We Will Rock You – Frankfurt – Alte Oper

Das Musical We Will Rock You gastierte in Frankfurt. Aufführungsort war die Alte Oper. Kurz vor Weihnachten waren auch wir in den heiligen Kulturhallen. Nachdem ich nun mehrere Nächte drüber schlief und das Queen Best of zwischenzeitlich auch wieder hoch und runter hörte, bleibt es bei den gemischten Gefühlen zur ersten Musicalerfahrung.

Zur Story

Wir befinden uns in der Zukunft. Globalsoft hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles zu vereinheitlichen. Jeder trägt die selbe Kleidung, hört die selbe Musik und sieht die selben Filme. Die Killerqueen und ihre Helfer sind stetig bemüht, diese Einheitlichkeit aufrecht zu erhalten. Handgemachte Rockmusik ist eine verblasste Erinnerung, die es vollständig auszurotten und zu vergessen gilt. Die GaGa-Musik, monotone und computererzeugte Musik, soll das einzig Wahre sein.

Abseits des Einheitsbreis beten die Bohemians jedoch frühere Musiklegenden an, die ihnen nur durch Fragmente überliefert sind. Sie sind Aussätzige, die von den Helfern der Killerqueen gejagt werden. Aber sie leben den Traum, dass der Rock und der Gitarrenheld irgendwann zurückkommen und die wahre Musik wieder gefeiert wird.

Der Träumer Galileo passt auch nicht in die angepasste Einheitswelt, die Globalsoft errichtet hat. Als Art Visionen hat er regelmäßig Liedtexte im Kopf, die ihn verwirren. Die Helfer der Killerqueen wollen ihn und die aufmüpfige Scaramouche, ein Mädchen, das nicht in die Glitzerwelt von Globalsoft passt, beseitigen, aber beide entkommen. Durch die Bohemians erkennen sie den wahren Wert der Rockmusik und es entbrennt ein Kampf zwischen Einheitsbrei und den Verfechtern des Rock.

Was hat das mit Queen zu tun?

Ganz einfach: Die Songs der wohl mit besten Band der Menschheitsgeschichte strickten wunderbar diese Geschichte zusammen bzw. ergänzen diese sehr gut. Elton John hat gemeinsam mit den übrigen Bandmitgliedern von Queen dieses Musical geschaffen, das im Mai 2002 in London uraufgeführt wurde.

Meine Meinung

Bereits der erste Eindruck der Alten Oper war für mich jetzt nicht so überwältigend, wie ich es mir vorstellte (sorry!). Von außen hübsch, von innen sah es etwas aus wie das Dessauer Theater. Ja, es ist schön viel Platz und viele Leute passen in das Haus, aber ich mag diesen 70er Jahre Bauschick nicht. Das hat einfach keine Klasse für solch ein Gebäude. Im großen Saal, in den wohl gut 2.500 Menschen passen, hat man auf so manchem Sitzplatz auch etwas gelitten. In unserem Fall sehr, denn vor uns saßen zwei sehr große Menschen, bei denen die Dame das Haar auch noch wunderbar toupiert hatte. Die Handlung auf der Bühne war für mich eher ein dunkler Fleck, weil ich einfach nicht an ihren Köpfen vorbeikam. Pech gehabt! Entweder hat man Glück oder nicht…(oder kauft sich für das nächste Event einfach Karten für Sitzreihen, wo keiner vor einem sitzen kann 😉 )

Was mich mehr störte, war die immense Lautstärke. Ja, Rockmusik hört man laut. Ja, Musicaldarsteller haben viel zu singen und Musik hört man auch laut, aber es war einfach zu laut bzw. zu übersteuert. Man verstand leider so gut wie nie einzelne Textpassagen vollständig am Stück. Es waren eher Textfragmente. Dass es nicht nur mir so ging, sah ich an den Leuten, die unmittelbar um uns herum saßen: so mancher hielt sich stellenweise die Ohren zu. Das muss ja nun nicht sein, denke ich. In der Pause gingen auch drei aus unserem Block, die im Vorbeigehen noch diskutieren, ob sie den zweiten Akt noch ertragen können, da es jetzt schon schmerzt. Sie kamen nicht wieder. Nach dem zweiten Akt und der finalen Zugabe war auch ich sehr dankbar für Stille. Am U-Bahnhof. Bevor die Massen heimreisten.

Fazit

Echte Queenfans sind wahrscheinlich geteilter Meinung. Ich kann das auch verstehen. Freddy Mercury, John Deacon, Roger Taylor und Brian May schufen mit ihrer Musik Werke, die generationsübergreifend Musikliebhaber glücklich machen. Die legendären Auftritte von Queen, hach, ich wäre gerne dabei gewesen. Wer daher sagt, er möchte Queen nur als Queen sehen, hat jedes Recht dazu. In Streitlaune komme ich nur, wenn man in den Bewertungen schreibt, dass man schockiert sei, dass der Sänger nicht annähernd die Qualitäten von Freddy Mercury hatte. Tja nun. Seine einzigartige Stimme war einzigartig, aber leider tot. Es ist klar, dass ihm niemand in der Form das Wasser reichen kann…

Aber ich finde auch die Kritik, die das Musical auf humoristische Art und Weise äußert, vollkommen berechtigt. Die heutigen Musikstars müssen nur noch ins Bild passen. Gesang wird im Studio abgemixt, die Instrumente spielt meist der Computer. Zum Glück ist es noch nicht so, dass es gar keine handgemachte Musik mehr gibt, aber gefühlt geht der Trend zu Künstlichem. Je mehr Leute dies erkennen, desto eher gibt es wieder eine Rückbesinnung, dass die Bandbreite der Musik so wunderbar vielfältig ist. Von Klassik bis Techno sollte jede Form ihre Daseinsberechtigung haben. Sie soll sich auch mischen, aber nicht zu einem Einheitsbrei werden.

Daher kann ich jedem, der gerne zu den Queen Hits mitträllert einen Besuch des Musicals empfehlen. Es war ein sehr schöner Abend, trotz der eingeschränkten Sicht und Lautstärke. Darum freue ich mich jetzt schon auf die Rocky Horror Show im Frühjahr. Also zeig mir, Alte Oper, dass du auch gut ausgesteuert bist und wir den holprigen Start vergessen.

 

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Gorilla Rodeo! – The Long Way Home

Der eine hört Podcasts, der andere liest sich täglich durch seine RSS-Feeds und ich habe meine Let’s Plays, die ich täglich versuche zu konsumieren.

Was ein Let’s Play ist möchte ich hier aber nicht erklären. Nur den Umstand, dass ich durch den Youtube Kanal von Game Tube und dem dortigen Upload-Plan auf die Band Gorilla Rodeo! aufmerksam wurde.

Die Band selbst ordnet sich als Ska-Swing-Surf-Polka-Country-Punk aus Oberbayern ein und wird von der lokalen Presse in hohen Tönen gelobt. Auch meiner Meinung nach haben die Jungs Potential und ich bin gespannt auf die Entwicklung des Astro-Wüstenrock im Rodeo-Style. Als erste Amtshandlung als „Supporter und Fan“ habe ich mir auch prompt das Album The Long Way Home [Amazon-Partner-Link] zugelegt.

Wer sich nicht ohne Rein-Hören und Belesen in dieses Abenteurer schmeißen möchte, findet auf der Homepage der Band Hörproben und mehr Info-Material zur Band.

Ihr wollt euch nicht durchklicken? Dann lasst euch wenigstens hier ein wenig von Klängen aus der Vorgänger-EP „The Great Gorilla Rodeo Ride“ beschallen.

Jungs, ein Auftritt in Leipzig lässt sich doch sicher mal ins Auge fassen, oder?

[Hinweis] Dieser Beitrag enthält einen Amazon Partnerlink – Dieser dient dazu unserem unersättlichen Verlangen nach Geld Genüge zu tun. Ich fühle mich auch schon ganz schmutzig, ehrlich.

Im Ernst: Diese Links sollen lediglich dazu dienen den Betrieb dieser Seiten zu refinanzieren. Falls ihr euch dennoch daran stört, fühlt euch frei mich zu informieren.

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Soap must go on

Tja. So ist das in meinem Leben. Immer was los. Immer irgendwie ein wenig abseits von normal, zumal der Begriff auch noch näher zu definieren wäre.

Wir drei wohnen nun seit September nicht mehr unter einem Dach. Trotzdem bleiben wir euch auch weiterhin mit unseren spannenden Geschichten mitten aus dem wahren Leben treu, denn schließlich ist der latente Hang zur Selbstdarstellung nicht in einer Umzugskiste verloren gegangen. Lars beehrt Berlin und berichtet quasi aus dem Hauptstadtstudio, Sascha bleibt dem liebenswerten Leipzig treu und ich erobere den goldenen Westen. Und wir drei haben nun eine Gemeinsamkeit: jeder von uns ist irgendwie freier.

In diesem Sinne, lasse ich den guten Freddy für uns ein Lied singen. Die folgenden 4:32 Min sind nur für uns, Jungs:

Queen – I Want to Break Free


Quelle: YouTube

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Musik mit Steinen drin – Kaizers Orchestra

Was machst du, wenn du von deinem damaligen Mitbewohner spontanst angeschrieben wirst, dass eine dir bekannte auslandastanische Band in der Stadt ist, deren Texte du nicht verstehst und die laute Musik macht?

Du sagst natürlich zu!

So geschehen am 12. März im Jahre 2012. Kaizers Orchestra, eine norwegische Rockband, spielten in Leipzig auf. Nicht irgendwo auf einer schnöden Bühne. Nein, im Central Theater. Dort, wo sonst großes, epochales, ja, man möchte fast sagen monumentales Theater mit Liebe, Schmerz und ganz wenig Hoffnung gemacht wird, gab es gestern Stromgitarre, Schlagzeug, Bass, (Schiffer-)Klavier und Gesang. Kurzum: Musik mit Steinen drin.

Die Karten für dieses Spektakel wurden kurzfristig durch Lars besorgt und wir machten uns spontan für den Abend bereit.

Am Abend trafen wir im Foyer des Theater-Hauses einen Freund meinerseits, der seinen persönlichen Schwarzmarkt gegründet hatte und versuchte seine überschüssigen Karten an die Frau, den Mann oder andere Wesen zu bringen. Scheinbar hatten sich die doch recht zahlreichen Besucher aber schon vorher, wie wir, mit Karten versorgt. Da half auch die Ermäßigung nichts. Nach einem kurzen Plausch ging es weiter. Eine kleine Freude bereitete uns die kostenlose Garderobe und die Möglichkeit, das uns bevorstehende Erlebnis in Bildern festhalten zu dürfen – trotz der Verbotsschilder.

Nach dem im Theater üblichen “rein-klingeln”, auch Gong genannt, begann eine Vorstellung, die nicht nur Epileptiker zum zappeln gebracht hätte. Uns, die Wooooh-Girls und -Boys neben uns und den Rest des Saals, riss es von den gepolsterten Sitzmöbeln. Es ging quasi ein Ompa durch die Sitzreihen.

Natürlich gab es unter den Zuschauern auch diejenigen, die qualitativ hochwertige Mitschnitte mit ihrem Mobiltelefon gemacht haben. Diese könnt ihr mit Sicherheit auf YouTube wiederfinden, aber weiterführende Informationen gibt es eher direkt bei Kaizers Orchestra. Für diejenigen unter euch, die sich gerne Bilder anschauen, gibt es hier noch ein paar visuelle Reize von diesem wundervollen Abend.

 

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