Mein Brautkleid

Kleider. Ach ja. Ich mag sie, ziehe gerne welche an. Auch an anderen Frauen sehe ich gerne Kleider und denke mir oft: Ach, ist das ein schönes Kleid. Ja, eigentlich liebe ich Kleider und trage doch viel zu selten welche.

Brautkleider sind nun aber eine ganz eigene Kategorie, ja eigentlich schon Liga. Und selbst wenn auf den ersten Blick Brautkleider in ihren Schnittkategorien irgendwie gefühlt alle gleich sind, so sind sie es wirklich beim besten Willen nicht. Schnitt und Material sind beim Brautkleid wohl die wichtigsten Elemente. Chiffon, Seide, Satin, Spitze, Taft, Tüll, A-Linie, Empire, Mermaid, kurz, lang, mit Reifrock oder ohne. Je besser der Stoff und so ausgefeilter das Handwerk, desto hochwertiger und auch kostenintensiver wird es.

Natürlich begann die Recherche nach meinem Brautkleid auch recht schnell nach dem Antrag. Ich stöberte im Netz, in meinen Zeitschriften, schaute mir auf TLC gefühlt jedes Format über Brautkleider und Hochzeiten an. Es gab da schon oft den Moment, dass ich mir dachte: Oahr nee. Geh weg damit. Hin und wieder gefiel mir aber auch ein Kleid oder ein Schnitt. So sammelte ich nach und nach Kleider, die mir optisch gefielen bzw. an denen mir bestimmte Details gefielen.

Ganz verliebt war ich in die Kleider von Pronovias.  Ach, was starrte ich sie im Netz an. Nicht alle, da mir an vielen Kleidern viel zu viel Glitzer und Bling-Bling war, aber es gab so ganz schöne, schlichte und trotzdem gut aussehende Brautkleider. Sie flossen quasi nur so dahin am großen, schlanken Modelkörper…

Da ich mich beim Klamottenkauf kenne, wollte ich früh anfangen mit der Suche nach meinem Kleid. Im Oktober trommelte ich meine Eltern und seine Mama zusammen und wir fuhren nach Leipzig. An dem Laden Brautmoden für Männer und Frauen die sich trauen spazierte ich zu Uni-Zeiten regelmäßig vorbei und schaute immer recht verliebt ins Schaufenster. Dass ich hier mal mein Brautkleid kaufen werde, tja, daran war damals gar nicht zu denken.

Selbstverständlich hatte ich vorher einen Termin vereinbart. Meine Kleidbeispiele hatte ich auch dabei. Ich fühlte mich durchaus gewappnet.

So kamen wir im Geschäft an, wurden auch gleich freundlich empfangen und zu „meiner“ Kabine geführt. Nach der Versorgung mit Kaffee bzw. Wasser schaute sich die Verkäuferin meine Vorschläge an und konnte davon auch ein paar Modelle direkt heraussuchen, weil diese vorrätig waren. Dazu suchten wir gemeinsam noch einige Kleider in ähnlichen Varianten aus und los ging die erste Ankleiderunde.

Bewaffnet mit Reifrock (den wollte ich doch eigentlich gar nicht?!) und den Kleidern standen wir in der Umkleidekabine und probierten Kleid für Kleid an, das ich dann präsentierte.

Was im Fernsehen bei vielen Frauen wie der größte Spaß des Lebens aussieht, wurde für mich und mein Selbstbewusstsein leichter Horror. Stellt euch vor, ihr steht da, eingehüllt in teuren Stoffe und eure Jury guckt euch sowas von gleichgültig an. Wahrscheinlich hätte ich mit einem Kartoffelsack bei meinen Lieben mehr Emotion hervorgerufen. Das frustriert unheimlich. Ich hakte nach, was denn alles so falsch sei. Ich sei kein Glitzer, ich sei keine Spitze, ich sei kein zu eng, ich sei kein zu weit. Ja, innerlich fragte ich mich, ob ich Typ Grottenolm sei. Mein Oberkörper sei nun mal kürzer und ja, die Beine auch nicht lang. Ja sorry, für mehr als 162cm reichte es trotz Fruchtzwergen nicht. Und ja, ich fand den Glitzer auch doof. Bei meinem Gemecker über zu viele Pailletten meinte die Verkäuferin immerhin sehr geduldig: Die Schneiderin kann die Ihnen auch alle abtrennen. Klar, ich bezahle wahrscheinlich bei einem 2000€-Kleid Pailetten und Steinchen mit, damit die jemand mühevoll abtrennt. Das wäre mir wirklich zu blöd. (Aber gut zu wissen, dass es den Service gibt.) Da stand ich nun und wollte heulen.

Im Nachhinein war mein eigentliches Problem aber, dass ich mich in den Kleidern ziemlich fett fühlte. Ich trage im Alltag meist eine 34/36. Das ist nicht dick, auch wenn ich an mir selbst Problemzonen wahrnehme, die ich gerne etwas reduzieren würde. In diesen Kleidern, die ich mir zur Mehrheit auch selbst aussuchte, fühlte ich mich wahnsinnig unwohl und ja, auch ziemlich häßlich. Die neutrale Reaktion bzw. das konsequente Kopfschütteln und das ständige „Fränzchen, es muss dir doch gefallen!!!“ gaben mir dezent den Rest, denn nach 12 Kleidern gefiel mir erst eines. Dieses schlug bei den anderen aber nicht so wirklich ein. Kein OMG oder AAAAAWE, wie schön. Es folgten die bereits erahnten Wuttränen sowie der Versuch des Besänftigen mit „Du hast doch noch so viel Zeit. Ach Fränzchen…“

Kapitualation stand jedoch für die Verkäuferin noch nicht zur Debatte – an dieser Stelle Hut ab und Danke dafür! Nach einem kurzen Kriegsrat mit ihr ging es in die zweite Runde. Diesmal suchte sie ein paar Kleider zusammen. Nach den ersten Modellen kam dann auch endlich mal ein „Joah, die Richtung wird es“ von draußen. Ich selbst fühlte mich nun auch etwas wohler in den Kleidern.  Als ich das vorletzte Kleid auf dem Bügel sah, wurde mir schon wieder mulmig. Es war die Befürchtung, für gar kein Kleid geeignet zu sein. Ich sah mich in einem unscheinbaren weißen, kurzen Etuikleid mit Blazer heiraten. So schlüpfte ich traurig in das vorletzte Kleid. Es war endlich auch ein Modell ohne nervigen Reifrock. Bevor ich in den Spiegel schauen konnte, lächelte die Verkäuferin sehr zufrieden. Ich drehte mich zum Spiegel und ja, ich fand das Kleid nicht nur toll, sondern mich auch endlich einmal hübsch. Das war dieser ersehnte JAAA!-Moment, an dessen Auftreten ich schon nicht mehr glauben wollte.

Als der Vorhang geöffnet wurde, fing meine Mama direkt an zu weinen. Bestes Zeichen, so blöd das jetzt klingen mag. Seine Mama nickte nur lächelnd und mein Papa wirkte ebenfalls ziemlich zufrieden. Ich drehte mich und fühlte mich einfach wohl. Das Kleid saß natürlich noch nicht perfekt, aber ich hatte endlich das Gefühl, eine echte Braut zu werden.

Den kritischen Moment des Preises an der Kasse überlebte ich zum Glück auch ohne Sauerstoffzelt. Ich würde nicht behaupten, ich hätte dieses Kleid für jeden Preis genommen. Da ist in mir die Vernunft größer. Es ist auch etwas teurer, als erhofft, aber auch entfernt von der absoluten Schmerzgrenze (Die ich durch den Kauf von Schuhen, Tasche und Haarschmuck dann ausreizte *hust*). Da ich an anderen Kleidern an diesem Tag die Schilder sah, muss ich aber sagen, dass es wohl eines der günstigeren Modelle an dem Tag war. Im Schnitt lagen die meisten Kleider zwischen 1.800 und 2.100 Euro, was verdammt viel Geld ist und weit über meinem mir selbst gesetzten Limit liegt.

In der Zwischenzeit habe ich gefühlt eine Million Tipps erhalten, wie ich mich bis zum Schneidertermin und dann dazwischen bis zur Hochzeit zu verhalten habe.

Iss nichts, was bläht. Das bläht tagelang.
Mach keine radikalen Diäten.
Friss aber auch nicht.
Werde nicht schwanger.
Bist du schwanger?
Prüfe, ob es ein Empire-Kleid werden könnte, für den Fall Schwangerschaft.
Trage sexy Dessous.
Trage figurformende Wäsche.
Trage Wäsche, die man nicht durchsieht.
Trage am besten gar keine Wäsche.
Verrate ihm bloß nix zum Aussehen des Kleides.
Verrate aber uns bitte jedes Detail.
Hol es nicht zu früh ab.
Hol es nicht zu spät ab.
Lass es nicht zu spät anpassen.
Lass es nicht zu früh anpassen.
Iss vor der Trauung nichts in dem Kleid.
Iss aber was vor der Trauung.
Übe mit der Trauzeugin das Anziehen so oft wie möglich.
Ziehe das Kleid vor der Trauung nicht zu oft an.
Pack dir eine Häkelnadel ein.
Nimm nichts mit nur Knöpfen.
Nimm nichts mit nur Schnürung.
Nimm keinen Reißverschluss.
Pass auf, dass dir keiner auf das Kleid tritt.
Dir wird jeder auf das Kleid treten, also pass auf.
Du wirst Hilfe brauchen, wenn du auf Toilette gehst.
Trink nicht zu viel, damit du nicht zu oft auf’s Klo musst.
Pass auf, dass dein Brautstrauß zum Kleid passt.

Vergangenes Wochenende war nun die zweite Anprobe. Natürlich freute ich mich schon, auch wenn ich die ein, zwei Tage davor doch ein wenig nervös war – aber im positiven Sinne. Nervenraubend war eigentlich nur der Kauf der Unterwäsche im Vorfeld. Prinzipiell hätte ich natürlich gerne das volle Programm für Mission Sexy Hochzeitsnacht, aber Corsage, Slip und Strumpfhalter passen nun nicht zu allen Modellen. So viel sei verraten: Ich wurde fündig – und das ziemlich budgetschonend und hoffentlich auch attraktiv genug für den Zukünftigen.

Nachdem ich im Geschäft wieder bestens umsorgt wurde und wir sogar noch die passende Handtasche und einen kleinen Haarkamm fanden, ging es zur Schneiderin ins Atelier. Wieder rein ins Kleid und rauf auf das Podest. Während die Schneiderin absteckte, konnte ich mich in aller Ruhe ansehen. Ich mochte das Kleid beim ersten Anprobieren wirklich sehr, aber ich denke, an diesem Wochenende verliebte ich mich so richtig. Vielleicht liegt es daran, dass der Tag der Hochzeit näher kommt und die Vorfreude wächst. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nie einen Einkauf bereute, wenn ich mich von Anfang an in etwas wohl fühlte und der Moment bei der Schneiderin mir ohne erwartungsvolle Blicke anderer ganz mir gehörte. Mein Kleid. Ich.

In ein paar Wochen führt mich mein Papa zu ihm ins Standesamtzimmer. Ich versuche mir jetzt schon immer mal auszumalen, wie er mich anschauen wird. Hier bin ich wirklich gespannt. Meine Mama meint, er wird mich wunderschön finden, aber sie muss das ja quasi sagen, sie ist meine Mama 🙂 Er selbst sagt auch, dass er weiß, dass ich strahlen werde und das für mich perfekte Kleid fand. Hoffentlich strahlen wir gemeinsam, denn geteilte Freude soll ja doppelte Freude sein, ne?!

Ist schon Juli?

Ansonsten habe ich nur noch folgende Ratschläge für alle Zukunftsbräute:

  • Nehmt max. 3 Personen mit zur Anprobe. Das sollten Leute sein, die ehrlich sind und euch gut kennen. Zu viele Meinungen sind kontraproduktiv, denn Fakt ist: Kleider sind Geschmackssache. Du musst es lieben, du musst dich drin wohlfühlen. Nur weil Freundin Uschi meint, das ultimative Hochzeitskleid hat einen bauschigen Tüllrock, Corsage und 346484 Glitzerpailletten, heißt das noch lange nicht, dass so euer Kleid auszusehen hat. Die Berater sollten euch sehr gut kennen und auch in eurem Gesicht lesen könne, wie wohl oder unwohl ihr euch fühlt.
  • Vereinbart am besten Termine in den Geschäften und fragt nach dem Ablauf. Mir wurde beispielsweise nicht am Telefon gesagt, dass nur die erste Stunde gratis ist. Anschließend würde pro Stunde ein Betrag anfallen, der natürlich bei Kauf eines Kleides wieder verrechnet wird bzw. entfällt. (So entgehen die Läden wahrscheinlich Büchsen-Treffen, die nur aus Jux und Tollerei mal Braut spielen wollen)
  • Zieht an dem Tag am besten helle, unauffällige Unterwäsche an und tragt wenig, am besten kein Make-up. Durch Make-up können die Kleider beschmutzt werden und ihr wollt sicher auch in saubere Outfits schlüpfen. Das gleiche gilt übrigens für Parfum und Deo. Nutzt hier am besten Deo, das keine Spuren hinterlässt.
  • Seid nicht zu enttäuscht, wenn das Traumkleid aus der Zeitung an einem selbst vollkommen miserabel aussieht. Nicht jeder Schnitt schmeichelt jeder Frau. Wir sind alle unterschiedliche Typen. Eine professionelle Verkäuferin kann euch aber sehr gut beraten, da sie weiß, zu welchem Typ Frau welches Modell passt.
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit wird euer Kleid nicht das, was ihr euch vorgestellt habt. Bisher hat mir das fast jede Braut bestätigt (eine nähte selbst, dass das ideal war, ist logisch) und auch bei mir war es so, dass ich diesen Schnitt, den Stoff und die Art so nicht erwartet hätte.
  • Probiert auch gleich Schuhe und mögliche Unterwäsche an. So wisst ihr, was passt und was nicht. Auch Accessoires & Co. können gleich mit ausgesucht werden, sofern die Zeit, Lust und Budget es mitmachen.
  • Fragt bitte außerdem vorher, ob es erlaubt ist, wenn eure Begleitung von den Kleidern der engeren Wahl 2-3 Fotos machen dürfen. Nicht jeder Laden möchte dies.
  • Genießt nach der Wahl eures Kleides die Vorfreude!
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„Sie haben den Bogen einfach nicht raus“ oder auch: Franzi beim Augenbrauenkorrigieren

Über jedem Auge sitzt ein haariger Streifen, der mal mehr, mal weniger die direkte Verbindung zur Nachbarin sucht. Nun bin ich zum Glück nicht mit einer Monobraue gestraft, aber ich setzte mich ehrlich gesagt nie großartig mit den Dingern auseinander. Klar, hier und da werden unnötige Härchen gezupft, aber ich hasse das sehr und groß Gedanken über Form und Farbe hab ich mir nie gemacht. Sie sind halt da, unterstützen meine Mimik und schützen die Augen. Kurz: Sie machen ihren Job.

Das reichte mir an Aufmerksamkeit für Gesichtsbehaarung auch vollends aus, bis, ja bis ich zum Probestyling für die Hochzeit ging. Ich bekam jetzt keine Standpauke à la „OMG, wie rennst du denn rum, da MUSS was gemacht werden!!!!111“, aber mir wurde trotzdem ans Herz gelegt, mir in Frankfurt bis zur Hochzeit vielleicht ein freundliches Kosmetikstudio zu suchen, das sicher der Sache annimmt. Immerhin seien die Augenbrauen der Frauen hier immer wunderbar in Form. Tja nun. Den Wink mit dem Zaunpfahl habe ich verstanden.

Ich haderte mit mir. Wirklich. Einerseits will auch ich am Tag meiner Hochzeit einfach phantastisch aussehen. Fakt. Da nehme ich auch die Tipps und Tricks der Schönheitsprofis gerne an. Andererseits will ich aber auch immer noch ich selbst sein und auch so aussehen. Schließlich möchte ich ein Strahlen in seinen Augen sehen, wenn mich mein Papa zu ihm führt und kein Entsetzen aufblitzen sehen.

Also sprang ich über meinen Schatten und vereinbarte einen Termin in einem Friseur- und Kosmetikstudio, das im Netz gute Bewertungen hatte und für mich ideal zu erreichen ist.

Samstagmorgen war es soweit. Ich traf in einem stylisch eingerichteten Salon ein und wurde direkt freundlich und sehr serviceorientiert empfangen. Jacke abgenommen, persönlich zum Wartebereich geführt und später platziert worden. Nach einem kurzen Gespräch inklusive Erklärung, warum ich überhaupt komme, war zumindest mein mulmiges Schamgefühl weg. Das habe ich in Gegenwart von professionell geschminkten und gestylten Menschen immer, weil ich beim Thema Make-up einfach nur faul und oft auch desinteressiert bin. So nahm ich Platz und ließ die Dame anfangen.

Oh, ich hasse Augenbrauenzupfen. Mir schießen sofort die Tränen ins Auge und ich hab dann echt keine Lust mehr. Gefühlt rupfte sie mir auch alle Härchen komplett raus und beschnitt irgendwas. Ich sah schon vor mir, wie ich die kommenden Wochen mit so Brauenstiften mir peinliche Fake-Brauen aufmalte.

Nachdem sie fertig war, schaute ich mir das Ergebnis im Spiegel an. Ehrlich gesagt war ich enttäuscht im ersten Moment. Ich hatte noch immer Augenbrauen, was mich beruhigte, aber ich sah keinen Unterschied, bis auf den Brauenanfang, den sie stutzte. Während ich mir die Augen trocknete, verschwand sie kurz und kam mit einem Brauenstift wieder. Hier fiel dann das Zitat des Tages: „Ich male kurz die Form der Brauen nach. Sie haben einfach den Bogen nicht raus.“ Was sie meinte, verstand ich auf Anhieb. Die ideale Augenbraue läuft zu ca. 2/3 nach oben und dann ab nach unten. Meine machen dies zwar auch, aber in so einem flachen Anstieg, dass man es leider für nichts gebrauchen kann. Tja gut. Wäre ich mit Theo Weigels Haarbüscheln gesegnet, könnte man hier was zurecht zupfen. An dieser Stelle bin ich halt raus. Der Kampfgeist der Kosmetikerin ist aber trotzdem irgendwie geweckt, da sie meinte, dass man es bis Juli vielleicht zum bestmöglichen Ergebnis zupfen kann. Wir werden sehen.

Bis zur Hochzeit werde ich somit noch zweimal die Pinzette vom Profi fliegen lassen, danach ist es ja eh Gesetz, dass man sich gehen lässt 😉

Ich besuchte übrigens den Salon Schloberg in Frankfurt/Sachsenhausen. Ideal für mich gelegen, weil er in der Nähe der U-Bahn sowie meiner Haus-und-Hof-Straßenbahnlinie liegt. Wie oben beschrieben, wurde ich freundlich empfangen, gut beraten. Absoluter Pluspunkt war die Zurückhaltung beim Aufquatschen von Zusatzleistungen. Beim Friseur ist mir dies immer unangenehm, wenn noch Shampoos und Kuren verkauft werden sollen. Daher hier klare Empfehlung!

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Vorbereitung ist alles

Wie ich eingangs mal erwähnte, ich ahnte nicht wirklich etwas im vergangenen Frühjahr, dass der Herr Hochzeitspläne schmiedet.

Offensichtlich untypischerweise hatte ich auch keine klaren Vorstellungen, wie meine Traumhochzeit auszusehen hat. Bis zu dem Zeitpunkt besuchte ich nur die meines Bruders. Hatte damit zwar standesamtlich und später kirchlich durch, aber es weckte keine Träumerin in mir.

Dies änderte sich natürlich mit der Frage aller Fragen. Wir saßen beide zusammen und sponnen, wie unser Tag wohl aussehen könnte. Das war ganz schön, aber so festgesetzte Wünsche entstanden da auch nicht. Meine eine Kollegin war mir damals geistig weit voraus. Sie wusste genau, was sie will und was nicht. Das bewunderte ich. Wirklich.

Ich gönnte mir dann einfach einen ordentlichen Schwung Hochzeitsmagazine vom Kiosk – regelmäßig. Seichte Abendunterhaltung war gesichert.

Sich solche Magazine irgendwie zu besorgen kann ich nur jedem empfehlen, der nicht schon vier Hochzeiten mitorganisiert hat oder zahlreiche Feiern besuchte und somit weiß, was gefällt und was nicht. Man kann als Neuling im Thema einfach wahnsinnig viel übersehen und vergessen. Außerdem gibt es oft gute Tipps für das Zeitmanagement – wenn man nicht wie ich beruflich durch Eventplanung schon geschädigt ist. Wer meint, er kann ohne Kompromisse und Rückschläge in drei Monaten seine Traumhochzeit in der beliebtesten Location seines Wunschortes planen, ist ein bisschen naiv, denn auch hier kann Geld nicht alles regeln.

Für das Kennenlernen der Brautkleidhersteller ist es das Beste, was es gibt. Dank des Internets kann man sich oft die gesamte Palette der Designer ansehen und auch schauen, in welchen Läden man die Marke finden kann. So bastelte ich mir auch meine Vorstellungen für den Besuch beim Brautmodengeschäft zusammen. Dass mir davon gar nix stand, ist ein anderes Thema…

Auch Dekotipps hab ich gut aus den Zeitungen ziehen können bzw. erkennen können, was so gar nicht mein Fall ist. Viele meinen Ja, eine schicke Location ist alles. Das stimmt, aber kleine Details machen nicht nur die eigene Hochzeit individueller, sondern zeigen auch den Gästen, dass sich das Brautpaar Gedanken gemacht hat, eine bestimmte Stimmung zu schaffen. Ich persönlich mochte es als Gast immer, wenn sich in der ganzen Gestaltung der Hochzeit das Paar darin spiegelte. Es ist nicht immer möglich, aber die Hochzeitsreportagen und Tipps in den Magazinen können gute Starthilfe geben.

Für mich als Beauty- und Make-up-Laie waren auch die Tipps rund um Styling am Hochzeitstag bis jetzt recht praktisch. Klar, ich mache auch nicht alles Vorschläge – weil ich einfach keine Lust bzw. Bedarf habe. Meine Füße sind beispielsweise recht ordentlich gepflegt. Ich muss nicht sechs Monate vorher regelmäßig zur Fußpflege, um in meinen Schuhen einen strahlenden Auftritt hinzulegen. Meine Haut benötigt auch keine Behandlungen mit Peelingmasken und weiß der Teufel was. Aber das ist ja das Gute: Alles kann, nichts muss.

Was außerdem perfekt in einigen Magazinen gelöst ist, ist der Dienstleisterteil. Am Ende des Heftes wartet quasi eine Sonderform des Telefonbuches auf die Paare. Sortiert nach PLZ-Bereichen oder Dienstleistungssparten können hier Profis für die eigene Hochzeit kontaktiert werden. Vom Fotograf über Catering bis hin zum Zauberer oder einer Kinderbetreuung. Wer nicht lange recherchieren will und auch keine Geheimtipps von Freunden und Familie erhält, hat hier gute Chancen, erfolgreich fündig zu werden.

Mein Alltime-Favourite bei den Magazinen ist aber das offenbar noch recht junge marryMAG. Hier gibt es nicht nur die neuesten Trends zu bestaunen, sondern wunderbare Reportagen zu Brautpaaren, sondern auch herrliche DIY-Vorschläge. Beim marryMAG kann ich wirklich reinen Gewissens sagen, ich las alles. Bei anderen wäre das gelogen 😉

Mit der Zeit wuchs nun zu Hause ein ordentlicher Stapel an Magazinen und Zeitschriften. Leider heiratet in meinen Umfeld aktuell nur noch einer – zwei Wochen nach uns. Hier brauche ich der Braut keine Magazine mehr andrehen. Die sind bei der Planung wie wir fast fertig. Wer hier aber Interesse hat und sie sich irgendwie in Frankfurt abholen möchte oder ich sie bei einem Heimatbesuch in Halle, Dessau oder Leipzig irgendwie abgeben kann, ich mache dies gerne. Für den Papiermüll wären sie einfach zu schade. Also: Verlobt euch und nehmt mir das Papier ab!

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Eheringe oder auch: „Karstadt macht auch schöne Freundschaftsringe…für kleine Budgets“

Zu einer Hochzeit gehören Ringe. Das ist kein Gesetz, aber Eheringe haben mit ihrer tiefen Verwurzelung in die Tradition schon eine gewisse Symbolik, die auch ich nicht abstreiten möchte. Für uns beide gab es daher auch nie die Diskussion, ob wir darauf verzichten wollen – auch wenn wir beide nicht wirklich viel Schmuck besitzen und tragen. Es besteht halt immer die Gefahr, etwas zu verlieren bzw. zu verbummeln – bei uns beiden.

So starteten wir im Januar vergnügt zur Hochzeitsmesse hier in Frankfurt und wollten uns zunächst nur inspirieren lassen. Platin, Weißgold, Palladium, Edelstahl – ist halt alles in der Grau-/Silberschiene zu finden, aber wo da die Unterschiede sind und wie sie an unseren Händen wirken, da hatten wir keine Ahnung. Die Bildungslücke wollten wir schließen.

Nun sind Messen nicht nur als Volksbespaßung gedacht, sondern die Aussteller wollen Geld verdienen. Daher ist natürlich auch klar, dass die Messemitarbeiter potentielle Neukunden gewinnen wollen. Denn wie sagte meine Schwägerin in spe so schön: „Hochzeitspaare und junge Eltern. Die können so richtig schön gemolken werden.“ Das unterschreibe ich nun blind. Also zumindest für Hochzeitspaare.

So fanden wir uns nach gefühlt 30 Sekunden nach dem Betreten der Halle in zwei äußerst bequemen Sesseln vor einer freundlich grinsenden, jungen Frau wieder. Sie hatte auch viel Schmuck am Ohr, Hals und den Händen – sie l(i)ebt ihre Arbeit somit bestens – zumindest in meinen Augen.

Das Abfragen der Grundfakten lief ab wie nach Schema F mit Ankreuzzettel. Hochzeitsdatum? Ringgrößen? Materialwünsche? Steinwünsche? Gravurwünsche? Materialmix?

Das war bezüglich der Ringart direkt etwas viel auf einmal. Wir wussten immer noch nicht, wie sich Weißgold von der Optik her von Platin und Palladium unterscheidet. Zumindest konnte uns dann hier Weißgold neben Platin gezeigt werden, aber nur kurz. Es wirkte fast so, als wäre es ihr lieber, wenn wir immer die Handflächen nach oben zeigen würden à la „Hände hoch, das ist ein Banküberfall“.

Den Beratungsgnadenschuss bei ihr gab ich mir wahrscheinlich selbst, als ich ihre Frage mit „Wie viele Steine sollen es denn werden?“ mit „ach….eigentlich gar keinen“ beantwortete. Ich weiß nicht, ob sie dachte, wir hätten so gar kein Geld oder wären geizig oder was auch immer. Jedenfalls wurde sie merklich einsilbig und betonte, dass ihre Firma nur mit ECHTEN Diamanten und HOCHWERTIGEN MATERIALIEN arbeitet. Es gäbe da aber so Warenhäuser, in deren Schmuckabteilungen findet man auch sehr schöne Freundschaftsringe, gar nicht mal so teuer…

Tendenziell ging es mir bei meiner Entscheidung gegen Stein gar nicht um den Preis. Wir hatten beide nie über ein Preislimit gesprochen, waren uns aber auch hier unausgesprochen wieder einig, dass wir nicht mehr als Summe X bezahlen möchten.  Wir kennen uns einfach. Wir sind tollpatschig. Wir sind das Paar, das beim fröhlichen Buddeln mit Kindern am Strand den Ring verliert. Ich möchte aber keine 1.000 Euro der Ostsee schenken und mich dann über meine eigene Dummheit noch mehr aufregen.

Außerdem kam auch aus optischen Gründen kein Stein für mich in Frage. Ich trage links sicher auch weiterhin meinen Verlobungsring – so lange wie dieser passt. Dieser ist schlicht mit einem kleinen Stein. Ich liebe ihn einfach, wie er ist. Da brauche an der anderen Hand nicht fast deckungsgleich das gleiche Design, nur aus anderen Materialien. Die Argumentation verstand die Dame leider irgendwie nicht.

Wir gingen anschließend zwar nicht grollend oder gar beleidigt vom Stand, aber es war auch irgendwie frustrierend. Kunde ist König, solange man die Scheine auf den Tisch knallt.

Einige Stände weiter kamen wir dann zum Stand der Goldschmiede Kargus. Dies war das totale Kontrastprogramm hinsichtlich des Ansprechens und Beratens. Wir wurden sehr freundlich angesprochen und zwar mit der direkten Frage, ob wir uns nicht vorstellen könnten, unsere Eheringe selber zu schmieden. Ehrlich gesagt, wir konnten es nicht, waren aber neugierig.

In der Hobbyschmiede kann man unter der fachkundigen Anleitung eines ausgebildeten Goldschmiedes die Eheringe selber erschaffen. Es klingt so, als würden am Ende Schmuckstücke entstehen, die nach nichts aussehen, aber durch die fachkundigen Anweisungen geht hier in der Regel wohl nichts schief und die Ringe sehen am Ende auch wirklich nach Ringen aus.

Wir selbst ließen uns vor Ort in der Hobbytrauringschmiede in Offenbach noch einmal alles zeigen. Außerdem ließen wir uns, um eine Vergleichsgröße zu haben, den Materialbedarf für unsere Ringe ausrechnen. Final zusagen wollten wir nicht, da noch ein Termin beim Juwelier ausstand. Der Leiter der Hobbyschmiede war aber auch sehr freundlich, beantwortete geduldig die Fragen und versprühte die ganze Zeit einen hessischen Charme, wie ich ihn in Frankfurt bisher noch nicht erleben durfte.

Letztendlich entschieden wir uns auch tatsächlich für die Trauringe von der Stange beim Juwelier. Das hatte ganz praktische Gründe: fehlende Zeit an den Wochenenden in den kommenden Wochen und fehlendes Vertrauen in unsere Fähigkeiten.

Wer sich jedoch vorstellen kann, hier einen Tag in einer Goldschmiede unter wirklicher Fachanleitung seine Ringe zu schmieden, sollte sich ruhig einmal umsehen, ob in seiner Gegend nicht auch eine Hobbyschmiede ist. Die Ringe, die wir sahen, waren wirklich gut gemacht und wirkten für mich, als Laien, auch nicht wie „selbstgemacht“, sondern wie aus dem Laden gekauft. Es ist wahrscheinlich ein ganz eigenes Gefühl zu wissen, dass der Partner auf diesem Stück Metall rumhämmerte, es erhitzte, es bog, es schliff. Ich glaube, hätten wir aufgrund seiner Versetzung weniger Zeitdruck gehabt, hätten wir hier wirklich ja gesagt.

Sowie der Juwelier dann vom Hersteller dann endlich mal beliefert wird, können wir auch hier ein dickes Häkchen auf der To-Do Liste setzen. Wer uns kennt und die Ringe sieht, wird wohl nicht überrascht sein. Bei der Beratung war für mich jedenfalls das schönste, nicht in Schublade „geizig“ oder „arm“ gesteckt worden zu sein. Sie beriet uns ausdauernd und verständnisvoll, gab Tipps und Hinweise – also so, wie man es sich vorstellt. An dieser Stelle großes Danke an Frau E. vom Christ Juwelier! Auch dafür, dass sie sich jetzt so fleißig rührte um nachzuhaken, wo unsere Ringe bleiben.

Jetzt freue ich mich, dass wir sie dann irgendwann in der kommenden Woche wohl abholen dürfen und dann möchte ich Juli haben, um sie endlich in der Ringschale liegen zu sehen – bis zum Anstecken.

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DIY: Hochzeitseinladungen

Einladungen zur Hochzeit sind irgendwie immer zauberhaft. Ich hatte schon echt tolle in der Hand. Entweder liebevoll selbstgebastelt oder schick & edel bei einem der vielen Anbieter im Netz bestellt.  Die Möglichkeiten sind unendlich viele – und das ist wunderbar.

Wir sind jetzt gut 4 Monate vor Tag X und ich hatte den hoffentlich einzigen Brautzilla-Moment. Das Layout der Karte hat mich schier wahnsinnig gemacht, aber ich fange von vorne an.

Am Anfang stand die Idee des Brainstormings im Raum. Was soll alles in die Einladung rein? Welche Informationen werden immer abgefragt? Was können wir abnehmen? Wollen wir auf eine Webseite verlinken? Wenn ja, wie soll die Webseite aussehen? Wenn nein, wie viele Infos brauchen Gäste eigentlich? Was wollten wir bisher immer wissen? Haben wir ein Farbkonzept? Wenn ja, wie sieht das aus? Welches Format soll die Karte haben? Fragen, Fragen, Fragen….

Nach ein paar Grübelmomenten stand für uns fest, wir wollen eine Art Register in der Einladung haben. Das sahen wir vor zwei Jahren in ähnlicher Form bei der Heirat des Paares W. und fanden das richtig klasse. Bei den Beiden steckten die Register in einer Art Papphülle. Es war total übersichtlich und praktisch und hübsch – und anders.

Also experimentierte ich und schnitt und beschriftete ein Probeexemplar per Hand, klemmte es in eine Doppelkarte und freute mich. Leider ging der beidseitige, kongruente Druck mit meinen Hilfsmitteln (Word 2010) nicht auf. Wahrscheinlich lag es hauptsächlich an meiner fehlenden Logik und dem unprofessionellen Drucker für den Heimbedarf, der Papier einfach nicht gleich einziehen kann. Somit verwarfen wir die erste Idee, die wir persönlich schon echt klasse fanden.

Danach ging ich über zu einzelnen Blättern. Das ging schon besser mit dem Formatieren und ich brauchte hier auch den ollen, deckungsgleichen Druck nicht. Also Einladungstexte und alle Infos gesammelt. Tonkarton zugeschnitten, die Einlegeblätter hinsichtlich der Größe angepasst und ab ging der Probedruck. Sah ganz brauchbar aus. Nur sah die Karte von außen noch ganz schön langweilig aus.

Im Bastelladen des Vertrauens (idee Creativmarkt) deckte ich mich mit Stempeln ein und legte los. Von der Grundidee gefiel uns ein leichter Vintage-Look. Aber nicht zu verspielt. Im Internet fix noch eine Vorlage für den Einladung-Schriftzug-Hintergrund gesucht (Google-Suche: Vintage Label). Dank der Lochzange und den sogenannten Brads in Form eines alten Nagels konnte das Außen- und Innenleben der Karte wie gewünscht verbunden werden. Fertig war der Prototyp. Das war im November.

Die Einladungen wollten wir mit Bestätigung vom Standesamt final verschicken. Bereits im vergangenen Sommer verschickten wir die Save-the-Date-Karten, somit war unser Termin bei unseren potentiellen Gästen bereits vorgemerkt (hoffentlich). Die Einladungen wollten wir dann gut sechs Monate vor der Trauung verschicken – so der Plan. Gedacht war dies für Ende Januar. Nun wurde es Mitte Februar. Leider gingen dann in einem Landkreis die Einladungen auch noch verloren, sodass wir erst am letzten Wochenende alle Einladungen final zustellen konnten. Daher bin ich wirklich froh, dass wir eine Save-the-Date-Karte verschickten, weil mir persönlich jetzt schon wieder alles viel zu knapp war.

Was ich zum Basteln benötigte:

  • Tonkarton (Farbe: Tanne)
  • Papier (Farbe: Sand)
  • Stempel Einladung
  • Schablone für das Vintage Label
  • Silikonstempel (Doilies)
  • großer und kleiner Stempelblock für Silikonstempel
  • Stempelkissen (schwarz)
  • alte Zeitung (als Unterlage)
  • Kleber
  • schwarzer Filzstift, Bleistift
  • Lochzange (4mm Durchmesser)
  • Brads (Art Musterbeutelklammer, nur dekorativer)
  • Glitzerkleber in grün
  • Schere, Schneidelineal
  • Lineal (30cm)
  • PC mit einem Textverarbeitungsprogramm
  • Drucker
  1.  Aus einem Bogen Tonkarton A4 schnitt ich mit Hilfe meines Schneidelineals den Karton in vier gleiche Teile. Dazu maß ich von jeder Seite die Hälfte ab und erhielt so vier (mehr oder weniger DIN A6 – gerechte) Karten. Vier einzelne A6-Karten reichten in meinem Fall für zwei Einladungen mit je einem Vorder- und Hinterteil.
  2. Zunächst stempelte ich die Ornamente wie geplant auf den Karton und ließ die Stempelfarbe trocknen. In den Mittelpunkt setzte ich dann mit grünem Glitzerkleber kleine Highlights.Hochzeitseinladung selbstgemacht
  3. Für den Hintergrund des Einladungsteils erstellte ich zunächst eine Schablone. Das Blatt Papier in der Farbe des Innenlebens teilte ich mir entsprechend der Schablonenmaße auf und stempelte zuerst in jedes Viereck das Wort Einladung. Erst danach legte ich die Schablone auf und zeichnete final die Umrisse. Dadurch konnte ich sicher gehen, dass die Schrift relativ zentriert im Label gesetzt ist. Nach dem Ausschneiden der Formen malte ich den Rand mit einem schwarzen Filzstift noch dick nach. Das fertige Label klebte ich mittig auf die Vorderseite der Einladungskartons.
  4. Für das Innenleben der Karte bestimmte ich anhand der Anzahl der benötigten Registerblätter die Größe der Einleger. Dazu nahm ich das Kartonkartenmaß des A6-Kartons und zog einen Sicherheitsabstand ab.
  5. Nun ging ans Füllen der Blätter. Im Vorfeld legten wir bereits fest, was genau an Informationen in unsere Einladungen gehören. Wichtig war für uns, dass nicht all zu viele Informationen offen bleiben. Manchmal traut man sich ja auch nicht zu fragen, was sich das Paar wünscht oder wie teuer das Zimmer ist oder ob es einen bestimmten Dresscode gibt.
  6. Vor dem Drucken sollten alle Texte einheitlich formatiert und Schriftarten und -größen unbedingt überprüft werden! Dazu am besten auf Schmierpapier einen Probedruck ausdrucken und mit einem sehr kritischen Auge jede einzelne Seite komplett überprüfen. Das spart viele Nerven, glaubt mir.
  7. Nach dem Druck mussten die Textfelder ausgeschnitten und in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Das Schneiden fraß viel Zeit, das ist unbedingt einzuplanen!
  8. Beim Stanzen der Löcher ist darauf zu achten, dass die Löcher an der gleichen Stelle sind. Ich positionierte dazu das Deckblatt auf der Rückseite der Vorderkarte, richtete aus und setzte die Lochzange an. Anschließend legte ich das Deckblatt wieder auf den Stapel der einzelnen Blätter und lochte diese. Am Ende lochte ich die hintere Karte, wozu ich die Vorderkarte zum Positionieren der Locherstanze nutzte. Dadurch saß alles so, wie es sollte und ich überforderte die Lochzange nicht, indem ich alles zusammen lochen wollte.
  9. Am Ende setzte ich die Karten vor und hinter den Blätterblock und verband sie mit Hilfe des Nagel-Brads.
  10. Die Anrede schrieb ich per Hand rein, weil ich das persönlicher finde. Am Ende unterschrieben wir beide noch und fertig war unsere Einladungskarte.

DIY Einladung Hochzeit

Auch hier kann ich wieder nur Pinterest empfehlen, um sich inspirieren zu lassen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, eine Einladung zu gestalten – sei es mit Hilfe von Profis aus Druck-Häusern oder daheim am Schreibtisch. Zu beachten ist nur, dass der Text am besten von Außenstehenden gegengelesen wird, um Verständnisfehler zu vermeiden und ggf. auf Tippfehler hinzuweisen. Es sollte auch immer genug Zeit für die Gestaltung und den Druck bzw. die Erstellung der Karte eingeplant werden. Wer ein äußerst knappes Budget hat, muss ebenfalls beachten, dass manche Briefformate und auch Gewichte entsprechend höheres Porto kosten.

Ansonsten: Lasst eurer Kreativität freien Lauf!

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DM Lieblinge Dezember 2014

Gefühlt holte ich erst letzte Woche meine Novemberbox ab, aber wir haben ja schon Dezember und ich konnte die Tage meine zweite DM Lieblinge Box in der Filiale des Vertrauens abholen. Auch diesmal packte ich erst daheim aus.

Bereits nach dem ersten Blick war ich sehr zufrieden, denn ich fand folgende Produkte:

  • Rentierplätzchen-Post (Rezeptheftchen und 4 Magnete mit den Motiven der Rentierplätzchen)
  • Masterpiece Max Mascara MAX FACTOR
  • invisibobble Haargummi
  • head&shoulders Instant Shampoo
  • Professional ebelin Ultralight Mini-Haarschutzbürste
  • AXE Black Duschgel
  • CD Handcreme Sanddorn
  • tesa Glitter-Deco

MagneteDie Rentierplätzchen probiere ich vielleicht in den kommenden Jahren mal aus, wenn ich das Vergnügen habe, mit kleinen Zuckerbäckern gemeinsam in der Küche zu stehen. Für uns zwei mach ich eher selten so einen Dekoaufriss bei Keksen. Die Kühlschrankmagnete machen mich nicht ganz so glücklich. DM Digifotos bietet sie auf seiner Homepage ab 7,95€ an. Wer sie nur als Deko an den Kühlschrank klemmen will, wird damit gewiss glücklich. Sie halten auch einen kleinen Einkaufszettel. Aber bei dem Gewicht einer Postkarte wird es dann schon etwas kritisch, weil der magnetische Teil dafür einfach zu schwach ist.

Masterpiece Max Mascara MAX FACTORAch ja, Mascara. Aktuell benutze ich L’Oréal Paris Mascara False Lash Schmetterling (geht langsam alle) und den L’Oréal Paris Mascara False Lash Schmetterling Intenza. Auch der Masterpiece Max Mascara MAX FACTOR stellt mich ganz zufrieden. Wenn auch er nicht nach zwei Wochen Benutzung klumpt, wie es leider die billigeren Mascaras gerne tun, freut es mich um so mehr, dass ich ihn so günstig testen konnte.

Als ich vor einigen Wochen die invisibobble Haargummi auf der Facebookseite von DM sah, dachte ich nur: aha, aha. Ich kaufte mir nämlich vor über einem Jahr bei Papanga genau solche Haargummis. Mir wurden diese empfohlen, da ich bei Pferdeschwänzen häufig Kopfschmerzen bekomme und diese angeblich weniger „ziehen“. Leider kann ich dies nicht direkt unterschreiben bzw. bestätigen, da ich auch mit den Papangas hin und wieder Kopfschmerzen bekomme, wenn ich länger einen hohen Pferdeschwanz trage. In der Box waren die kleinen invisibobble Haargummis, die sich bei mir auch eher als Abschlusshaargummi eignen. Da sie dank ihrer Gestalt nicht aus dem Haar rutschen, wenn ich beispielsweise mit einem geflochteten Zopf jogge, werden sie hier ihren Zieleinsatzort finden – und das hoffentlich für lange Zeit.

Head and Shouldershead&shoulders Instant Shampoo ist das Shampoo meiner Kindheit (neben Schauma 7 Kräuter). In den letzten Jahren kam zum Klassiker classic clean so manches Shampoo hinzu, dass nicht nur die Schuppen recht wirksam (bei mir zumindest damals) bekämpfte, sondern auch die Haare pflegte. Da ich seit einigen Jahren nicht mehr unter starker Schuppenbildung leide und auf Anraten des Friseurs ein anderes Shampoo nutze, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir dieses zu kaufen. Die bessere Hälfte nutzt aber gerne jedes Shampoo. Vielleicht teste ich es zwischendurch auch einmal, da die Kopfhaut jetzt im Winter auch stark belastet wird.

Ebelin HaarbürsteNicht nur die Kopfhaut wird gerade massiv belastet, auch das Haar. Ich habe mit meinen Haaren, die ich zu 99% offen trage, aktuell das Problem, dass sie sich im Nacken aufgrund des Schals und des Kragens vom Wintermantel in Zusammenarbeit mit der Mütze schön verheddern. Das ziept wunderbar beim Kämmen. Privat nutze ich die Holzbürste Mischborste in beiden Größen von Dm, weil ich die Kombi aus normalen und Naturbürsten sehr mag. Bei der Paddleburste ist zudem die Auflagefläche schön groß, was mir beim Bürsten des langen Haares echt entgegenkommt. In der Box befand sich die Professional ebelin Ultralight Mini-Haarschutzbürste. Dank einer innovativen Bürstentechnologie sorgt sie dafür, dass sich feines, aber auch natur- und dauergewelltes Haar nicht zwischen Borste und Bürstenkissen verfängt. Außerdem soll sie einen Ionisierungseffekt mitbringen. Dadurch sollen sich die Haare beim Bürsten weniger statisch aufladen. Dank super trockener Luft im Büro, kann ich nur bestätigen, dass meine eigentlichen Haarbüsten vor der Aufladung in keiner Weise schützen. Nach dem Kämmen fliegt es wunderbar um meinen Kopf herum – trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Pflegemaßnahmen. Das Kämmen mit der Professional ebelin Ultralight Mini-Haarschutzbürste unterbindet die fliegenden Haare auch nicht, aber sie fliegen nicht ganz so stark, was durchaus positiv zu bewerten ist. Auch das Ausbürsten vom verziepten Haar ist hier sehr angenehm. Ob ich die Bürste allerdings als Minihaarbürste bezeichnen würde, ist anzuzweifeln. Selbst gekauft hätte ich sie mir wohl auch nicht, weil ich meine eigentlichen Bürsten mehr mag.

Axe BlackFür die bessere Hälfte war diesmal auch wieder etwas dabei: AXE Black Duschgel. Man sagt den AXE Duschgelen ja so manch betörende Wirkung nach. Aus der Packung roch es schon einmal ganz angenehm. Jetzt bleibt zu hoffen, dass es auch hautfreundlich ist und die Damenwelt ihm nicht zu sehr schöne Augen macht 😉

DM Liebinge CD Handcreme Sanddorn Die CD Handcreme Sanddorn finde ich auch eine durchaus passende und nützle Gabe in der Box. Winterzeit ist für die Haut nicht gut, die Hände leiden massiv, daher habe ich überall Handcreme parat. CD kenne ich nun noch nicht, freue mich aber, sie auszuprobieren, wenn eine der aktuellen Packungen daheim oder im Büro aufgebraut ist. Überzeugt bin ich ja bisher nur von Neutrogena, daher bin ich sehr gespannt. Der erste Test aus Neugier war bisher zufriedenstellend.

Glitter GlueMit der tesa Glitter-Deco hätte ich so gar nicht gerechnet, aber ich finde es nicht schlimm. Da ich zunehmend Grußkarten selber erstelle, wird sie wohl zum Einsatz kommen. Ich bekam lediglich Verbot, es für unsere Hochzeitseinladungen zu nutzen, daher wird er von nun an stark glitzernde Geburtstagskarten bekommen….

 

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DM Lieblinge im November 2014

Yeah, ich bin eine Runde mal endlich dabei. Die letzte Qualifikationsrunde ging leider an mir vorbei, die 2-3 Bewerbungen davor waren nicht von der Glücksmuse geküsst. Aber diese Woche durfte ich meine erste DM Lieblinge Box abholen. Hätte mich ein Schuljunge in der Straßenbahn nicht vollgequatscht, hätte ich sie wahrscheinlich schon in der Bahn auseinandergenommen. Geduld ist nicht so meins bzw. die Neugier gewinnt in 9 von 10 Fällen. So öffnete ich sie erst daheim und entdeckte folgende Produkte:

  • Profissimo Muffinförmchen – passend zur Weihnachtszeit in rot mit Sternchen
  • Wella Wellaflex Haarschaum – Styling und Hitzeschutz in einem
  • Balea Men Aftershave Balm – für die sensible Männderhaut nach der Rasur
  • Dresdener Essenz Pflegebad – mit Mohnduft
  • TePe Easypick – Zahnzwischenraumreinigung soll nie simpler gewesen sein
  • Olaz Regenerist Luminous – Creme, die Altersflecken aufhellen soll
  • Kaugummis

Muffinformen von DM Die Muffinförmchen kommen bei mir defintiv zum Einsatz und somit werden die gewiss nicht lange bei mir existieren. Da wir in wenigen Tagen Besuch bekommen, werden darin wohl passend zum Außendekor Bratapfelmuffins gebacken. Freu mich jetzt schon auf das Ergebnis!

Den Haarschaum von Wellla testete ich jetzt bereits einige Male und bin nicht ganz so zufrieden. Trotz versprochenem starken Halt fällt meine Schwachstelle aka Pony auf dem Kopf gerne bereits gegen Mittag in sich zusammen. Vom Look nach dem Tragen meiner Mütze brauche ich dann gar nicht erst weitererzählen. Vielleicht kann ich ihn verschenken, viel habe ich ja nicht entnommen. Ansonsten brauche ich ihn vielleicht doch auf und wer weiß, vielleicht überzeugt er mich doch noch. (Da er beim „Fotoshooting“ noch im Bad war, fehlt er hier leider – sorry)

Balea Men After Shave BalmDer Herr hat den Balm noch nicht getestet, aber er hat vielleicht ganz gute Chancen bei ihm, da er für sensible Haut gedacht ist und diese bei uns im Haushalt doppelt vertreten ist. Vielleicht teste ich das Zeug auch mal für die Beine nach der Rasur oder dem Epilieren. Gerade jetzt im Winter will die Haut wesentlich mehr Pflege und was für zart besaitete Männergesichtshaut gut sein soll, wird sich an meinen Beinen wohl auch gut machen.

Dresdener Essenz - MohnDie Dresdener Badeessenz werde ich bestimmt auch dieses Jahr noch testen. Auch wenn trotz Schmuddelwetters meine Vorliebe stets der Dusche gilt, habe ich doch manchmal auch Verlangen nach einem schönen, warmen und vor allem entspannenden Vollbad. Ich hoffe nur, dass sie die Kritik anderer Lieblinge-Gewinnerinnen nicht bei mir auch bestätigt und es muffig riecht. Warten wir es ab; auf meinem DM Einkaufszettel steht schon ein Ersatzbadezusatz.

TePe EasyPickWomit ich überhaupt nicht klarkomme, sind die Zahnreinigungssticks TePe EasyPick. Die Marke fiel mir im DM bereits öfter ins Auge, weil ich regelmäßig  Zahnpflegeprodukte nachkaufen muss. Wie man diese Dinger in die Zahnzwischenräume bekommen soll, ist mir ein Rätsel. Meine Zahnstellung wurde nie durch Spangen oder dergleichen korrigiert, daher frage ich mich, was für Lücken man haben muss, um die Dinger zwischen die Zähne zu bekommen. Daher bleibe ich wohl bei meiner gewöhnlichen Zahnseide.

Olaz Regenerist Luminous CremeOlaz Regenerist Luminous Creme ist auch nicht so meins. Keine Ahnung, ob ich da die falsche Zielgruppe bin. Meine Haut im Gesicht ist sowieso schon sehr pflegebedürftig und verträgt nicht jedes Produkt. Ich muss gefühlt in meinem Gesicht auch nichts aufhellen oder dergleichen. Aber gut, was will man an Haut, die 27 Jahre alt ist, schon groß auffrischen 😉 Für mich ist das eindeutig das unbrauchbarste Produkt aus der Box, was sehr schade ist, denn die kostet schon ein paar Euro. Ob ich sie teste oder jemanden finde, der sie haben möchte, wird sich wohl in den nächsten Tagen zeigen.

Dentol Protect KaugummisKaugummis. Eigentlich ist meine „ich kaue ununterbrochen“ – Zeit seit einigen Jahren vorbei, aber dennoch habe ich immer welche da. Kaugummis sind halt gute Begleiter im Alltag, vor allem auch im Job, wenn zwischen den Terminen der Kaffeegeschmack im Mund nicht weichen will oder während der Autofahrt kein Bonbon zur Hand ist. Sie werden somit definitiv aufgebraucht.

Schade finde ich es, dass die Box so großflächig mit DM bedruckt ist. Sie wäre eine schöne Geschenkverpackung – gerade jetzt für Weihnachten. Aber vielleicht finde ich auch noch eine andere Verwendungsmöglichkeit.

Jetzt bin ich auf jeden Fall gespannt, was sich in der Dezemberbox versteckt – die müsste ich auch in ein paar Tagen holen können.

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Urlaubserinnerung

Dank meines verlängerten Wochenendes kam ich die letzten Tage dazu, mich endlich um meine liegengebliebenen „Urlaubsreste“ zu kümmern. Primär betraf das die Gestaltung des Fotoalbums rund um den Urlaub. Die Fertigstellung dauert aber noch ein Weilchen, weil ich Bilder nie wahllos in ein Album klebe, sondern Fotoalben bei mir eher einer Art Tagebuch gleichen.

Die Urlaubserinnerung, die schneller zu basteln ging, ist meine Sand-Glas-Flasche. Während im September meine Füße in weichem, warmen Sand spielten, kam mir die Idee, das es eigentlich ganz schön sei, wenn man von jedem Urlaubsland, wo man war (idealerweise am Meer), etwas Sand in ein Gefäß schichtet und sich dann im Laufe der Jahre an den einzelnen Schichten erfreut und auch gerne an den Urlaub erinnert. Selbstverständlich checkt man im Vorfeld, ob die Ausfuhr von Sand rechtlich ok ist – auch wenn es sich hierbei um kleine Mengen handelt.

Wenn alles gut geht, kommt im Juni die nächste Schicht hinzu. Da ist ein verlängertes Wochenende an der Ostsee geplant und ich freue mich bereits sehr. Ich mag das Meer und die Leute, die am Wasser wohnen, sehr.

Und hier das aktuelle Ergebnis:

Sand in Glasflasche

Ihr findet die Idee auch gut und wollt euch ebenfalls eine sandige Erinnerung basteln? Dann los. Es ist ganz einfach. Besorgt euch einfach eine durchsichtige Glasflasche mit Verschluss. Meine stammt von Butlers und kostete 1,99 Euro. Dann benötigt ihr noch den Sand eures Urlaubsortes. Bastelt euch aus Papier einen Trichter, damit der Sand auch in der Flasche landet und nicht außerhalb. Deckel zu und an den gewünschten Ort stellen. Bis die Flasche voll ist, sollte sie wenn möglich weder umfallen noch geschüttelt werden, sonst vermischen sich die Schichten. Und auch wenn die Tauben bei Aschenputtel eine tolle Auslesearbeit geleistet haben, bei Sand funktioniert das sicher nicht so gut 😉

 

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Ein Herz für Bücher

Dank meines täglichen Aufenthalts im ÖPNV komme ich endlich wieder dazu, Bücher zu lesen. Zu Beginn habe ich angesammelte Werke auf meinem Kindle nach und nach abgearbeitet. Aktuell lese ich den zweiten Band von „Das Lied vom Eis und Feuer“ von George R.R. Martin. Da diese derzeitig nur als Taschenbuch erhältlich sind, hatte ich zu Beginn meine Bedenken, sie wirklich unterwegs zu lesen. Meine Tasche ist nicht die größte, aber die Bücher sind recht umfangreich. Durch ständiges Einstecken und Herausholen leidet der Einband eines Buches massiv. Wer ein Herz für Bücher hat, versteht mein Problem.

Für das erste Buch der Reihe benutzte ich eine einfache, kleine Tüte, aber das ging mir mit der Zeit auch auf die Nerven – auch wenn ich nicht der einzige Leser in der S-Bahn bin, der seine Bücher auf diese Weise schützt. Eines Tages sah ich dann bei der Frau neben mir einen Umschlag aus Stoff. Ich recherchierte. Der lokale Buchladen sollte sie verkaufen. In Mainz hatte ich leider kein Glück, aber Freund Internet half auch hier.

Libri x

Der moses.Verlag Shop bietet eine Vielzahl an Gadgets für Leseratten und auch diese tollen Buchhüllen (sogar in zwei Größen). Ich bestellte mir eine und fischte sie bereits am nächsten Tag aus dem Briefkasten. Der Alltagstest beweist, dass der Kauf eine gute Idee war. Kein Eselsohr, keine abgeknickten Ecken des Buches und endlich kein Geraschel einer Plastetüte, was mich persönlich am meisten störte.

Die Handhabung der Hülle ist denkbar einfach. Für den vorderen Buchdeckel gibt es eine Tasche, in die der vordere Buchdeckel gesteckt wird. Der rechte Teil der Hülle ist variabel und wird je nach Umfang des Buches mit Hilfe eines Gummibandes (in meiner Version schwarz) befestigt. Im Handumdrehen ist das Buch verpackt und geschützt.

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Meine Butter, meine Wurst, meine Nudel

Essen müssen wir alle. Der eine mehr, der andere weniger. Mancher mit Fleischeinlage, der andere lieber vegan. Jeder wie er will.

In Wohngemeinschaften ist das nicht anders. Aber da ist dieses Thema häufig noch um einiges spannender. Nachvollziehen können das nur Familien, in denen die 13-jährige Pubertätsgöttin nun beschließt, keine süßen Ferkel mehr auf ihrem Teller haben zu wollen. Und überhaupt, Fleisch macht nur fett und mit ihrem Top-BMI kann sie sich das nicht leisten…oh ich schweife ab.

Zum eigentlichen Thema: Regelt in eurer WG, wie das mit dem Essen und dem Teilen gehandhabt werden soll. Das klingt alles total easy, wenn man sagt, jede Woche kauft wer anderes ein, aber das geht auf Dauer nicht gut – sagt mir meine Erfahrung.

Stellt euch vor, ihr regelt es wirklich so. Woche 1 kauft Horst ein. Anfang des Monats, das Budget ist groß. Woche 2 ist dann Uschi dran. Uschi kauft gerne im Bio-Laden. Für das Geld ist weniger im Wagen, dafür kriegen die Jungs statt tierisches Eiweiß glücklich gewachsene Haferflocken zum Frühstück in den linksdrehenden Soja-Joghurt. In Woche 3 kauft Svenni wieder im Discounter um die Ecke alle Angebote weg – Rote Grütze mit Chemiesauce für alle \o/. Woche 4, Monatsende und überhaupt keine Lust auf Einkauf, das ist Melli. Deswegen gibt es nur ein halbes Brot und Frischkäse mit Geschmack (der ersetzt Butter und Wurst, weil: streichbar und Geschmack in einem Produkt. Da ist sie ein Fuchs.). Zwischendurch frisst Svenni Horsts Lieblingspudding und Melli schmiss Uschis Schimmelkäse weg, weil „Schimmel nix im Kühlschrank zu suchen hat!“.

Ihr seht, es geht hinten und vorne nicht auf. Das Argument, dass man ja gemeinsam einkaufen gehen könne und immer ein anderer bezahlt, greift hier auch nicht. Irgendein Leckermaul schmeißt seinen Pudding und seine Kekse immer in den Korb, aber wehe dem, er ist mit zahlen dran und andere wollen etwas. Irgendeiner macht immer Minus.

Darum mein Tipp: jeder kauft für sich ein und bekommt sein eigenes Fach im Kühlschrank. Wenn gemeinsam gekocht wird, dann wird vorher gemeinsam eingekauft. Dann gibt es auch keine bitterbösen Konflikte, wenn sich mal wer benachteiligt fühlt.

Gewürze und andere Dinge, die im Küchenalltag benötigt werden, müssen natürlich auch irgendwie angeschafft werden. Wenn der Mitbewohner gerne mit frisch gemahlenen Meersalz kocht und du es regelmäßig mitbenutzt, dann kaufe das auch bitte nach und nicht nur das billige Salz für 30 Cent.     Wenn du nicht einsiehst, 5 Euro für handgemachte und frische Pasta auszugeben, diese Nudeln der Mitbewohnerin aber trotzdem alle machst, weil du Hunger hattest, dann kaufe auch angemessenen Ersatz.

Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich werde sehr gnatzig, wenn ich mir etwas bewusst kaufte, mich beispielsweise nach Feierabend auf meinen Fruchtjoghurt freue, nach Hause komme und das Ding weg ist. In meiner Erziehung wurde mir beigebracht, dass man das nicht macht – ohne zu fragen. Von daher: Dass man vor dem Aufessen der Sachen den Besitzer natürlich fragt, ob das überhaupt ok ist, muss ich hier hoffentlich nicht extra betonen! 

Und zum Schluss eine lustige Anekdote zum Thema WG-Essen und „unberechtigtes Aufessen“:

Ich beschloss recht zeitnah, dass ich lieber für mich selbst einkaufe. Zum einen habe ich gewisse Vorlieben, zum anderen einen hungrigen Freund. Meiner Meinung nach muss er nicht von anderen durchgefüttert werden. Einige Tage, nachdem er bei mir war, wurde ich etwas unhöflich gefragt, warum er die Lieblingswurst von Mitbewohner A gegessen habe. Ich konnte mich nicht erinnern, dass dies der Fall war, fragte aber nach. Er aß sie auch nicht. Ich klärte die Situation, indem ich erneut betonte, dass wir nur das aßen, was ich kaufte. Thema war für mich dann im wahrsten Sinne gegessen.

Viele Wochen später, Mitbewohner A,B,C kauften immer noch gemeinsam ein. Wieder hieß es von Herrn A, man habe ihm irgendwas weggegessen. Diesmal wurde sich bei Mitbewohner B ausgekotzt, dass Herr C ja „immer die guten Sachen sofort vernichte“. Andersherum hörte Herr C diese Story über Herrn B – erzählt von Mitbewohner A. Alles verwirrend. Letztendlich hat Herr A es sicherlich alleine inhaliert, obwohl er selten einen Einkauf bezahlte. 

Und daraufhin entschieden sich auch Herr B und C, lieber für sich einkaufen zu gehen – dann isst man niemandem heimlich die „guten Sachen“ weg. Interessanterweise waren die Lebensmittelvorräte von Herrn A daraufhin stets sehr übersichtlich gehalten.

Und mein Profi-Tipp zum Schluss: Schreibt euren Namen auf euer Zeug oder klebt Zettel dran, dass IHR DAS ESSEN WOLLT! Bei Menschen mit funktionierenden Hirnwindungen funktioniert dieser Hinweis in 9 von 10 Fällen!

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