde auch gerne wie verzaubert von Adventssonntag zu Adventssonntag springen, aber davon bin ich noch Meilen entfernt. Es wird aber seit 2-3 Jahren besser. Was mir dabei seltsamerweise viel hilft, ist dieser Film rund um den verbitterten, geizigen Ebenezer Scrooge.

Für Scrooge (Sir Michael Caine) zählen finanzielle Einnahmen mehr als die Feiertage. So begibt er sich am 24. Dezember abends grantig in sein riesiges Haus, nachdem er seinen Angestellten, u.a. dem Buchhalter Bob Cratchit (Kermit der Frosch), für die Feiertage freigab. Während er einsam in das Kaminfeuer starrt, suchen ihn seine verstorbenen Geschäftspartner Marley und Marley (Waldorf und Statler) auf. Sie warnen ihn vor, dass seine geizige, verbitterte Haltung nicht zu seinem Glück führen wird. Für Scrooge ist das alles Humbug. Er glaubt nicht, dass ihn ab Mitternacht drei Geister heimsuchen werden.

In dieser Nacht wird Ebenezer Scrooge aber wirklich von drei Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht aufgesucht. Alle zeigen ihm, welche Fehler er im Umgang mit sich und anderen beging und welche Auswirkungen es auf seine Zukunft haben kann. Wenn er einsam und allein bleiben will, so braucht er sein Leben nur wie gehabt fortsetzen.

Vollkommen geläutert startet Scrooge am nächsten morgen in das weihnachtliche Geschehen und beschert sich und vielen anderen einen unvergesslichen Weihnachtstag. Ab diesem Zeitpunkt ist Scrooge nicht mehr als der geizige Geschäftsmann bekannt, sondern für seine Herzlichkeit und unglaubliche Nächstenliebe.

Der Film der Muppets Weihnachtsgeschichte kam 1993 in deutsche Kinos und beruht auf „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Die Muppets-Figuren übernehmen dabei den Großteil der Rollen im Film. Gonzo ist hierbei eine Art Erzähler, der gemeinsam mit Rizzo die Ratte durch den Film führt. Die beiden sorgen für so manchen Lacher. Selbstverständlich darf Miss Piggy nicht fehlen. Sie spielt die Ehefrau von Buchhalter Bob Cratchit. Doch auch Fozzi Bär, das Tier und Sam der Adler treten auf.

Typisch für eine Disney Produktion dürfen natürlich keine Lieder fehlen. Auch die Weihnachtsgeschichte bietet so manches Lied, dass ich – um ehrlich zu sein – gerne direkt mitsinge oder nach dem Film im vorweihnachtlichen Alltag vor mich hin summe.

Sendetermine 2013:

  • ZDF NEO: 17.12.2013 um 20:15 Uhr*
  • ZDF:          24.12.2013 um 04:10 Uhr*

*Angaben ohne Gewähr

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Von der Plantage ins Weiße Haus

Der Butler

Samstagabend ging es ins Kino. Ich mochte bereits in Leipzig das Passage-Kino, weil dort Arthouse-Filme gespielt werden. Ein Glück gibt es auch hier in Frankfurt das Kino Harmonie. Die Wahl fiel auf die Geschichte eines schwarzen Mannes, der insgesamt sieben US-Präsidenten diente.

Der Butler

Der Film

Amerika in den 1920er Jahren. Cecil Gaines lebt in den Südstaaten auf einer Plantage. Er sieht mit an, wie die Mutter missbraucht und der Vater erschossen wird. Die Herrin der Plantage, gespielt von Vanessa Redgrave, holt ihn sich als „Hausnigger“, also als Diener ins Haus. Er lernt schnell und begreift: Ein perfekter Diener ist man, wenn der Raum sich leer anfühlt, obwohl er in ihm ist.

Cecil (Forest Whitaker) verlässt die Plantage und landet in einem Nobelhotel. Dort ist er so gut bei der Arbeit, dass er eine Anstellung im Weißen Haus bekommt – im Haushalt des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.

Es bleibt jedoch nicht bei einem Präsidenten. Er arbeitet für Eisenhower (Robin Williams), Johnson (Liev Schreiber), Kennedy (James Marsden), Nixon (John Cusack) und Reagan (Alan Rickman). Hier und da wird er, der Diener, der nichts hören und sehen soll, auch nach seiner Meinung gefragt.

Diese zählt in seinen eigenen vier Wänden kaum. Sein älterer Sohn (David Oyelowo) hasst den Beruf des Vaters als Diener für weiße Männer. Der junge Mann ist stark in der Bürgerrechtsbewegung für die Belange der Afro-Amerikaner engagiert und wird später auch Mitglied der radikalen „Black Panther“-Bewegung. Die Distanzierung zwischen Vater und Sohn wird immer größer. Die Ehefrau und Mutter Gloria (Oprah Winfrey), die ihre Probleme in Alkohol ertränkt, kann immer schwerer zwischen beiden vermitteln. Auch der zweite Sohn verlässt das Elternhaus und leistet – im Gegensatz zu seinem Bruder – freiwillig Dienst für das Vaterland. Unterschiedlicher könnten die Meinungen im Haus nicht sein.

Der Schauspieler Forest Whitaker spielt Cecil wahnsinnig glaubwürdig. Die Spannung zwischen großer Zurückhaltung in seiner Tätigkeit als Diener und dem wachsenden Frust im Inneren, dass die „Schwarzen“ gewaltig diskriminiert werden kann der Zuschauer sehen und fühlen. Es ist der Tod des jüngeren Sohnes, der in Vietnam für das „Vaterland“ starb, es sind die niedrigen Löhne, die Afro-Amerikaner für die gleiche Arbeit wie „Weiße“ bekommen, es ist der Schmerz zu sehen, wie der ältere Sohn immer radikaler wird und es ist die Traurigkeit, dass die eigene Ehefrau stets hinten an steht, denn der Präsident kommt zuerst. Das ist der wahre Cecil. Der Butler verrichtet still und duldsam seine Arbeit – ohne sich etwas anmerken zu lassen. Er trägt – wie seine Kollegen – zwei Gesichter.

Der Hintergrund

Cecils Figur basiert auf Eugene Allen (1919-2010), der 34 Jahre im Weißen Haus gearbeitet hat. Mit seiner Frau Helene war er 65 Jahre verheiratet und hatte einen Sohn. In der Dokumentation „White House Workers: Traditions and Memories“ griff bereits sein langes Arbeitsleben und die Arbeit seiner Kollegen im Weißen Haus auf.

Mein Fazit

Der Film ist absolut sehenswert. Forest Whitaker spielt die Rolle des Cecil mit seinen zwei Gesichtern als Butler und als „Nigger“ absolut perfekt. Der Zuschauer spürt den Stolz, dass er sich diesen Arbeitsplatz im Haushalt des Präsidenten erarbeitet hat. Man bemerkt aber auch die Traurigkeit, dass seine eigene Familie zu kurz kommt und Afro-Amerikaner öffentlich bewusst diskriminiert werden.

Selbstverständlich kann in einem Kinofilm nicht die komplette Geschichte der Bewegung um Martin Luther King & Co. erzählt werden. Soll auch nicht. Doch auch der Geschichtsverlauf im Film zeigt, dass die Weste der Amerikaner im 20. Jahrhundert immer noch nicht so weiß war, wie sie es gerne darstellen wollen.

Wer einen guten Film mit Mehrwert sehen will, für den sollte „Der Butler“ definitiv geeignet sein.

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Ein Schluck für die Engel

Ich selbst trinke keinen Whisky, da ich prinzipiell nichts Hochprozentiges trinke. Ich nippe lediglich, da die Neugier auf den Geschmack zu groß ist. Und ich gebe zu, dass ich den Geruch von Whiskys doch sehr mag. Sei es eine weiche Note mit Vanille und Karamell oder etwas herber, torfiger – die Gerüche und der Geschmack eines guten Whiskys werden von zu vielen, die gängige Produkte mit Cola mischen, vollkommen zu Unrecht unterschätzt.

Durch die Leidenschaft für Whisky im Haushalt schlugen meine Antennen Alarm, als ich den Trailer zu einem neuen Film von Ken Loach (The Wind That Shakes the Barley, Looking for Eric) sah:

Angels‘ Share

Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Der junge Mann mit dem Namen Robbie löst seine Probleme mit schwerer Gewalt – zumindest versucht er es. Er landet erneut vor Gericht und diesmal droht ihm eine Freiheitsstrafe. Doch er Richter ist gnädig, denn Robbie wird Vater. Ohne Strafe geht es aber auch nicht und so landet Robbie in einem Arbeitsprogramm für gemeinnützige Arbeit.

Harry ist der wirklich gutmütige Betreuer der chaotischen Gruppe frisch Verurteilter und es ist auch er, der Robbie zum Whisky führt. Bei einem Tasting zeigt sich, dass der junge Mann ein enormes Talent hat, unterschiedliche Nuancen eines Whiskys zu erkennen.

Bei dieser Verkostung ist ebenfalls der Whisky-Sammler Thaddeus anwesend. So erfahren Harry, Robbie, die anderen Chaoten der Gruppe und Thaddeus, dass demnächst ein sehr wertvolles Fass in den Highlands versteigert wird. Robbie sieht hier seine Chance gekommen, seiner Freundin und seinem mittlerweile geborenen Sohn eine Zukunft in finanzieller Sicherheit zu gewährleisten.

Per Anhalter reist er mit drei anderen aus seiner Gruppe für gemeinnützige Arbeit in den Norden Schottlands, in die Highlands. Getarnt als ein Verein der Whisky-Freunde legen sie den Grundstein für Robbies Plan, an den wertvollen Whisky zu gelangen. Auch Thaddeus taucht hier wieder auf…

Der Hauptdarsteller Robbie wird von Paul Brannigan gespielt. Dass man ihm die Rolle eines Schlägers abnimmt, der immer mehr in die kriminelle Szene rutscht, hat wohl auch damit zu tun, dass die eigene Jugend kein Zuckerschlecken war. John Henshaw, den man vor allem aus der (sehr guten) Serie Life on Mars und dem Fußballfilm Looking for Eric (ebenfalls empfehlenswert) kennt, spielt den liebenswerten Betreuer. Man kann absolut nachvollziehen, dass auch Harry ein kleines Dankeschön von seinen schwarzen Schäfchen erhält. Whisky-Sammler Thaddeus, gespielt von Roger Allam, kennt man ebenfalls aus einigen Filmen (V wie Vendetta, The Wind That Shakes the Barley). Alle anderen Gesichter sind eher unbekannt, aber doch auf ihrer eigenen Art charmant.

Ich kann Angels‘ Share als Film für einen Genuss-Abend absolut empfehlen. Macht es euch mit einem Gläschen Whisky bequem (oder wie ich mit einem Glas guten Wein und Schokolade) und genießt eine Story, die nicht so klebrig ist, weil sie in Hollywood gestrickt wurde. Die Charaktere sind alle liebenswert, auch wenn sie offensichtlich große Fehler machten. Selbstverständlich empfehle ich nicht, die Aktion mit dem Fass nachzumachen 😉

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Das Bildnis des Dorian Gray

Ich habe in den letzten Tages es endlich geschafft, Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde zu lesen. Auf der Buch-Agenda stand es schon länger, aber ihr wisst ja selbst, wie das so ist – es kommt häufig etwas dazwischen.

Das Buch

Der Roman beginnt im Atelier des Malers Basil Hallward, der sich dort mit seinem Bekannten, Lord Henry Wotton, unterhält. Das Gespräch dreht sich rund um die Kunst und die Selbstinszenierung der Menschen. Dabei erwähnt der Künstler, er habe eine neue Quelle der Inspiration gefunden – einen jungen, attraktiven Engländer mit dem Namen Dorian Gray.

Während Basil später an dem Ganzkörperportrait des jungen Mannes weiterarbeitet, wozu Dorian im Atelier Modell sitzen muss, gesellt sich Lord Henry dazu. Es entwickelt sich ein philosophisches Gespräch: lediglich Lust und Freude seien wertvoll, Schmerz und Leid gehöre vermieden. Auch der körperliche Verfall des Menschen sei schrecklich, ewige Jugend ein Geschenk.

Als Dorian die Erlaubnis bekommt, das meisterhafte Portrait zu betrachten, ist er – ganz wie Narziss – von seiner eigenen Schönheit überwältigt. Er wünscht sich sehnlichst, dass das Bild altern und verfallen würde, aber nicht er selbst.

Zwischen dem jungen Mann und dem Lord entwickelt sich eine Art Freundschaft. Es folgen zahlreiche Besuche in gewissen Clubs und Etablissements, Abendessen in der höheren Gesellschaft, Opern- und Theateraufführungen.

Bei einer Dramenaufführung in einem schäbigen Hinterhoftheater erblickt Dorian die junge Sibyl Vane. Ihre Schauspielkunst verzaubert den jungen Mann, er verliebt sich. Als er später seinem Freund Lord Henry von seiner Liebe zu dem Mädchen erzählt, erntet er nur zynischen Spott. Daraufhin verlobt er sich mit Sibyl, um sich kurzerhand ein wenig später von ihr zu trennen. Die junge Frau begeht Selbstmord.

Dorian, der mittlerweile der Besitzer des gelungenen Portraits ist, nimmt Veränderungen an seinem Abbild auf Leinwand war. Da ihm dies Angst einjagt, verbannt er das Bild in Tüchern eingewickelt auf den abgeschlossenen Dachboden.

Dorians Lust auf Genuss und Lebensfreude wird immer größer. Er lebt ein Leben in der besseren Gesellschaft, wird von vielen angehimmelt und beneidet. Dorian nimmt, was er will – auch auf Kosten anderer. Kritik anderer nimmt er nicht an.

Die Jahre vergehen, alle altern naturgemäß, nur Dorian Gray nicht. Während die Gesellschaft bereits munkelt, das ginge nicht mit rechten Dingen zu, kennt der Junggeselle den wahren Grund…

Oscar Wilde

Oscar Fingal O‘ Flahertie Wills Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren und verstarb am 30. November 1900 in Paris. Er gehört zu Irlands berühmtesten Schriftstellern.

Zu Wildes Werk gehören vor allem Erzählungen, Essays und Bühnenstücke. Das Bildnis des Dorian Gray ist sein einziger Roman.

Das Besondere an Wilde war es, dass er trotz seiner Ehe offen mit seinen homosexuellen Neigungen umging – im Viktorianischen Zeitalter Großbritanniens eine Seltenheit. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern wurden bestraft. So musste auch Wilde ins Zuchthaus, das er nach zwei Jahren körperlich krank verließ. Unter einem Pseudonym lebte er auf dem europäischen Festland, um dann 1900 verarmt zu sterben.

Der Film

Ich kenne aktuell nur die neuere Verfilmung von 2009. Persönlich finde ich ihn jetzt nicht vollkommen überragend, aber man kann ihn gesehen haben. Colin Firth ist brillant in seiner Rolle des Zynikers Lord Henry. Der Darsteller des Dorian, Ben Barnes, verkörpert ebenfalls authentisch seine Rolle als Narzisst.

Was mir positiv auffiel, war die Übernahme markanter Dialoge und Zitate aus dem Buch. Aber vielleicht fiel mir das nur auf, weil ich den Film in Etappen sah – parallel zum Buch.

 Zitate

Hier eine Auswahl zahlloser Aussagen Wildes im Buch, die doch recht wahr erscheinen:

„Ich liebe einfache Genüsse leidenschaftlich. Sie sind die letzte Zuflucht des Komplizierten.“

„Der einzige Weg eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben.“

„Ich möchte wissen, wer es gewesen ist, der den Menschen als vernünftiges Tier definiert hat. Der Mensch ist vielerlei, aber er ist nicht vernünftig.“ 

„So etwas wie ein moralisches oder unmoralisches Buch gibt es nicht. Bücher sind gut geschrieben oder schlecht geschrieben, weiter nichts.“

Fazit

Ich werde mir bei Gelegenheit eine gebundene Ausgabe des Werkes zulegen, da ich aktuell lediglich die kostenfreie Version für mein Kindle besitze. Wer Literatur mit einer nicht ganz alltäglich Story und doch so menschlichen Themen lesen will, ist mit Das Bildnis von Dorian Gray sehr gut beraten.

 

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