We Will Rock You – Frankfurt – Alte Oper

Das Musical We Will Rock You gastierte in Frankfurt. Aufführungsort war die Alte Oper. Kurz vor Weihnachten waren auch wir in den heiligen Kulturhallen. Nachdem ich nun mehrere Nächte drüber schlief und das Queen Best of zwischenzeitlich auch wieder hoch und runter hörte, bleibt es bei den gemischten Gefühlen zur ersten Musicalerfahrung.

Zur Story

Wir befinden uns in der Zukunft. Globalsoft hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles zu vereinheitlichen. Jeder trägt die selbe Kleidung, hört die selbe Musik und sieht die selben Filme. Die Killerqueen und ihre Helfer sind stetig bemüht, diese Einheitlichkeit aufrecht zu erhalten. Handgemachte Rockmusik ist eine verblasste Erinnerung, die es vollständig auszurotten und zu vergessen gilt. Die GaGa-Musik, monotone und computererzeugte Musik, soll das einzig Wahre sein.

Abseits des Einheitsbreis beten die Bohemians jedoch frühere Musiklegenden an, die ihnen nur durch Fragmente überliefert sind. Sie sind Aussätzige, die von den Helfern der Killerqueen gejagt werden. Aber sie leben den Traum, dass der Rock und der Gitarrenheld irgendwann zurückkommen und die wahre Musik wieder gefeiert wird.

Der Träumer Galileo passt auch nicht in die angepasste Einheitswelt, die Globalsoft errichtet hat. Als Art Visionen hat er regelmäßig Liedtexte im Kopf, die ihn verwirren. Die Helfer der Killerqueen wollen ihn und die aufmüpfige Scaramouche, ein Mädchen, das nicht in die Glitzerwelt von Globalsoft passt, beseitigen, aber beide entkommen. Durch die Bohemians erkennen sie den wahren Wert der Rockmusik und es entbrennt ein Kampf zwischen Einheitsbrei und den Verfechtern des Rock.

Was hat das mit Queen zu tun?

Ganz einfach: Die Songs der wohl mit besten Band der Menschheitsgeschichte strickten wunderbar diese Geschichte zusammen bzw. ergänzen diese sehr gut. Elton John hat gemeinsam mit den übrigen Bandmitgliedern von Queen dieses Musical geschaffen, das im Mai 2002 in London uraufgeführt wurde.

Meine Meinung

Bereits der erste Eindruck der Alten Oper war für mich jetzt nicht so überwältigend, wie ich es mir vorstellte (sorry!). Von außen hübsch, von innen sah es etwas aus wie das Dessauer Theater. Ja, es ist schön viel Platz und viele Leute passen in das Haus, aber ich mag diesen 70er Jahre Bauschick nicht. Das hat einfach keine Klasse für solch ein Gebäude. Im großen Saal, in den wohl gut 2.500 Menschen passen, hat man auf so manchem Sitzplatz auch etwas gelitten. In unserem Fall sehr, denn vor uns saßen zwei sehr große Menschen, bei denen die Dame das Haar auch noch wunderbar toupiert hatte. Die Handlung auf der Bühne war für mich eher ein dunkler Fleck, weil ich einfach nicht an ihren Köpfen vorbeikam. Pech gehabt! Entweder hat man Glück oder nicht…(oder kauft sich für das nächste Event einfach Karten für Sitzreihen, wo keiner vor einem sitzen kann 😉 )

Was mich mehr störte, war die immense Lautstärke. Ja, Rockmusik hört man laut. Ja, Musicaldarsteller haben viel zu singen und Musik hört man auch laut, aber es war einfach zu laut bzw. zu übersteuert. Man verstand leider so gut wie nie einzelne Textpassagen vollständig am Stück. Es waren eher Textfragmente. Dass es nicht nur mir so ging, sah ich an den Leuten, die unmittelbar um uns herum saßen: so mancher hielt sich stellenweise die Ohren zu. Das muss ja nun nicht sein, denke ich. In der Pause gingen auch drei aus unserem Block, die im Vorbeigehen noch diskutieren, ob sie den zweiten Akt noch ertragen können, da es jetzt schon schmerzt. Sie kamen nicht wieder. Nach dem zweiten Akt und der finalen Zugabe war auch ich sehr dankbar für Stille. Am U-Bahnhof. Bevor die Massen heimreisten.

Fazit

Echte Queenfans sind wahrscheinlich geteilter Meinung. Ich kann das auch verstehen. Freddy Mercury, John Deacon, Roger Taylor und Brian May schufen mit ihrer Musik Werke, die generationsübergreifend Musikliebhaber glücklich machen. Die legendären Auftritte von Queen, hach, ich wäre gerne dabei gewesen. Wer daher sagt, er möchte Queen nur als Queen sehen, hat jedes Recht dazu. In Streitlaune komme ich nur, wenn man in den Bewertungen schreibt, dass man schockiert sei, dass der Sänger nicht annähernd die Qualitäten von Freddy Mercury hatte. Tja nun. Seine einzigartige Stimme war einzigartig, aber leider tot. Es ist klar, dass ihm niemand in der Form das Wasser reichen kann…

Aber ich finde auch die Kritik, die das Musical auf humoristische Art und Weise äußert, vollkommen berechtigt. Die heutigen Musikstars müssen nur noch ins Bild passen. Gesang wird im Studio abgemixt, die Instrumente spielt meist der Computer. Zum Glück ist es noch nicht so, dass es gar keine handgemachte Musik mehr gibt, aber gefühlt geht der Trend zu Künstlichem. Je mehr Leute dies erkennen, desto eher gibt es wieder eine Rückbesinnung, dass die Bandbreite der Musik so wunderbar vielfältig ist. Von Klassik bis Techno sollte jede Form ihre Daseinsberechtigung haben. Sie soll sich auch mischen, aber nicht zu einem Einheitsbrei werden.

Daher kann ich jedem, der gerne zu den Queen Hits mitträllert einen Besuch des Musicals empfehlen. Es war ein sehr schöner Abend, trotz der eingeschränkten Sicht und Lautstärke. Darum freue ich mich jetzt schon auf die Rocky Horror Show im Frühjahr. Also zeig mir, Alte Oper, dass du auch gut ausgesteuert bist und wir den holprigen Start vergessen.

 

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Jonathan Franzen – Die Korrekturen

Ich bin bereits einige Zeit im Besitz des Buches und bekam es liebenswerter Weise von Antje (lesewiese.net). Da stand das Teil nun im Bücherregal und nachdem ich meine zwei gerade erstandenen Werke beendete, wagte ich mich heran. Bereits jetzt möchte ich anmerken, dass ich das Buch erst im dritten Anlauf zu Ende las und dazwischen auch mal 2-3 Wochen Pause war, weil ich keine Lust hatte, den Wälzer mit herumzuschleppen und daheim einfach keine Leselust entwickeln konnte. Interessanterweise flutschte das Lesen in den letzten Tagen geradezu und ich verpasste das ein oder andere Mal meinen eigentlichen Aussteigepunkt auf dem Weg zur und von der Arbeit. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit, vielleicht auch daran, dass die dritte Lesephase in einem Teil startete, wo die Handlung für mich endlich mal interessant wurde. Erklären kann ich es nicht, aber es war so.

Aber nun zum Buch:

Familie Lambert wohnt in St. Jude, im mittleren Westen Amerikas. Enid und Alfred, ein älteres Ehepaar, haben drei erwachsene Kinder, von denen jedes einzelne eigene Probleme zu bewältigen hat. Um so stärker sind sie genervt, dass ihre Mutter Enid die gesamte Familie gerne noch einmal an einem Weihnachtsfest im elterlichen Haus beisammen haben möchte, da es in dem Jahr vielleicht die letzte Chance ist: Alfreds gesundheitliche Verfassung lässt besorgniserregend stark nach.

In jeweils einzelnen Handlungssträngen lernt der Leser die drei Kinder kennen. Gary, der älteste Sohn, ist ein erfolgreicher Banker, verheiratet und hat ebenfalls drei Kinder. Auf dem ersten Blick wirkt alles perfekt, doch der Leser bemerkt schnell die depressiven Schübe bei Gary und es ist nicht immer deutlich zu erkennen, ob seine Ehefrau Caroline wirklich manipulativ ist und die drei Söhne gegen den Vater aufhetzt oder ob dies nur die Fehldeutungen von Garys Wahrnehmung ist.

Chip, das zweite Kind von Enid und Alfred, war eigentlich Literaturprofessor, ließ sich aber auf eine Affaire mit einer Studentin ein. Der zweite Karriereversuch als Drehbuchautor in New York scheitert kläglich. Wie der Zufall es will, landet er letztendlich in kriminellen Geschäften in Litauen.

Denise, das einzige Mädchen der drei Lambert-Kinder, ist Küchenchefin eines renommierten Restaurants in Philadelphia. Da sie aber nicht nur mit dem Inhaber des Restaurantbesitzers schläft, sondern auch eine Affaire mit dessen Frau hat, verliert sie ihren Job.

Wie die Handlungsstränge es so wollen, führen sie pünktlich zum Weihnachtsfest zusammen nach St. Jude.

Wie oben erwähnt, brauchte ich etwas länger, um mit dem Buch warm zu werden. Es lag vielleicht auch daran, dass wir direkt mit Chip starteten und ich die Handlung um ihn herum nicht so spannend/unterhaltsam/interessant fand. Es ist schwierig, es zu beschreiben. Es packte mich einfach nicht.

Da ich es aber gerne dabei belassen möchte, dass ich nur ein zwei Bücher bzw. Werke nie zu Ende las, gab ich Die Korrekturen noch eine Chance und nun die finale. Bis auf Chip mochte ich die Charaktere, weil Franzen sie überaus menschlich mit allen Fehlern erschuf. Der mürrische Alfred, den man rückblickend auch als Familienvater erlebt und sich erschreckt, wie steif und konservativ Menschen ihr Leben lang sein können. Enid, deren Erfüllung es ist, dem Wort Familie einzuhauchen, auch wenn sie tief im inneren weiß, dass ihr eigenes (Ehe-)Leben wesentlich schöner hätte sein können. Oder Gary, dessen Gedankengänge genau so gezeichnet sind, dass man sich als Leser selber fragen muss: „Überspitzt er die Situation oder verbündet sich seine Frau Caroline wirklich mit ihren Kindern gegen ihn?“

Franzen gelang es, die Fragilität von menschlichen Verbindungen anhand der Familie Lambert darzustellen. Wie kostbar Beziehungen sind und wie schnell sie durch Nachlässigkeit und Fehltretten langsam kaputt.

Ich für meinen Teil werde es nun ersteinmal gewiss ein paar Jahre im Regal stehen habe, bevor ich es erneut lese. Aber eins weiß ich jetzt schon: Aufgrund der vielen Details werde ich Familie Lambert wahrscheinlich neu kennenlernen und wer weiß, vielleicht werde ich dann auch mit Chip warm.

 

 

 

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Vorurteile und Familienbande

Eins vorneweg: Ich habe schon sehr lange nicht mehr im Kino gesessen, so gelacht und war dann traurig, weil der Film zu Ende war. Aber genau so ging es mir diesen Donnerstag.

Gemeinsam mit zwei Kolleginnen ging es ins Kino zu Monsieur Claude und seine Töchter. Ausgestattet mit Popcorn und Nachos ließen wir uns in die Kinositze fallen und warteten ab.

Monsieur Claude und seine Frau Marie leben in einem beschaulichen Haus in der französischen Provinz und haben vier erwachsene Töchter, von denen 3 nacheinander heiraten. Statt der erhofften, stattlichen und erfolgreichen Franzosen, sind ihre Schwiegersöhne nun ein Muslim, ein Asiate und ein Jude. Selbstverständlich eskaliert da so manche Situation, wenn es zu Familientreffen kommt. Bereits ein Essen für alle ist ein wahres Minenfeld.

Um so größer ist natürlich die Freude, als die jüngste Tochter Loire ihren französischen und katholischen Verlobten Charles ankündigt. Doch dieser stammt von der Elfenbeinküste.

Kurz vor der Hochzeit trifft die afrikanische Familie des vierten Schwiegersohnes im Haus ein und Claude reißt endgültig der Geduldsfaden, als seine Frau freiwillig das eigene Schlafzimmer für die Gäste freiräumt. Um so überraschter ist er, als der Vater des zukünftigen Bräutigams ihm seine Meinung zur anstehenden Hochzeit der Kinder mitteilt: Er findet es ebenfalls furchtbar.

Während die Männer also ihre Sabotagemöglichkeiten durchgehen, merken sie nicht, wie sehr sie damit dem Familienfrieden schaden…

Diese franzöische Komödie hat für mich das Potential, der Film des Jahres zu werden. Es ist herrlich erfrischend zu sehen, wie es den Machern des Filmes gelungen ist, mit Vorurteilen zu arbeiten, ohne langweilige Stereotypen zu präsentieren. Es ist der ganz normale familiäre Wahnsinn, der mit der Prise Kulturverschiedenheiten gewürzt ist.

Klarer Filmtipp von mir – wirklichen sehenswert. Aber seht am besten selbst: Trailer.

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Gästebuch basteln

Juni 2014 – Ich durfte Trauzeugin sein. Da ich in dem Fall nicht der Braut, sondern dem Bräutigam mit meiner Unterschrift zur Seite stand, waren meine Aufgaben im Vorfeld quasi nicht vorhanden. Trotzdem fragte ich höflich, was ich tun könnte. Das Gästebuch wurde mir ans Herz gelegt.

Wer etwas ähnliches organisieren darf, sollte unbedingt folgende Fragen  vor dem Kauf des Buches klären:

  • Gibt es einen bestimmten Farbwunsch beim Buch?
  • Wie viele Gäste werden kommen? (Hintergrundgedanke: 100 Gäste, kommen, aber nur 40 Seiten vorhanden führt früher oder später zu vermeidbaren Problemen)
  • Sollen Fotos später ergänzt werden?
  • Soll es ein Spiralalbum sein? Ein klassisches mit festem Einband oder ein Ringalbum mit individuell ergänzbaren Einlegeblättern?
  • Welches Format soll es haben?

Prinzipiell gilt wie bei allen (Papier)Erzeugnissen: Qualität hat seinen Preis. Stärkeres Papier, das auch die Tinte aus Onkel Günthers Füller gut aufnimmt, kostet nun einmal etwas mehr, als das Standardkopierpapier, das man locht und in einen Schnellhefter packt. Hier vielleicht auch abklären, was gewünscht ist.

Schaut euch am besten in den Warenhäusern und Papierfachläden eurer Umgebung um und sondiert den Markt. So tat ich das auch. Außerdem stolpert man so bereits über offenbar gängige Marken in dem Segment. Die Internetrecherche ist dann ein Kinderspiel.

Wer lediglich das Gästebuch besorgen soll, ist mit dem Kauf fertig. Wer wie ich aber noch freie Hand beim Gestalten hat, darf sich gerne im Rahmen des Anlasses kreativ verwirklichen – natürlich sollte man ein kleines Gespür für das ästhetische Empfinden des finalen Besitzers haben.

Nachdem ich mein Exemplar für das Juniehepaar im Galeria Kaufhof besorgt hatte, war meine nächste Zieladresse der Idee Bastelladen. Dort kaufte ich farbigen Karton, weil ich dank meines frisch erstandenen Schmetterlinglochers eine Idee umsetzen wollte, die mir im Kopf herumschwirrte. Hier die Skizze:

Skizze

Für diese Gästebuchvariante brauchte ich folgendes Material:

  • das Gästebuch
  • Tonkarton in mehreren Lilafarbtönen
  • Bleistift, Radiergummi
  • Schmetterlingstanze
  • Klebstoff
  • doppelseitiges Klebeband (mein Tipp: Fotoklebepads aus dem DM)
  • schwarz schreibenden Füller bzw. gut schreibenden schwarzen Stift
  • weißen Stift

Die Bastellei an sich war dann gar nicht so schwer. Die Schmetterlinge stanzte ich im Vorfeld zahlreich aus. Die schemenhaften Figuren zeichnete ich mit Bleistift vor und schnitt sie aus. Anschließend ergänzte ich kleine Dekodetails mit dem weißen Stift direkt auf der Figur.

Die Schmetterlinge versuchte ich in einer Art Bogen über die zwei Seiten fliegen zu lassen. Für die Farbmischung schaute ich, dass ich alle Farbtöne bunt gemischt verteile.

Nachträglich ergänzte ich noch – natürlich mit Bleistift vorgeschrieben – die Namen und das Hochzeitsdatum des Brautpaares. Wer sich dies nicht zutraut, findet vielleicht eine Alternative oder fragt jemanden, der gut und schön schreiben kann.

Mehr war es nicht. Allen, denen ich meine Idee zeigte, waren begeistern und fanden es wirklich schön. Mich freute dies natürlich sehr. Noch mehr freut es mich, dass die Hochzeitsgäste die übrigen Schmetterlinge für Ihre Einträge noch nutzten, sodass sie sich wie ein lila Faden durch das Gästebuch ziehen.

Ich hoffe nun natürlich sehr, dass das Brautpaar auch in ein paar Jahren noch gerne im Gästebuch stöbert und in den schönen Erinnerungen des Tages schwelgen kann, denn eins ist klar: Diese Hochzeit war wirklich wunderbar.

Gästebuch Schmetterlinge
Leider habe ich nur dieses Handyfoto, aber es zeigt ganz gut die Grundidee kurz vor der Fertigstellung.
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Marktfrühstück auf der Konsti

Vergangenes Wochenende hatten wir mal wieder Besuch hier in Frankfurt. Trotz eines ausgedehnten Frühstücks steuerten wir als erstes Ziel den Wochenmarkt auf der Konstabler Wache, kurz Konsti, an.

Bereits in Mainz entdeckte ich ja meine Liebe zu Wochenmärkten, die ich zum Glück auch hier in Frankfurt ausleben darf. Äpfel, die noch nach Äpfel schmecken, Obst und Gemüse aus der Region und zahlreiche lokale Leckerbissen sind hier zu finden. Auch das sogenannte Marktfrühstück wird hier von den einheimischen liebevoll und ausdauern zelebriert.

Nun war es so, dass wir bereits am Samstagmorgen gut 24 Grad im Schatten hatten – Tendenz steigend. Trotzdem genossem wir am Stand Weinguts Rollanderhof den einen oder anderen guten Tropfen und züchteten einen Sonnenbrand. Weißburgunder, Grauburgunder, Sommerrosé, Kerner und einen Cuvée Rosé. Wegen der Temperaturen nahmen wir natürlich noch Wasser dazu 😉

Auch Gummienten sind mal durstig
Auch Gummienten sind mal durstig

Wer sich also mal in Frankfurt an einem Wochenende aufhält, kann ruhig mal über den Markt der Konstabler Wache schlendern und hier und da kulinarisch das Leben genießen und einfach das rege Treiben auf diesem Platz in der Innenstadt Frankfurts genießen.

Und kulinarischer Tipp von mir: Den Flamm- und Zwiebelkuchen probieren! Perfekte ergänzung zum Weißwein des Rollander Hofs!

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Sommerfrische und Backfisch

Bereits im Herbst 2013 planten wir gemeinsamen Urlaub an der Ostsee. Seine Eltern, seine Schwester samt Mann und Kind und wir zwei. Da ich das Meer liebe, waren mir Details zu dem Zeitpunkt unwichtig – ich wollte Seeluft im Gesicht und den Sand zwischen meinen Zehen spüren. Nun war es endlich soweit. Knapp sechs Tage Binz auf Rügen liegen hinter mir und ich kann nur eins sagen: gerne wieder. Binz ist wohl das größte Seebad auf Rügen, bietet einen sehr schönen Sandstrand und auch für die Architekturfans unter uns gibt es einige prachtvolle Gebäude – und das nicht nur im Stil der klassischen Bäderarchitektur. Touristen können über die lange Seepromenade flanieren oder in den kleinen Boutiquen und Shops so manchen Euro lassen. Es ist schon ein sehr touristisch geprägter Ort, in dem die Bordsteine in der Nebensaison wahrscheinlich mit Sonnenuntergang hochgeklappt werden – aber das passiert auch in anderen Orten. Wir bezogen mittwochs wie vereinbart gegen 16 Uhr unser Ferienapartment Wittow in der Villa Ravensberg. Bereits nach der ersten flüchtigen Besichtigung war klar: schick, aber für uns sechs Erwachsene und dem kleinen Wirbelwind könnte es die kommenden Tage schon etwas eng werden – und vollständige Privatsphäre war auch nicht immer gegeben. Die zwei ebenerdigen Schlafzimmer hatten jeweils ein Badezimmer, das man aber nur über den Zugang zum Zimmer erreichen konnte. Die dritte Schlafmöglichkeit unter dem Dach hatte eine maximale Höhe von 1,50m, was somit selbst für mich zu niedrig war. Oben gab es kein Bad und keine Tür, daher wäre man immer mitten im Geschehen, auch wenn man bereits vor den anderen ins Bett gegangen wäre. Ich will aber nicht meckern: Die Einrichtung war total gut in Schuss und für ein Ferienapartment sehr gut ausgestattet und komfortabel.

Selbstverständlich ging es gleich am ersten Tag für mich noch an den Strand. Ich liebe das Meer und könnte eigentlich ewig am Ufer die Füße von den Wellen umspielen lassen. Auch Ludmilla war natürlich sofort dabei.

Zum Abendbrot ging es, trotz des vorherigen Einkaufs, essen. Dort bewies ich wieder meine Ungeduld in Reinform. Mein frischer Hering aus der Pfanne war sehr lecker, aber ich hasse Gräten und bekomme die Krise, wenn ich pulen muss. Das ist nichts für mich, da bin ich durch Filets vollkommen verwöhnt. Die Gaststätte wurde noch durch den Einwurf, dass Mats Hummels ein Aua hätte, unterhalten. Im Apartment warteten auch nur noch zwei Weingläser und dann rief das Bett. Seeluft macht müde. Am Donnerstag spielte das Wetter leider nicht so mit, aber wir machten das Beste draus. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Es war gut so, denn die Radtour am Freitag nach Sellin hatte es in sich. Wer meint, dass so eine Insel total flach ist und somit wunderbar für entspanntes Radeln, der irrt – und zwar gewaltig. Aber Sellin war ganz hübsch anzusehen und irgendwie schafften wir es auch zurück. Dafür waren wir alle auch gut kaputt am Abend.

Am frühen Samstagmorgen kam ich endich in den Genuss, die Laufschuhe zu schnüren. Den Rückweg legte ich barfuß am Meer zurück und es war einfach wunderbar. Nach dem Frühstück verabschiedeten sich die jungen Eltern vom Wirbelwind, um bis in den frühen Nachmittag einmal traute Zweisamkeit zu nutzen. Also ging es für uns übrigen mit der Kleinen zunächst zum Spielplatz. Nach einem kleinen Mittagessen kaufte ich mir noch fix eine Mütze, da der Wind in Binz ganz schön kräftig wehte. Meine Ohren waren sofort dankbar. Spontan wurde dann noch beschlossen, sich Prora anzusehen. Eigentlich sollte dies quasi der Cluburlaubsbunker des Deutschen Volkes werden. Aber da der Krieg und dann das Ende kam, wurde Prora nie vollständig fertig. Das Ende vom Lied ist, dass heute ein riesiger Gebäudekomplex steht, mit dem keiner so recht was anzufangen weiß. Das Museum in einem der komplett fertiggestellten Gebäude ist definitiv sehenswert. Trotzdem ist einem das Ausmaß nicht wirklich bewusst – dazu müsste man es einmal komplett ablaufen. Dazu fehlte die Zeit.

Wer aber die Gelegenheit hat, in Prora mal ans Meer zu gehen, sollte dies tun. Der Sand ist wunderbar und dort waren auch weniger Algen, die den Binzer Strandabschnitt gut besiedelt hatten.

Panorama vom Proraer Strand.
Panorama vom Proraer Strand.

Sonntag wollten wir eigentlich mit einem Schiff über die Ostsee fahren und uns den Kreidefelsen aus der Ferne ansehen. Da aber genau die geplante Tour ausfiel und mir die nächste Tour zu spät war, um sich danach noch in die 18°C kalt-warmen Fluten zu stürzen, blieb ich gleich am Strand. Das bereue ich keine Sekunde. Auch wenn der Wind ordentlich wehte und es trotz der Sonne nicht immer schön warm war, hat so ein Tag am Strand für mich ganz viel Urlaubsgefühl bedeutet. Wahrscheinlich liegt das aber an den Kindheitserinnerungen. Am Abend waren wir noch essen, legten eine letzte Runde über die Promenade nach und fingen an, in der Wohnung die ersten Sachen zu packen. Montag hieß es dann leider Abschiednehmen. Auf uns warteten über 800km. Trotzdem ließ ich mich von Baustellen und Staus sowie langsamen Umleitungen nicht ärgern. Ich hatte wunderbare Tage am Meer hinter mir <3.

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„Dort wo du Liebe findest, wirkt der Geist der Weihnacht“

Während die Mehrheit in der Weihnachtszeit gefühlt 500x mit Aschenbrödel mitfiebert, gehört mein Weihnachtsfilmherz einem ganz anderen Werk:

Der Muppets Weihnachtsgeschichte

Eigentlich bin ich in der Adventszeit eher grinch-artig. Aus persönlichen Gründen ist Weihnachten für mich ein schwieriges Thema. Ich würde auch gerne wie verzaubert von Adventssonntag zu Adventssonntag springen, aber davon bin ich noch Meilen entfernt. Es wird aber seit 2-3 Jahren besser. Was mir dabei seltsamerweise viel hilft, ist dieser Film rund um den verbitterten, geizigen Ebenezer Scrooge.

Für Scrooge (Sir Michael Caine) zählen finanzielle Einnahmen mehr als die Feiertage. So begibt er sich am 24. Dezember abends grantig in sein riesiges Haus, nachdem er seinen Angestellten, u.a. dem Buchhalter Bob Cratchit (Kermit der Frosch), für die Feiertage freigab. Während er einsam in das Kaminfeuer starrt, suchen ihn seine verstorbenen Geschäftspartner Marley und Marley (Waldorf und Statler) auf. Sie warnen ihn vor, dass seine geizige, verbitterte Haltung nicht zu seinem Glück führen wird. Für Scrooge ist das alles Humbug. Er glaubt nicht, dass ihn ab Mitternacht drei Geister heimsuchen werden.

In dieser Nacht wird Ebenezer Scrooge aber wirklich von drei Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht aufgesucht. Alle zeigen ihm, welche Fehler er im Umgang mit sich und anderen beging und welche Auswirkungen es auf seine Zukunft haben kann. Wenn er einsam und allein bleiben will, so braucht er sein Leben nur wie gehabt fortsetzen.

Vollkommen geläutert startet Scrooge am nächsten morgen in das weihnachtliche Geschehen und beschert sich und vielen anderen einen unvergesslichen Weihnachtstag. Ab diesem Zeitpunkt ist Scrooge nicht mehr als der geizige Geschäftsmann bekannt, sondern für seine Herzlichkeit und unglaubliche Nächstenliebe.

Der Film der Muppets Weihnachtsgeschichte kam 1993 in deutsche Kinos und beruht auf „A Christmas Carol“ von Charles Dickens. Die Muppets-Figuren übernehmen dabei den Großteil der Rollen im Film. Gonzo ist hierbei eine Art Erzähler, der gemeinsam mit Rizzo die Ratte durch den Film führt. Die beiden sorgen für so manchen Lacher. Selbstverständlich darf Miss Piggy nicht fehlen. Sie spielt die Ehefrau von Buchhalter Bob Cratchit. Doch auch Fozzi Bär, das Tier und Sam der Adler treten auf.

Typisch für eine Disney Produktion dürfen natürlich keine Lieder fehlen. Auch die Weihnachtsgeschichte bietet so manches Lied, dass ich – um ehrlich zu sein – gerne direkt mitsinge oder nach dem Film im vorweihnachtlichen Alltag vor mich hin summe.

Sendetermine 2013:

  • ZDF NEO: 17.12.2013 um 20:15 Uhr*
  • ZDF:          24.12.2013 um 04:10 Uhr*

*Angaben ohne Gewähr

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Reisebericht Dubai

Urlaub. Also so richtig mit Verreisen statt Check-In in heimatliche Gefilde der Muttis.  In der Zeit zwischen Buchung und Abreistag las ich natürlich zwei Reiseführer, um vorbereitet zu sein. Land, Leute, Kultur. Die Neugier wuchs. Auch über den Wolken konnte ich es noch nicht fassen. Dubai. Vereinigte Arabische Emirate. Tradition und Moderne an einem Fleck inklusive der fast 100%-igen Garantie, dass es nicht regnen würde. (Es gibt in meiner Familie Personen, die stets unken, ich zöge Regenwetter an.)

Dubai

Arabischer Schriftzug des Stadtnamens
Arabischer Schriftzug des Stadtnamens

Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate und liegt am Persischen Golf. Sie ist eine wahre Multi-Kulti-Stadt mit Einwohnern aus allen Teilen der Welt (gefühlt) und ist somit entsprechend vielseitig und farbenfroh. Reiseführer schreiben, dass nur 10% der Einwohner „echte“ Einheimische sind, der Rest seien Eingewanderte und Gastarbeiter. Und ja, man sieht fast nur fremde Nationen- die schwirren aber auch fleißig um ihren Arbeitsplatz – selbst in der Mittagssonne.

Dubai entwickelte sich von einem Örtchen am Wasser, an dem Fischer und Perlentaucher sich ansiedelten, zu einer wahren Metropole. Dank des Ölvorkommens erreichten die Einwohner mit Verbindung zum schwarzen Gold einen Reichtum, der Dubai wohl heute stärker denn je ausmacht. zukünftig soll aber geplant sein, intensiv den Tourismus und Handel zu etablieren und zu stärken. Die Ölreserven und der damit verbundene Reichtum werden nicht ewig anhalten .

Dubai zu beschreiben ist wirklich nicht einfach. Man muss diese Stadt, die gefühlt immer von einem zarten Schleier aus feinem Sand umhüllt wird und dadurch wie eine Fata Morgana erscheint, erlebt haben.

In meinem kleinen Reisebericht kann ich nur versuchen, euch ein Bild von dieser beeindruckenden Stadt zu machen.

Sonntag

Nach einer unruhigen Nacht voller Aufregung starteten wir gegen 7.50 Uhr zum Flughafen. Trotz halbstündiger Verspätung des Abflugs hatten wir einen ruhigen Flug mit einer der wohl besten Airlines. In die bereitliegende Kuscheldecke gehüllt, Kopfhörer auf die Ohren und das Entertainmentprogramm in Dauerschleife vergingen die knapp 6,5 Stunden Flug ruck-zuck. Die Bordverpflegung bestand aus einem Salat mit Thunfisch, der Wahl zwischen Lamm und Hühnchen und einem Dattel-Bananenpudding. Da hier genau zwei Dinge getroffen wurden, die ich nie esse, war ich dankbar, dass es noch ein Brötchen und Cracker gab.

Am Flughafen in Dubai war es für mich unerwartet ruhig. Ich erwartete mehr Hektik, mehr Reisende. Es war aber sehr ruhig. Wir bekamen unser Visa, die VAE nach etwas unhöflich wirkender Aufforderung ein weniger attraktives Foto von uns frisch nach der Landung und dann ging es mit einem Kleinbus ins Hotel. Bereits auf der Fahrt dorthin verschlug es uns beiden den Atem – auch, weil es nach 19 Uhr noch drückend und für uns mittlerweile ungewohnt heiß war. Ein Glück lief die Klimaanlage im Fahrzeug…

Im Hotel erschlug uns alles. Das Gebäude an sich, die Menschen, die Wärme, das Sprachgewirr. Und um dem allem noch die Krönung aufzusetzen: Weihnachtsbäume mit entsprechender Dekoration im Foyer. Während wir eincheckten, klärte sich die Situation aber auf. Es wurde eine Szene gedreht. Wahrscheinlich Bollywood.

Dann ging es ins Zimmer, wir waren wieder sprachlos. Viel Platz, mehr als wir brauchten und eine tolle Aussicht.

Nachdem wir kurz die Klamotten wechselten, besuchten wir das erste Hotelrestaurant. Das Ronda Locatelli bietet eine tolle italienische Küche. Pizza direkt aus dem Steinofen, frische Pasta und Tiramisu zum Niederknien. Für uns gab es eine Pizza mit Schinken und Chili und eine Spinatpizza mit Ricotta. Zum Dessert gab es Schokoküchlein und das besagte Tiramisu. Bereits am ersten Abend waren wir trotz aller Müdigkeit rundherum zufrieden und glücklich und freuten uns um so mehr auf die kommenden Tage und ahnten, dass die Waage den Urlaub nicht so gut finden wird.

Montag

Auch im Urlaub funktionierte mein Biorhythmus perfekt. Die zwei Stunden Zeitverschiebung waren meinem Körper genauso egal wie die Tatsache, dass ich eigentlich Urlaub habe. Pünktlich kurz nach 6:00 schlug ich die Augen auf. Franzi wach! (Insider). Nachdem ich die bessere Hälfte durch meine Unruhe weckte, durfte ich die Vorhänge öffnen. Der Ausblick war fantastisch. Meer, Sonne, ein Hotel wie aus dem Märchen. Es dürfte jeden Tag so sein.

Der Ausblick am Morgen. Wenn jeder Tag so starten könnte...
Der Ausblick am Morgen. Wenn jeder Tag so starten könnte…

Die erste Aufgabe des Tages war es, Frühstück zu jagen. Dies geschah im Rostang, einer französischen Brasserie. Das Frühstücksbuffet ist wahnsinnig umfangreich: von Weißbrot bis hin zum Vollkornbrot, verschiedene Käsesorten, Wurstplatten, Salatbuffet, Obstsalate und Obstteller, Joghurt und Joghurtmischungen, diverse Müslisorten und Cornflakes sowie getrocknete Früchte, Crepes, Omlettes, Pancakes, Waffeln, English Breakfast und noch viel mehr – alles in allem eine vollkommene Überforderung für mich am frühen Morgen.

Etwas verwirrend ist für alle Hotelgäste mit Halb- und Vollpension die Rechnung. Die 310 Dirham verwirren einen, aber auch das Hotel muss durch irgendein System den Überblick wahren können, wer wo frühstückte. Auf der Zimmerrechnung erschien dieser Betrag nie.

Nach dem Frühstück erkundeten wir das Hotel. Immerhin beheimatet das Atlantis noch ein Aquarium, eine Shopping-Avenue und zwei verschiedene Poolbereiche. 12:15 Uhr erwartete uns dann die Ansprechpartnerin vor Ort. Hier besprachen wir in kleiner Runde mit einer 3er Gruppe junger Herren aus der Schweiz und einem anderen Paar, was für Fragen noch zu klären sind und ob wir gerne Tourangebote vom Veranstalter nutzen wollen. Für uns: Grillabend in der Wüste mit vorheriger Jeep-Fahrt durch die Wüste. Ich muss nicht erwähnen, wer dies wahrnehmen wollte…

Anschließend ging es an den Strand bzw. den Pool. Fix ein Handtuch geschnappt und ab ging es ins lauwarme Nass. Das Baden im Meer ist für mich immer etwas Besonderes. Ich mag den Geruch von Salzwasser und die Wellen. Im seichten Wasser sitzen, nach Muscheln suchen, sich den Pelz verbrennen, weil man die Sonne nicht so merkt – das ist für wahres Urlaubsgefühl seit Kindertagen.  Außerdem konnte ich hier im Meer ohne Anstrengung schön relaxt auf dem Rücken treiben und ging nicht unter. Arme hinter dem Kopf verschränkt, einfach treiben lassen. Herrlich! Da scheint es aber eine Gewichtsgrenze zu geben, denn diverse Damen und Herren, die mich nachahmten, gingen unter.

Leider konnte ich nicht weit hinaus schwimmen. Der Hotelstrand des Atlantis liegt zwischen der sogenannten Außensichel der Palme und dem nächsten Palmenblatt. Um hier die Touristen davon abzuhalten, von Blatt zu Blatt zu schwimmen und vielleicht mit einem Boot zusammenzustoßen, ging es nur knapp sechs Meter ins Wasser. Dann kam bereits die abgrenzende Kette mit den Wasserbojen. Aber es war besser als gar nix und ich genoss es in vollen Zügen.

Sowohl am Pool als auch direkt am Strand überraschte uns die freie Verfügbarkeit der Liegen und das fehlende Gedrängel bzw. Reservieren. Aber wahrscheinlich waren wir einfach zu einer Zeit im Hotel, in der es nicht komplett ausgebucht ist. Der Royal Pool ist außerdem schön groß und mindestens fünf Lifeguards „bewachten“ die Gäste. Bei einer Tiefe von vielleicht 1,30m war mir das zunächst unklar. Aber viele Eltern ließen Kinder unbeaufsichtigt im Wasser und auch so mancher Hotelgast trank mehr Cocktails, als er sollte…

Wir zogen glücklich und zufrieden mit uns selbst sowohl im Pool als auch im Meer mit einem tollen Ausblick auf die Skyline Dubais am Fuße der künstlichen Palmeninsel unsere ersten Bahnen.

Abends aßen wir wieder im Rostang. Es gab als Vorspeise eine wunderbare Zwiebelsuppe und eine Leberpastete. Als Hauptgang „Minced Duck“ mit Kartoffelbrei und Boef Stroganoff. Zum Dessert aßen wir Schokopudding und ein Schokoküchlein mit flüssigem Kern. Die gewählten Rotweine dazu waren ebenfalls wunderbar. Anschließend rief das Bett. Wir folgten gehorsam…

Dienstag

Frühstück gab es am Dienstag für uns im Kaleidoscope. Auch hier war das Frühstücksbuffet wahnsinnig umfangreich. Es gab wie im Rostang verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Frühstücksmöglichkeiten. Im Kaleidoscope wird dies aber noch um asiatisches und nordafrikanisches Essen ergänzt. Wer China-Bratnudeln bereits am Morgen mag, ist hier bestens aufgehoben. Wir waren nicht all zu sehr begeistert. Was aber primär an der Bahnhofshallenathmosphäre lag und an der Tatsache, dass unsere Getränke bereits weg waren, als wir für einen zweiten Gang zum Buffet gingen. Die Kellner konnten ja nicht ahnen, dass wir unsere vollen Saftgläser und Kaffee- bzw. Teetassen noch austrinken, wenn andere Gäste vieles unangerührt zurücklassen. Prinzipiell waren wir etwas a-typisch beim Frühstück, weil wir die Teller nie überfüllten und mehr als die Hälfte dann nicht aßen. Aber das ist Erziehungssache. Mich persönlich stört dieses verschwenderische Verhalten sehr, aber es scheint für die Mehrheit im Urlaub Gang und Gebe zu sein. Bezahlt ist bezahlt. Urlaub ist Urlaub. Den Sinn hinter solchem Verhalten verstehe ich nicht.

Nach einer kurzen Planung des Tages im Zimmer nutzten wir einen Shuttle-Bus vom Hotel zur Mall of the Emirates. Auf 223.000m² findet man hier mehr als 400 Shops, mehr als 65 Restaurants und Snack-Points, ein Kino mit 40 Leinwänden und angrenzend noch die berühmte Ski-Halle. Wir schauten hier nur kurz, aber was wir sahen, ließ uns auch etwas sprachlos zurück. Zu viele Läden, zu wenig Zeit.

Ein Bereich in der Mall of the Emirates. Für Shopping-Fans ist Dubai ein ideales Plfaster für wahre Kaufräusche.
Ein Bereich in der Mall of the Emirates. Für Shopping-Fans ist Dubai ein ideales Plfaster für wahre Kaufräusche.

Die Mall of the Emirates ist direkt an eine Metro-Station angeschlossen. Die Züge der Dubai-Metro fahren voll automatisch ohne Fahrer. Auch das Schwarzfahren ist (fast) nicht möglich, da man im Vorfeld am Drehkreuz sein Ticket scannen lassen muss. Wir kauften ein Tagesticket für 14 Dirham pro Nase. Umgerechnet entspricht das knapp drei Euro.  Während der Fahrt lief ein Informationsfilm, wie man sich bitte zu benehmen hat. Kaugummi, Essen und Trinken ist zu unterlassen. Außerdem soll man auf angemessene Kleidung achten. Primär ist das eine berechtigte Respekterweisung an die vorherrschende Kultur, aber auch im Interesse der eigenen Gesundheit ein guter Tipp. Die Metro bietet wie die Malls und Hotels starke Klimaanlagen. Gefühlt waren es immer 20 Grad Unterschied und ich war froh, lange Hosen und eine Strickjacke zu tragen.

In Deira, einem Altstadtteil Dubais, befinden sich die traditionellen Souks. In anderen Ländern heißen diese engen Gassen Bazare und jeder, der mal einen besuchte, kennt den ganz eigenen Charme dieser Handelsplätze. Mittlerweile ist es wohl so, dass sich auch die Gastarbeiter hier als Händler verbreiten. Vor allem auf dem Gold Souk bedrängten uns dann doch mehr Händler, die einen indischen bzw. pakistanischen Einschlag hatten. Sie konnten ja nicht ahnen, dass uns Gold so gar nicht interessiert, sondern nur schauende Touristen sind.

Beim Schlendern durch die Gassen hatte ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Das hatte so gar nichts von Dubai an sich. Die Enge und die teilweise heruntergekommenen Gebäude. Balkone, die vollkommen zugehängt mit Wäscheleinen waren. Und trotzdem fand ich es ungemein schön dort. Durch die verschiedenen Bereiche der Souks schlendern. Das Gefühl zu haben, sich in den Gassen zu verlaufen, weil sie alle gleich und doch anders aussehen. Zum Glück fanden wir dann aber doch auch noch einen Händler, der etwas für uns hatte. Gewürze. Das erste Urlaubsmitbringsel für meinen Papa und uns war gekauft. Ob die Chilischoten ihre versprochene Schärfe haben, müssen wir noch testen.

Der Souk spuckte uns direkt am Creek wieder aus. Schnell ein paar Touristenfotos geschossen, weiter ging es. 

Wir suchten dann eine Haltestelle von Big Bus Tours und stiegen ein. Hop-On-Hop-Off-Busse sind ideal für Stadtfahrten. Dank mehrsprachiger Channels im Bus und den mitgegebenen Kopfhörern kann man sich übliche Touristeninformationen anhören und sieht dabei die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Für 200 Dirham, also rund 40 Euro war das eines der teureren Vergnügen. Durchaus positiv war die Getränkeversorgung im Bus selbst. Da wir lieber oben an der frischen Luft saßen, meldete der Körper trotz des angenehmen Fahrtwinds doch vermehrt Durst. Sicherlich vertranken wir das Geld nicht komplett, aber das Ticket ist 24 Stunden gültig und wir hätten es am nächsten Tag noch nutzen können. Auch der Eintritt ins Dubai Museum und in das ehemalige Wohnhaus von Scheich Saeed Al Maktoum war mit inbegriffen. Von daher ist der Preis für die Route schon fair.

Wafi Mall in Dubai
Die Mall ist in Form eines Bogens gebaut. Wenn man sie von außen sieht, kann einem der Gedanke kommen, man sei in Ägypten. Leider wirkte die Mall von innen sehr verlassen, weil nicht viele Menschen dort einkaufen, obwohl es zahlreiche Geschäfte gab.

Wir starteten bei Burjuman und fuhren zunächst bis zur Wafi Mall. Hier schlenderten wir kurz durch leider sehr leere Gänge und aßen eine Kleinigkeit zum Mittag. Anschließend ging die Rundreise richtig los. Entschuldigt hier bitte die kleinen Verwackler. Aus einem fahrenden Bus zu fotografieren, ist für Hobby-Knipser wie uns eine Herausforderung.

19:00 Uhr hatten wir einen Tisch für zwei Personen im Seafire reserviert. Auf das Steak freuten wir uns beide schon den ganzen Tag. Blöd nur, dass der Bus gut 15 Minuten Verspätung hatte und wir erst 18.50 im Hotelzimmer ankamen. Duschen im Schnelldurchgang inkl. Schminkflinte durchladen gepaart mit meiner allerbesten Zicklaune, denn ich hasse es, zu spät zu kommen. Da ist es auch kein Trost für mich, wenn es heißt, der Tisch wird eine Viertelstunde für uns frei gehalten. Aber wir saßen mit nur fünf Minuten Verspätung an unserem Tisch.

Für ihn gab es als Vorspeise geräucherte Entenbrustcarpaccio. Diese wurde unter einer Glashaube mit Rauch direkt am Tisch serviert. Das Stück, dass ich kostete, war geschmacklich ein Traum. Auch das T-Bone-Steak und mein Filet vom American Black Angus Beef enttäuschten uns nicht. Bei der Beilagenauswahl war ich gespannt, was honey-roasted parsnipes seien. Es stellte sich als eine sehr leckere Zubereitungsvariante von Pastinake heraus. Zum Abschluss noch ein Schokoladenmousse und ein Orangen-Soufflé mit Blutorangensorbet und einen Espresso. Wieder abgefüttert, glücklich und zufrieden fielen wir ins Bett.

Mittwoch

Nachdem wir ausschliefen und im Rostang umfangreich frühstückten, schnappten wir uns ein Taxi. Warten muss man hierauf nicht, sie stehen gefühlt überall bereit. Was ich ganz nett finde, sind die Lady-Taxis. Diese haben ein rosa Dach und werden von Frauen für Frauen gefahren. Die 25km vom Hotel zur Dubai Mall sollten 52 Dirham kosten, das sind umgerechnet 10,50 Euro. Der Fahrer schien äußerst gute Laune zu haben und erzählte fröhlich mit uns. Auch wenn die unterschiedlichen Akzente von uns allen beim Gebrauch der englischen Sprache etwas das Verständnis erschwerten, war es doch angenehm, mit „Einheimischen“ zu plaudern. So vergingen die knapp 20 Minuten Fahrt auch wie die Fahrt – ziemlich rasant.

In der Dubai Mall angekommen staunten wir mal wieder wahre Bauklötze. Uns wurde im Vorfeld gesagt, dass sie groß ist. 350.000m² Verkaufsfläche. Gut 1.200 Geschäfte. Und selbstverständlich ist es nicht nur möglich, hier ordentlich Geld zu lassen. Ach, es gibt auch ein Aquarium und eine Kunsteislaufbahn, ein Kino mit 22 Leinwänden und, und, und…Draußen trifft man noch auf einen riesigen Springbrunnen mit Musik und Wasserfontäne. Man gönnt sich ja sonst nix…

Bevor wir aber unsere kleinere Shoppingtour starteten (Endergebnis: Geschenke und Klamotten für die bessere Hälfte sowie Postkarten), wollten wir unsere Buchungsbestätigung für den Burj Khalifa gleich in Tickets umtauschen lassen. Das war eine äußerst kluge Entscheidung. Wir buchten die Fahrt zur Aussichtsplattform bereits in Deutschland über Get Your Guide. Entweder hatten wir an dem Tag neues Informationspersonal oder der Anbieter ist da nicht so bekannt, wie er sich auf seiner Plattform darstellt. Nachdem unseren Ausdruck fünf Leute ansahen, wir gut 30 Minuten warten mussten und am Ende noch eine Passkopie gezogen wurde, erhielten wir unsere Tickets für 18 Uhr. Sowohl uns als auch den Mitarbeitern gefiel diese komische Situation gar nicht. Später war der kurze Ärger aber dank der sagenhaften Aussicht bei Sonnenuntergang komplett vergessen.

Nach einem Abendessen und einer letzten kleinen Shoppingrunde in der Mall fuhren wir heim. Im Zimmer warteten diese zwei niedlichen Zimmergenossen auf uns: Handtuchfigur

Donnerstag 

Same procedere as every morning: Frühstück im Rostang. Danach ging es in die Lost Chambers vom Atlantis. Dank unserer Buchung durften wir dieses Aquarium im Hotel gratis besuchen. Also tauchten wir ein in die versunkene Stadt Atlantis:

Danach zogen wir uns auf unser Zimmer zurück. Während die bessere Hälfte die Augen nur geschlossen hat, um das Frühstück zu verarbeiten, schrieb ich 10 von 11 Postkarten. Leider vergaß ich meinen Adresszettel, sonst hätten noch ein paar mehr Post von uns im Briefkasten.

Vielleicht landet eine von denen ja bei euch im Briefkasten?
Vielleicht landet eine von denen ja bei euch im Briefkasten?

Dank der Auswahlmöglichkeit zwischen Mittagessen und Abendbrot konnten wir diesmal beim Asiaten im Hotel essen. Das Essen war lecker, wenn auch etwas wenig – selbst für mich. Ich hatte eine Entenbrust mit 3 Karottenschnitzern. Mein Dessert, das Obst und Eis sein sollte, mutete auch etwas seltsam an. Die Eiskugel war in einer Art Fondant gefangen. Beim Öffnen knackte und spritzte es, was mich an eine ambulante OP letztes Jahr erinnerte…

Zurück im Zimmer präparierten wir uns für unsere Wüstentour. Noch zwei andere Paarungen abgeholt und ab ging es. Zunächst mussten wir auf die Autobahn. Tempolimit ist 120km/h. Das wird eigentlich missachtet, es sei denn ein stationärer Blitzer nähert sich, dann bremst man auch mal. Vor der Überfahrt von Straße zu Sand wurde aus den Reifen Luft gelassen – um besser auf Sand und Dünen fahren zu können. Ich mochte das sehr, andere im Wagen hatten dezente Übelkeit und waren für die kurze Fotopause dankbar.

Danach ging es ins Beduinendorf – oder das, was Touristen als solches verkauft wird. Dort durften wir noch fix auf ein Dromedar steigen. Unseres hatte Flatulenzen und vibrierte die ganze Zeit. Muss Ausdruck der Liebe gewesen sein.

Dromedar

Anschließend durften wir uns auf Sitzkissen an niedrigen Tischen niederlassen. Die Zeit des Wartens konnten die Damen sich mit Henna-Bemalungen vertreiben. Auch Shisha-Pfeifen standen zur Verfügung. Wenn ich das Shisha-Rauchen besser vertragen würde, hätte ich hier sicher nicht nein gesagt. Aber so schnüffelte ich etwas am Rauch vom Tisch hinter uns und war glücklich und zufrieden. Wir beschlossen, bis zum Abendbuffet abzuwarten und Tee zu trinken.

Das Buffet bot typische Arabische Küche. Verschiedene kalte Vorspeisen, die auch aus der libanesischen Küche bekannt sind. Frisch gegrillt gab es Lamm, Fisch und Hühnchen. Dazu frisches Fladenbrot. Zum Nachtisch gab es sehr süßes Gebäck und frisches Obst.

Tänzer

Als Showeinlage folgte später ein Derwisch, also ein sich um die eigene Achse drehender Tänzer. Für mich ist es unfassbar, dass der sich gut 10 Minuten um die eigene Achse drehte und anschließend aufhörte und geradeaus gehen konnte. Inwiefern der Beitrag den Besuchern die mystische Bedeutung des Sema-Tanzes erläutern sollte, ist natürlich fraglich. Nach ihm betrat eine propper gebaute Tänzerin das Podest und zeigte einen ansehnlichen Bauchtanz – mit wackelndem Bauch.

Die Rückfahrt erinnerte mich dann wieder an Klassenfahrten von früher. Alle sitzen und plötzlich fällt wem ein, dass man was vergessen habe. In dem Fall ging es um die Kamera einer Mitfahrerin aus Manila. In aller Seelenruhe und ohne wen zu informieren ging sie zurück ins Dorf. Es war mittlerweile stockdunkel und alle Jeeps waren weg. Nach 20 Minuten und einem Lachkrampf meiner Person, weil die bessere Hälfte einen für mich unterhaltsamen Spruch brachte, kam sie zurück. Mit dem Mann von den Dromedaren. Er hatte ihre Kamera. Ein professionelles Nikon-Gerät vermisst man ja natürlich auch erst nach drei Stunden…

Freitag

Letzter Tag und Wehmut machte sich breit. Das letzte Frühstück im Rostang genossen wir wie alle zuvor. Danach schnappten wir uns die Badebekleidung und besuchten den Aquaventure Waterpark. Ich mag Spaßbäder eher weniger, weil ich meistens schnell friere. Hier ist das alles unter freiem Himmel und warm. Dank unserer Hotelbuchung war auch hier der Eintritt frei, nur das Schließfach mussten wir extra mieten, weil wir die Zimmerkarten nicht unbeaufsichtigt liegen lassen wollten. Der Turm des Poseidon ist ein Rutschturm für Adrenalinjunkies. Wir rutschten beide mit Poseidons Rache. Dazu steigt man in eine Kapsel auf eine Art Plattform. Diese wird einem weggezogen und man fällt. Danach gleitet man ohne es zu merken in die Rutsche. Ich brüllte wie am Spieß. Für mich stand danach fest: Nie wieder. (Mein Ärger im Nachhinein wäre aber groß gewesen, wenn ich es nicht ausprobiert hätte.) Gegen 14 Uhr gingen wir zurück ins Zimmer, den Nachmittag ließen wir bei einem Steak-Sandwich am Pool ausklingen.

Das Abendessen im Levantine war unsere letztes Highlight im Atlantis. Libanesische Küche ist nicht nur reichhaltig, sondern auch lecker. Es gab Baba Ghanoush (Auberginen-Sesam-Püree), Fatousch (Salat mit fritiertem Fladenbrot), Hummus (Kichererbsenpüree), Mutabbal (Auberginenmus), Taboulé (Petersilien-Bulgur-Salat) und Labneh (Frischkäse mit Joghurt und Olivenöl). Dazu gab es sehr leckeres und frisches Fladenbrot. Im Hauptgang wurden die Schüsseln um Lamm- und Hühnchen vom Grill ergänzt. Das Dessert war traditionelles süßes Gebäck mit Obst und einer Art Sahne, die mit Honig und gehackten Pistazien serviert wurde. Es war ein wahres Festessen für uns – nur viel zu viel.

Im Zimmer musste wir dann leider schon wieder unser Zeug zusammenpacken. 4:50 Uhr Ortszeit sollte der Wecker klingelt.

Samstag

5:30 sollte der Shuttlebus zum Flughafen fahren. Es wurde 5:40, weil Bummelanten verschliefen. Am Flughafen selbst war diesmal gefühlt die Hölle los. Schnell eingecheckt und gefrühstückt. Wir hatten Hoffnung, den gelobten Duty-Free-Bereich erkunden zu können. Dank der Wartezeiten an Toiletten konnten wir das vergessen. Ich stand nur 25 Minuten an. Die bessere Hälfte kam gleich gar nicht dran. Wir hatten dann noch 10 Minuten zum Stöbern. Das geschah bei den Whiskys. Gekauft wurde nix.

Der Rückflug war wie der Hinflug angenehm umrahmt von einem tollen Service und leckerem Essen. Wir landeten pünktlich in Frankfurt, schnappten uns den Koffer und fuhren heim. Müde. Kaputt. Hungrig. Und vor allem eins: Sehr glücklich.

 

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Markt etwas anders

Mainz hat mich mit seinem Wochenmarkt und insbesondere mit dem genialen Stand (Nummer 51, Obsthof Werner) voller Äpfel, die noch nach Apfel schmecken, wirklich verwöhnt. Supermarktäpfel schmecken mir nach wie vor nicht mehr. Die Marktäpfel hier in Frankfurt haben mich auch noch nicht verzaubert geschweige denn beim Backen überzeugt. Auf der Suche nach einem neuen Apfeldealer für mich, stolperten wir in die wahrscheinlich bekannteste Markthalle Frankfurts:

Die Kleinmarkthalle

„Ein Stück Frankfurt mit Herz“

Kurz zur Geschichte: Bereits seit Hunderten von Jahren gab es in der Frankfurter Innenstadt einen Treffpunkt, an dem die Bewohner des Umlandes ihre frischen Lebensmittel zum Kauf anboten (so wie wahrscheinlich in der Näher aller größeren Siedlungen). Der Geruch von Käse, Wurst, Obst, Gemüse und frischen Backwaren lag somit gefühlt schon immer in der Luft, wenn Markt war. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Markthalle errichtet – im Stil der Neurenaissance. Dank des Bombenhagels 1944 im WK II wurde auch das Gebäude zerstört. Nach 1954 wurde die Markthalle wieder mühsam aufgebaut und wird bis heute offensichtlich sowohl von den Händlern als auch den Kunden gerne genutzt. (Fotos zur Geschichte hier klicken.)

Die Händler heute bieten vor allem Lebensmittel an. Backwaren, Süßigkeiten, Fisch, Wurst- und Fleischwaren, Tee, Obst und Gemüse, Wein und Spirituosen. Dank einiger internationaler Geschäfte gibt es beispielsweise auch Delikatessen aus Italien. Ich hätte alles kosten wollen.

Mir fiel positiv auf, dass es hier bei den Fleischern auch Kutteln, Rinderherzen und Schweineköpfe in den Auslagen gab und nicht nur das „schöne“ Fleisch. Da ich prinzipiell von gut zubereiteten Innereien nicht abgeneigt bin, mich aber beispielsweise an die Zubereitung eines Rinderherzen noch nicht wagte, weil man sie eben nicht an jeder Fleischtheke erhält, werde ich dort wohl noch den einen oder anderen Einkauf wagen. Die bessere Hälfte war sowieso direkt in diverse Rinderstücke verliebt. Hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Pfanne oder der Schmortopf heiß gemacht wird.

Die Halle an sich war mir etwas zu eng, aber es ist eben Markt und noch dazu einer in einem Gebäude. Platz zum Tangotanzen wird man dort nie finden. Aber das ist sicher auch der Charme, den das Einkaufen in der Kleinmarkthalle bietet. Man kann schauen, die Händler laden einen zum Probieren ein. Es duftet wunderbar und es ist ein ganz anderes Einkaufen als im Supermarkt um die Ecke. Ich mag Märkte mit eigenem Flair – und das hat die Kleinmarkthalle definitiv.

Kurz zusammengefasst:

Was: Kleinmarkthalle Frankfurt am Main

Wo: Hasengasse 5, 60311 Frankfurt am Main

Wann: Mo-Fr 8.00-18.00 Uhr / Sa 8.00-16.00 Uhr

Die Kleinmarkthalle #1 (Tipp: vor allem die Neuigkeiten beachten, es gibt Führungen in der Halle!)

Die Kleinmarkthalle #2 (umfangreiche Informationen, auch in englischer Sprache)

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